Erdsonde-Wärmepumpe 2026: Funktion, JAZ, Kosten und Förderung
Eine Erdsonde-Wärmepumpe ist eine Sole-Wasser-Wärmepumpe, die Wärme über senkrechte Sonden aus dem Untergrund holt. Im Feldtest des Fraunhofer ISE erreichten erdgekoppelte Anlagen im Bestand eine mittlere Jahresarbeitszahl von 4,3, Luft-Wärmepumpen 3,4. Mit Bohrung kostet die Anlage nach den Spannen des ADAC rund 25.000 bis 49.000 Euro. Dieser Ratgeber erklärt Funktion, Feldwerte, Kosten und Förderung 2026 und zeigt, wie viel der Bohrung die KfW tatsächlich fördert.
Das Wichtigste in Kürze
- Erdsonde-Wärmepumpe = Sole-Wasser-Wärmepumpe mit senkrechten Sonden, meist bis 100 m tief.
- Fraunhofer ISE (11/2025): Erdreich-WP im Bestand Ø JAZ 4,3, Luft-WP Ø 3,4.
- Boden bis ca. 50 m rund 10 °C, die Sole ist im Winter deutlich kälter (Auslegung bis 0 °C Monatsmittel).
- Kosten laut ADAC-Spannen (Sommer 2026): rund 25.000 bis 49.000 € inkl. Bohrung, laut Bosch 50–100 € pro Bohrmeter.
- KfW 458 seit 21.07.2026: 30 % Grundförderung, kein Erdwärme-Bonus mehr, max. 28.000 € förderfähig.
- 42watt-Rechenbeispiel: effektive Förderquote der Sondenanlage 35 % statt 46 %, Mehrkosten gegenüber Luft-WP nach Förderung 11.250 €.
- Flächenkollektor: 1,2–1,5 m tief, günstiger, braucht bei 8 kW ca. 175–610 m² Garten.
- Passive Kühlung möglich: Verdichter aus, Sonde regeneriert sich im Sommer.
Was unterscheidet die Erdsonde-Wärmepumpe von Luft-Wärmepumpe und Flächenkollektor?
Die Erdsonde-Wärmepumpe arbeitet im Feld effizienter als eine Luft-Wärmepumpe, kostet durch die Bohrung aber deutlich mehr. Gegenüber dem Flächenkollektor braucht sie kaum Gartenfläche. Dafür ist eine Bohrung mit wasserrechtlicher Prüfung nötig. Die Tabelle vergleicht die 3 Systeme.
| Merkmal | Sole-WP mit Erdsonde | Sole-WP mit Flächenkollektor | Luft-Wasser-WP |
|---|---|---|---|
| Wärmequelle | Untergrund, meist bis 100 m | Erdreich in 1,2–1,5 m Tiefe | Außenluft |
| Feld-JAZ (Fraunhofer ISE) | Ø 4,3 (Bestand, 2025) | 3,2 (Bestand, 2008/09) | Ø 3,4 (Bestand, 2025) |
| Gerät + Erschließung (ADAC) | 10.000–18.000 € + 8.000–16.000 € | 10.000–18.000 € + 3.000–10.000 € | 8.000–16.000 € |
| Platzbedarf bei 8 kW | 2–4 Bohrpunkte, je mind. 6 m Abstand | ca. 175–610 m² Garten | Außengerät |
| Wasserrecht | Anzeige, meist Erlaubnis | bis 4 m Tiefe erleichtert | keine Prüfung |
Kurz eingeordnet: Für Montage und Material kommen laut ADAC je nach Art der Wärmepumpe 7.000 bis 15.000 Euro hinzu. Die JAZ-Werte stammen aus Messungen in bewohnten Häusern, nicht aus Datenblättern. Für Kollektoren gibt es nur einen älteren getrennten Feldwert. Die Kollektorfläche ist eine 42watt-Rechnung mit 10 bis 35 Watt pro Quadratmeter laut dena. Die Kosten stehen auf dem Stand Sommer 2026.
Wie funktioniert eine Wärmepumpe mit Erdsonde?
Eine Erdsonde-Wärmepumpe verbindet 3 Kreisläufe: den Solekreis im Boden, den Kältekreis im Gerät und den Heizkreis im Haus. Die Sonde selbst ist ein geschlossenes Kunststoffrohr im Bohrloch. Aufbau und Länge erklärt der Beitrag Erdwärmesonde: Aufbau und Länge berechnen.
1. Solekreis: Eine Pumpe schickt Sole durch die Sonde. Sole ist ein frostsicheres Gemisch aus Wasser und Glykol. Sie nimmt im Bohrloch Wärme aus dem Untergrund auf.
2. Kältekreis: Im Verdampfer gibt die Sole ihre Wärme an ein Kältemittel ab, das dabei verdampft. Der Verdichter presst den Dampf zusammen und hebt so die Temperatur. Im Verflüssiger geht die Wärme ans Heizwasser, ein Expansionsventil entspannt das Kältemittel wieder.
3. Heizkreis: Das Heizwasser versorgt Fußbodenheizung, Heizkörper und Warmwasserspeicher.
Die Jahresarbeitszahl (JAZ) gibt an, wie viele Kilowattstunden Wärme die Anlage im Jahr pro Kilowattstunde Strom liefert. Bei einer JAZ von 4,3 stammen rund 77 % der Heizwärme aus dem Boden. Den Rest liefert der Strom für den Verdichter. Laut dena laufen Sole-Wasser-Wärmepumpen wegen der fast gleichbleibenden Quellentemperatur monovalent, also ohne zweiten Wärmeerzeuger.
Hat die Sole wirklich 10 °C?
Nein, der Boden hat rund 10 °C, die Sole erreicht die Wärmepumpe im Winter deutlich kälter. Laut Landesamt für Umwelt Schleswig-Holstein (2023) liegt die Temperatur unterhalb der jahreszeitlich beeinflussten Zone bis etwa 50 Meter ganzjährig bei circa 10 °C. Darunter steigt sie im Mittel um 3 °C pro 100 Meter. Die Sole muss kälter sein als der Boden, sonst fließt keine Wärme. Laut Leitfaden Erdwärmenutzung Hamburg soll die Sole beim Eintritt in die Wärmepumpe im Monatsmittel 0 °C nicht unterschreiten, bei Spitzenlast darf sie nicht unter −5 °C fallen. Datenblätter nennen die Leistungszahl meist im Normprüfpunkt mit 0 °C Soletemperatur, abgekürzt B0.
Welche Jahresarbeitszahl erreicht eine Erdsonde-Wärmepumpe?
Erdgekoppelte Wärmepumpen erreichten im Feldtest „WP-QS im Bestand“ des Fraunhofer ISE (2025) eine mittlere JAZ von 4,3, bei einer Spanne von 3,6 bis 5,4. Luft-Wasser-Wärmepumpen kamen im selben Projekt auf 3,4. Gemessen wurden 16 erdgekoppelte und 61 Luft-Anlagen über 4 Jahre (Pressemitteilung vom 03.11.2025). Der Vorsprung der Erdwärme zeigt sich auch in den früheren Fraunhofer-Feldtests.
| Feldtest (Fraunhofer ISE) | Gebäude, Zeitraum | Erdreich-WP | Luft-WP | Abstand |
|---|---|---|---|---|
| WP im Gebäudebestand | Bestand, 2008–2009 | Sonde 3,3, Kollektor 3,2 | 2,6 | 0,7 |
| WP Effizienz | überwiegend Neubau, 2007–2010 | 3,88 | 2,89 | 1,0 |
| WPsmart im Bestand | Bestand, bis 2019 | 4,1 | 3,1 | 1,0 |
| WP-QS im Bestand | Bestand, 4 Jahre, Ergebnis 2025 | 4,3 (3,6–5,4) | 3,4 (2,6–4,9) | 0,9 |
Kurz eingeordnet: Die gemessenen JAZ sind seit 2009 deutlich gestiegen. Der Abstand zur Luft-Wärmepumpe blieb mit 0,7 bis 1,0 Punkten ähnlich. Sonde und Kollektor lagen im älteren Bestandstest nur 0,1 Punkte auseinander. Die Spannen überlappen: Einzelne Luft-Anlagen erreichten 2025 bis zu 4,9, die Erdreich-Anlagen lagen zwischen 3,6 und 5,4. Neben der Wärmequelle beeinflussen also auch Planung und Heizflächen die Effizienz stark.
Wie stark senkt die Vorlauftemperatur die Effizienz?
Je höher die Vorlauftemperatur, desto niedriger die Effizienz: Laut dena sinkt die Leistungszahl bei 0 °C Sole von 4,4 bei 34 °C Vorlauf auf 3,0 bei 52 °C. Die Vorlauftemperatur ist die Temperatur des Heizwassers auf dem Weg zu den Heizflächen. Die Leistungszahl (COP) beschreibt die Effizienz in einem Prüfpunkt, die JAZ das ganze Jahr. Für Sole-Wasser-Wärmepumpen bei mittlerem Temperaturniveau nennt die dena eine typische JAZ von 3,6 bis 4,0. Laut Fraunhofer ISE kommen ausreichend große Heizkörper im Mittel mit ähnlich niedrigen Temperaturen aus wie Flächenheizungen.
Was kostet eine Erdsonde-Wärmepumpe 2026?
Eine Erdsonde-Wärmepumpe kostet 2026 im Einfamilienhaus nach den ADAC-Spannen rund 25.000 bis 49.000 Euro vor Förderung. Die Summe ergibt sich aus Gerät, Bohrung und Installation. Der Hersteller Bosch nennt für eine Anlage mit Sonde 25.000 bis 30.000 Euro.
| Posten | Kosten 2026 | Quelle |
|---|---|---|
| Sole-Wasser-Wärmepumpe (Gerät) | 10.000–18.000 € | ADAC |
| Sondenbohrung Einfamilienhaus | 8.000–16.000 € | ADAC |
| Preis pro Bohrmeter | 50–100 € | Bosch |
| Installation, Montage, Material | 7.000–15.000 € | ADAC |
| Wartung pro Jahr | ca. 150–300 € | Verbraucherzentrale |
Kurz eingeordnet: Der Kostenabstand zur Luft-Wärmepumpe entsteht vor allem durch die Bohrung. Ihr Preis hängt von Gestein, Tiefe und Zufahrt ab. Im Lehm-Beispiel des Sonden-Ratgebers sind es 154 Bohrmeter, also 7.700 bis 15.400 Euro. Hinzu kommt eine Bohrrisikoversicherung. Die Sonde hält laut Herstellerangabe über 50 Jahre und dient so auch dem nächsten Gerät.
42watt-Rechenbeispiel: Wie viel der Bohrung fördert die KfW?
Im 42watt-Rechenbeispiel fördert die KfW die Erdsonden-Anlage effektiv mit 35 % statt 46 %, weil die förderfähigen Kosten bei 28.000 Euro enden. Die Bohrung liegt damit größtenteils oberhalb des Deckels. Annahmen: Einfamilienhaus mit 8 kW Heizlast und 16.000 kWh Wärmebedarf pro Jahr. Die Kosten sind Mittelwerte der ADAC-Spannen, die Bohrung umfasst 154 Meter zu 75 Euro. Der Fördersatz von 46 % setzt sich aus Grundförderung und Klimageschwindigkeitsbonus zusammen. Er gilt für Selbstnutzende, die etwa eine funktionstüchtige Ölheizung tauschen, und für Anträge bis 31.01.2027. Strom kostet 24 Cent pro kWh im Wärmepumpentarif (Verbraucherzentrale NRW, 02/2026). Die JAZ beträgt 3,4 für Luft und 4,3 für die Sonde laut Fraunhofer ISE. Für den Kollektor ist 4,2 angenommen.
| System | Investition | Zuschuss (46 %) | Eigenanteil | Strom pro Jahr |
|---|---|---|---|---|
| Luft-Wasser-WP | 23.000 € | 10.580 € | 12.420 € | 1.129 € |
| Sole-WP mit Erdsonde | 36.550 € | 12.880 € | 23.670 € | 893 € |
| Sole-WP mit Kollektor | 31.500 € | 12.880 € | 18.620 € | 914 € |
Kurz eingeordnet: Die Sonde kostet hier 13.550 Euro mehr als die Luft-Wärmepumpe. Davon fallen nur 5.000 Euro unter die Förderung, nämlich der Betrag bis zum Deckel von 28.000 Euro. Nach Förderung bleiben 11.250 Euro Mehrkosten. Die Sonde spart 985 kWh Strom, also 236 Euro im Jahr. Rein rechnerisch amortisiert sich der Aufpreis damit nach rund 48 Jahren, bei 37 Cent Haushaltsstrom nach rund 31 Jahren. Über 50 Jahre Sondenlebensdauer summiert sich die Ersparnis auf 11.800 Euro. Kostet der Bohrmeter nur 50 Euro, sinken die Mehrkosten um 3.850 Euro. Preissteigerungen, Zinsen und Wartung sind nicht berücksichtigt.
Eine Kurzanalyse von Prognos für den Bundesverband Wärmepumpe (17.04.2026) kommt zu einem anderen Ergebnis. Dort ist die Erdwärme-Anlage im Einfamilienhaus über 20 Jahre rund 8 % günstiger. Die Studie setzt das Luft-Wärmepumpengerät aber teurer an als das Sole-Gerät. Außerdem rechnet sie mit der Förderung vor dem 21.07.2026, also mit 30.000 Euro Deckel und Effizienzbonus. Entscheidend ist deshalb der Preisabstand in Ihren konkreten Angeboten. Den Kostenvergleich über 20 Jahre zeigt der Beitrag Erdwärmepumpe oder Luftwärmepumpe.
Welche Förderung gibt es 2026 für die Erdsonde-Wärmepumpe?
Die Erdsonde-Wärmepumpe wird seit dem 21.07.2026 über die KfW-Heizungsförderung 458 mit 30 % Grundförderung bezuschusst, einen eigenen Erdwärme-Bonus gibt es nicht mehr. Der frühere Effizienzbonus von 5 % für Erdreich-Wärmepumpen ist entfallen. Laut KfW-Merkblatt 458 (gültig ab 24.09.2026) gelten 4 Bausteine:
- Grundförderung: 30 % für alle Antragstellenden.
- Klimageschwindigkeitsbonus: 16 Prozentpunkte für Selbstnutzende, die eine funktionstüchtige Öl-, Kohle-, Gasetagen- oder Nachtspeicherheizung oder eine mindestens 20 Jahre alte Gas- oder Biomasseheizung tauschen. Ab 01.02.2027 sinkt er halbjährlich um 4 Prozentpunkte.
- Einkommensbonus: für Selbstnutzende 40, 30 oder 10 Prozentpunkte bis 30.000, 40.000 oder 50.000 Euro zu versteuerndem Haushaltseinkommen. Mit einem kindergeldberechtigten Kind unter 18 Jahren im Haushalt steigen die Grenzen einmalig um 10.000 Euro.
- Deckel: höchstens 28.000 Euro förderfähige Kosten für die 1. Wohneinheit und höchstens 70 % Förderung. Bei Einkommen bis 30.000 Euro, mit Kind bis 40.000 Euro, sind 80 % möglich.
Die Bohrung zählt laut Förder-Ratgeber des Bundesverbands Wärmepumpe (10/2025) zu den förderfähigen Kosten, wenn eine nach DVGW W 120-2 zertifizierte Bohrfirma bohrt und eine verschuldensunabhängige Versicherung besteht. Lassen Sie sich das vor dem Antrag von Ihrem Fachbetrieb oder Ihrer Energieberatung bestätigen. Stellen Sie den Antrag vor Beginn der Arbeiten. Ab 01.02.2027 sinken die förderfähigen Kosten für die 1. Wohneinheit halbjährlich um 750 Euro. Für das 1. Quartal 2027 ist angekündigt, die Grundförderung auf 15 % zu senken und 15 Prozentpunkte Bonus für Wärmepumpen aus EU-Fertigung einzuführen. Ab 01.01.2028 sollen nur noch Wärmepumpen mit natürlichen Kältemitteln gefördert werden.
Welche Genehmigung braucht eine Erdsonde-Wärmepumpe?
Für die Erdsonde müssen Sie die Bohrung 1 Monat vor Beginn bei der Unteren Wasserbehörde anzeigen, meist ist zusätzlich eine wasserrechtliche Erlaubnis nötig. Die Anzeigepflicht steht in § 49 Abs. 1 Wasserhaushaltsgesetz (WHG). Eine Erlaubnis nach §§ 8 und 9 WHG ist nötig, wenn die Sonde Grundwasser berührt. In Trinkwasserschutzzonen sind Sonden oft unzulässig. Bei mehr als 100 Metern Bohrtiefe kommt eine Anzeige bei der Bergbehörde hinzu (§ 127 Bundesberggesetz). Fristen, Versicherung und Auswahl der Bohrfirma beschreibt der Beitrag Erdwärme-Tiefenbohrung.
Erdsonde oder Luft-Wärmepumpe: Wann passt welches System?
Die Erdsonde passt vor allem bei hohem Wärmebedarf, geeignetem Untergrund und Wunsch nach Kühlung, die Luft-Wärmepumpe bei knappem Budget. 2025 wurden in Deutschland laut BDH 13.500 Sole-Wasser-Wärmepumpen verkauft, aber 283.000 Luft-Wasser-Geräte. 4 Kriterien sprechen für die Erdsonde:
- Wärmebedarf: Je mehr Wärme das Haus braucht, desto mehr Strom spart die höhere JAZ.
- Geräusche: Die Sole-Wärmepumpe steht im Haus und hat kein Außengerät mit Ventilator.
- Kühlung: Die Sonde ermöglicht passive Kühlung mit wenig Strom.
- Nutzungsdauer: Die Sonde bleibt für das nächste Gerät nutzbar.
Gegen die Sonde sprechen Wasserschutzgebiete, schwierige Bohrbedingungen und der Förderdeckel. Für Luft-Wärmepumpen gilt seit dem 01.01.2026 zudem eine strengere Schallgrenze in der Förderung: 10 dB unter dem Ökodesign-Grenzwert. Für Sole-Geräte ohne Außeneinheit spielt sie praktisch keine Rolle.
Erdsonde oder Flächenkollektor: Was ist besser?
Die Erdsonde braucht kaum Gartenfläche, der Flächenkollektor ist günstiger, braucht aber ein großes freies Grundstück. Ein Flächenkollektor besteht aus Rohrschlangen, die waagerecht in 1,2 bis 1,5 Metern Tiefe liegen.
| Merkmal | Erdsonde | Flächenkollektor |
|---|---|---|
| Tiefe | meist bis 100 m | 1,2–1,5 m |
| Entzugsleistung | ca. 50 W/m in Festgestein (dena), 40 W/m in feuchtem Lehm (42watt-Rechnung) | 10–35 W/m² (dena) |
| Bedarf bei 8 kW (42watt-Rechnung) | 2 Sonden à 77 m in Lehm | ca. 175–610 m² |
| Erschließung (ADAC) | 8.000–16.000 € | 3.000–10.000 € |
| Wasserrecht | Anzeige, meist Erlaubnis | bis 4 m Tiefe erleichtert |
Kurz eingeordnet: Seit dem 23.12.2025 gilt für Kollektoren bis 4 Meter Tiefe außerhalb von Wasserschutzgebieten eine gesetzliche Vermutung. Danach ist davon auszugehen, dass sie die Grundwasserbeschaffenheit nicht nachteilig beeinflussen, sofern sie die Anforderungen der AwSV erfüllen und nicht zu dicht mit anderen Anlagen liegen (§ 49 Abs. 1 WHG). Das erleichtert das Verfahren, für Sonden gibt es diese Regel nicht. Im älteren Fraunhofer-Bestandstest lag der Kollektor mit JAZ 3,2 nur knapp hinter der Sonde mit 3,3. Die Fläche hängt stark vom Boden ab: Ältere VDI-Richtwerte nennen 10 W/m² für trockenen Sandboden und 40 W/m² für wassergesättigten Sand oder Kies. Kosten und Verlegung erklärt der Beitrag Erdkollektor.
Kann eine Erdsonde-Wärmepumpe im Sommer kühlen?
Ja, eine Erdsonde-Wärmepumpe kann passiv kühlen, der Verdichter bleibt dabei aus. Die Wärme aus dem Heizkreis geht über einen Plattenwärmeübertrager direkt an die kühle Sole. Strom brauchen dann nur die Pumpen. Laut einem Fachbeitrag des Bundesverbands Wärmepumpe regeneriert sich die Sonde dadurch im Sommer deutlich besser. Eine Fußbodenkühlung schafft demnach etwa 35 Watt pro Quadratmeter bei 22 °C Boden- und 27 °C Raumtemperatur. Die Oberfläche darf den Taupunkt der Raumluft nicht unterschreiten, sonst bildet sich Kondenswasser. Der Kühlbetrieb muss in die Sondenauslegung einfließen. Mehr dazu im Beitrag Kühlen mit der Wärmepumpe.
Häufige Fragen zur Erdsonde-Wärmepumpe
Lohnt sich eine Erdsonde-Wärmepumpe im Altbau?
Eine Erdsonde-Wärmepumpe kann sich im Altbau lohnen, wenn die Vorlauftemperatur niedrig bleibt, der Wärmebedarf hoch ist und der Preisabstand zur Luft-Wärmepumpe klein ausfällt. Der Fraunhofer-Feldtest mit JAZ 4,3 lief in Bestandsgebäuden. Einen Überblick über alle Erdwärme-Systeme gibt der Beitrag Heizen mit Erdwärme.
Wie lange hält eine Erdsonde-Wärmepumpe?
Das Wärmepumpengerät hält laut dena rund 20 Jahre, die Sonde laut Herstellerangabe über 50 Jahre. Ein neues Gerät nutzt die vorhandene Sonde weiter. Lassen Sie beim Tausch prüfen, ob die Leistung des neuen Geräts zur Sonde passt.
Braucht eine Erdsonde-Wärmepumpe einen Heizstab?
Eine richtig ausgelegte Erdsonde-Wärmepumpe deckt die Heizlast in der Regel allein. Die dena beschreibt Sole-Wasser-Wärmepumpen als monovalent, also ohne zweiten Wärmeerzeuger. Grund ist die über das Jahr kaum schwankende Quellentemperatur.
Wie viel Strom verbraucht eine Erdsonde-Wärmepumpe?
Im 42watt-Rechenbeispiel verbraucht eine Erdsonde-Wärmepumpe für 16.000 kWh Wärme rund 3.700 kWh Strom im Jahr. Das entspricht einer JAZ von 4,3. Zum Wärmepumpentarif von 24 Cent sind das rund 890 Euro.
Fraunhofer ISE (Pressemitteilung WP-QS im Bestand, 03.11.2025; Kurzfassung WP im Gebäudebestand, Messjahre 2008/2009; Kurzfassung WP Effizienz, 2007–2010); dena (Factsheet Sole-Wasser-Wärmepumpe, 01/2024); Landesamt für Umwelt Schleswig-Holstein (Geothermie: Grundlagen und Potenziale, 08/2023); Leitfaden Erdwärmenutzung Hamburg; TU Dresden (Wärmequellen, Orientierungswerte nach VDI 4640); ADAC (Wärmepumpe: Funktion, Kosten, Förderung, Stand Sommer 2026); Bosch Home Comfort (Erdwärmepumpe Kosten, 2026); Verbraucherzentrale (Kosten und Förderung Wärmepumpe, Stand 17.04.2026); Verbraucherzentrale NRW (Marktcheck Wärmepumpenstromtarife, 20.02.2026); BDEW-Strompreisanalyse 2026; Prognos (Wirtschaftlichkeit geothermischer Wärmepumpen, 17.04.2026); KfW (Merkblatt 458, Stand 09/2026); Bundesverband Wärmepumpe (Förder-Ratgeber 10/2025; Übersicht Änderungen BEG EM, 20.07.2026; Fachbeitrag Kühlung via Baunetz Wissen); BDH (Absatzzahlen 2025, 02/2026); Wasserhaushaltsgesetz §§ 8, 9, 49 (Fassung 23.12.2025); Bundesberggesetz § 127; Gerodur (Datenblatt GEROtherm RT, 11/2023).


