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Hannah Wirtz
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Lesezeit:
7
Minuten

Eignet sich mein Haus für eine Wärmepumpe?

Immer mehr Menschen steigen von herkömmlichen Heizmethoden auf Wärmepumpen um. Bei dieser wachsenden Popularität ist es nicht verwunderlich dass viele sich die Frage stellen ob Ihr Eigenheim überhaupt für die Installation einer solchen Anlage geeignet ist.

Warum lohnt sich eine Wärmepumpe?

Eine Wärmepumpe bietet eine umweltfreundliche und effiziente Lösung zur Beheizung und Kühlung Ihres Hauses. Im Gegensatz zu herkömmlichen Heizsystemen, die fossile Brennstoffe verbrennen, nutzt eine Wärmepumpe die vorhandene Wärme aus der Luft, dem Erdreich oder dem Grundwasser und wandelt sie in nutzbare Energie um. Dies führt zu einer signifikanten Reduktion der CO₂-Emissionen und trägt somit zum Klimaschutz bei.

Ein weiterer Vorteil ist die hohe Energieeffizienz. Wärmepumpen erzeugen im Vergleich zu herkömmlichen Heizsystemen mehr Wärmeenergie aus weniger elektrischer Energie, was sich in niedrigeren Energiekosten niederschlägt.

Darüber hinaus plant die Bundesregierung in den kommenden Jahren eine “Wärmepumpen-Offensive”, Ziel des ganzen ist es bis zum Jahr 2030 6 Millionen zu installieren. Das neue Gebäudeenergiegesetz und staatliche Fördermöglichkeiten sollen diese Entwicklung mit vorantreiben.

Eignet sich mein Haus für eine Wärmepumpe?

Ob sich Ihr Haus für den Einsatz einer Wärmepumpe eignet, hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab. Diese umfassen sowohl bauliche, als auch technische Aspekte. Dabei geht es jedoch nicht nur darum ob das Gebäude generell für eine Wärmepumpe geeignet ist, sondern auch darum, welche Variante besonders effektiv ist.

1. Isolierung des Hauses

Mit unter entscheidend für die Effizienz einer Wärmepumpe ist eine gute Wärmedämmung. Gut isolierte Gebäude verlieren weniger Wärme, was wiederum dazu führt dass sie mit geringerer Vorlauftemperatur beheizt werden können. Dieser Umstand ist ideal für Wärmepumpen Varianten, die effizient arbeiten, wenn sie mit niedrigen Temperaturen betrieben werden.

Neubauten sind zumeist gut isoliert, während ältere Gebäude oft zugig und schlechter isoliert, wodurch Wärme verloren geht. Sollte letzteres auf Sie zutreffen, können Sie oft mit ein paar Tricks für eine bessere Isolierung sorgen:

  • Prüfen Sie ob Dachboden oder Hohlwände zu dämmen sind
  • Fenster und Türen sind abzudichten um zu verhindern, dass Wärme entweichen kann
  • Tauschen Sie ihre alten Fenster gegen welche mit Mehrscheibenisolierung ein

2. Heizsystem

Vielleicht ist ihnen schon einmal aufgefallen dass oft von einer Kombination aus Wärmepumpe und Fußbodenheizung die Rede ist. Das hängt damit zusammen, dass Wärmepumpen am besten mit Flächenheizsystemen wie Fußbodenheizungen arbeiten, da diese Systeme größere Flächen erwärmen und mit niedrigeren Vorlauftemperaturen auskommen.

3. Grundstücksgröße und Beschaffenheit

Für eine Erdwärmepumpe (Geothermie) ist ausreichend Platz im Garten notwendig, entweder für Erdsonden oder Erdkollektoren. Sonden erfordern tiefe Bohrungen, während Kollektoren flach im Erdreich verlegt werden und daher eine größere Fläche benötigen. Luft-Wasser-Wärmepumpen benötigen hingegen weniger Platz und können oft problemlos im Außenbereich des Hauses aufgestellt werden. Je nach Beschaffenheit des Hauses eignen sich also unterschiedliche Wärmepumpen Varianten besonders gut, welche in Ihrem individuellen Fall die beste Wahl ist, sollten sie vorab mit einem Experten besprechen, schließlich ist eine Wärmepumpe eine Investition, die gut geplant werden sollte.

4. Standort und Klima

Auch der Standort des Hauses ist nicht ganz unwichtig, wenn es um die Wahl der richtigen Wärmepumpe geht. Luft-Wasser-Wärmepumpen sind in Regionen mit milderem Winter besonders effizient. In kälteren Gebieten, sollten Sie eher auf eine Erdwärmepumpe oder Wasser-Wasser-Wärmepumpe zurückgreifen. Diese nutzten konstante Temperaturen aus Erde oder Grundwasser.

5. Stromversorgung und Energiepreise

Wärmepumpen nutzen Strom um die Umweltwärme aus Luft, Erdreich oder Wasser in nutzbare Wärme umzuwandeln. Vor der Installation muss also die Stromversorgung und der Energiepreis geprüft werden. Zudem können Sie die Integration einer Photovoltaikanlage zur Eigenstromerzeugung in Erwägung ziehen. So würden Sie nicht nur die Umweltfreundlichkeit der Anlage weiter erhöhen, sondern auch die Betriebskosten senken.

6. Lautstärke und Platzierung

Wenn Sie sich bereits mit dem Konzept Wärmepumpe beschäftigt haben, werden Sie vermutlich auf die Problematik mit der Lärmbelastung gestoßen sein. Luft-Wasser-Wärmepumpen erzeugen Geräusche. Dieser Umstand muss bei der Planung und Platzierung der Anlage berücksichtigt werden, insbesondere in dicht besiedelten Wohngebieten. Eine sorgfältige Standortwahl kann helfen, Lärmbelästigungen zu vermeiden und den Frieden in der Nachbarschaft zu bewahren.

Wärmepumpe im Altbau

Während Neubauten in der Regel beinahe problemlos mit einer Wärmepumpe ausgestattet werden können, stellt sich bei Bestandsgebäuden immer wieder die Frage ob dies möglich ist. In einem eigenständigen Artikel sind wir genauer auf die Details eingegangen. Hier also nur die Kurzfassung. Wärmepumpen können auch in Altbauten installiert werden und für eine effiziente Beheizung sorgen. Das Alter der Baute ist dabei zweitrangig, wichtiger ist hier der energetische Standard und die übrige Anlagentechnik. Der Heizenergiebedarf, die Heizfläche, sowie der Aufstellort sind dabei relevant. Welcher Wärmepumpen Typ sich am besten eignet ist dabei individuell festzustellen.

Die “Wärmepumpe-Ampel”

Um für mehr Übersichtlichkeit und Aufklärung zu Sorgen, hat die Forschungsstelle für Energiewirtschaft (FfE) in München die sogenannte “Wärmepumpe-Ampel” erstellt. Dabei handelt es sich um eine interaktive Karte die anhand von frei verfügbaren Daten erstellt wurde. Diesen Daten zur Folge sind rund 75% der Häuser in ganz Deutschland für eine Wärmepumpe geeignet. Je nach Bundesland unterscheidet sich dieser Prozentsatz, was in erster Linie mit der jeweiligen Besiedlung zusammenhängt. Je dichter die Häuser, desto geringer das Potenzial, da es genug Abstand zum Nachbarshaus oder eine große Grundstücksfläche braucht um die Umweltwärme zu beziehen.

Auf der interaktiven Karte, können Sie ihr Wohnhaus suchen und dessen Wärmepumpen-Potenzial ablesen:

  • Grün: Wahrscheinlich ist das Gebäude für mindestens einen Wärmepumpen-Typ geeignet
  • Gelb: Gegebenenfalls ist das Gebäude für mindestens einen Wärmepumpen-Typ geeignet
  • Rot: Wahrscheinlich ist das Gebäude für alle Wärmepumpen-Typen eher nicht geeignet

Beachten sie hierbei, dass die Wärmepumpe-Ampel lediglich eine Orientierungshilfe darstellt und eine professionelle Beratung keinesfalls ersetzen kann.

Fazit

Eine Wärmepumpe kann eine sehr effiziente und umweltfreundliche Heizlösung sein, vorausgesetzt, das Haus erfüllt bestimmte Kriterien. Eine gute Wärmedämmung, ein geeignetes Heizsystem und ausreichender Platz für die Installation sind wesentliche Voraussetzungen. Zusätzlich spielen der Standort, die Energiepreise und mögliche Förderungen eine wichtige Rolle. Eine professionelle Beratung und eine detaillierte Planung sind daher unerlässlich, um festzustellen, ob eine Wärmepumpe die richtige Wahl für Ihr Haus ist.

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