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Mathias Rhode
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Lesezeit:
8
Minuten

In 6 Schritten zur perfekten Wärmepumpe

Kurz gesagt:

  • Da jedes Haus einzigartig ist, müssen bei der Auswahl der optimalen Wärmepumpe viele individuelle Faktoren berücksichtigt werden.
  • Planungsfehler können sich negativ auf die Effizienz und Lebensdauer der Wärmepumpe auswirken und unnötige Kosten verursachen.
  • Ein unabhängiger Energie-Effizienz-Experte hilft Ihnen, die beste Wärmepumpenlösung auszuwählen, eine reibungslose Installation zu gewährleisten und die maximale staatliche Förderung zu erhalten.

Wärmepumpen bieten viele ökologische und ökonomische Vorteile: Sie ermöglichen eine kostengünstige Wärmeerzeugung mit hohem Wirkungsgrad, ohne den Einsatz fossiler Ressourcen und mit unschlagbar niedrigen CO₂-Emissionen. 

Für nahezu jeden Gebäudetyp lässt sich die passende und wirtschaftliche Wärmepumpenlösung finden. Aber: Nicht jede Wärmepumpe ist gleichermaßen für jede Immobilie geeignet. Mit den folgenden sechs Schritten ermitteln Sie alle relevanten Faktoren, um herauszufinden, welche Wärmepumpe am besten zu Ihrem Haus passt.

1. Analysieren Sie Ihren Wärmebedarf

Der individuelle Wärmebedarf ist eine äußerst wichtige Kennzahl bei der Auswahl der passenden Wärmepumpe. Dieser Wert beschreibt die Wärmemenge, die das Heizsystem an kalten Tagen bereitstellen muss, um das gesamte Haus auf die gewünschte Temperatur zu bringen. Der Wärmebedarf bestimmt die erforderliche Leistung Ihrer Wärmepumpe - man spricht auch von der Dimensionierung. 

Diese ist entscheidend für die Effizienz des Systems: Ist die Wärmepumpe zu klein dimensioniert, kann sie den Wärmebedarf des Gebäudes nicht decken und es bleibt kalt. Außerdem läuft die Wärmepumpe ständig auf Volllast, was zu einem hohen Stromverbrauch führt.

Auch eine zu groß dimensionierte Wärmepumpe ist von Nachteil: Sie ist teurer in der Anschaffung und deckt den Wärmebedarf des Hauses zu schnell ab. Das führt zu unregelmäßigen und kurzen Betriebsintervallen – dem sogenannten Takten. Dadurch steigt der Stromverbrauch, Bauteile verschleißen schneller und die Lebensdauer der Wärmepumpe sinkt.

Einfluss auf den individuellen Wärmebedarf haben zum Beispiel folgende Faktoren:

  • die Wohnfläche
  • der Dämmzustand der Immobilie
  • die Art und Größe der Heizkörper
  • die klimatischen Bedingungen des Wohnorts
  • die persönlichen Heiz- und Lüftungsgewohnheiten

Die richtige Dimensionierung einer Wärmepumpe zu ermitteln, ist komplex. Experten können den Wärmebedarf eines Gebäudes mittels einer genormten Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 exakt bestimmten. 

Die folgende Tabelle bietet Ihnen Richtwerte für eine erste Orientierung. Sie zeigt den durchschnittlichen Gesamtwärmebedarf pro Kilowatt und Quadratmeter Wohnfläche anhand von Baujahr und Bauweise einer Immobilie auf.

Um überschlägig zu ermitteln, welche Leistung Ihre Wärmepumpe erbringen muss, multiplizieren Sie die Wohnfläche Ihres Hauses mit dem in der Tabelle angegebenen Wärmebedarf. Für einen teilsanierten Altbau mit 150 m² Wohnfläche ergibt sich so beispielsweise eine erforderliche Heizleistung von 12 kW (150 m² x 0,08 kW/m² = 12 kW). 

2. Wählen Sie die passende Wärmequelle

Wärmepumpen beziehen ihre Energie entweder aus der Luft, dem Wasser oder dem Erdreich. Die Auswahl der Wärmequelle beeinflusst die Wirtschaftlichkeit, aber auch den Flächenbedarf und die Energieeffizienz von Wärmepumpensystemen.   

Nicht jede Wärmepumpe ist für jedes Projekt geeignet. Welche Wärmequelle die richtige ist, hängt von den Gegebenheiten des Gebäudes und des umliegenden Geländes sowie vom Budget ab.  Es ist daher wichtig, die Vor- und Nachteile jeder Wärmequelle sorgfältig abzuwägen und die Entscheidung auf Basis der individuellen Anforderungen und Gegebenheiten zu treffen.

Luft/Wasser-Wärmepumpen:

Luft/Wasser-Wärmepumpen nutzen die Umgebungsluft als Wärmequelle. Sie sind in der Regel günstiger in der Anschaffung und einfacher zu installieren als andere Systeme, da keine aufwendigen Bohrungen oder Grabungen notwendig sind. Luft/Wasser-Wärmepumpen eignen sich daher gut für Bestandsbauten, in denen der Platz begrenzt ist. Ein weiterer Vorteil: Ist eine Flächenheizung oder ein Gebläsekonvektor verbaut, können sie ein Gebäude nicht nur heizen, sondern auch kühlen.

Sole/Wasser-Wärmepumpen:

Sole/Wasser-Wärmepumpen, auch Erdwärmepumpen genannt, nutzen das Erdreich als Wärmequelle. Sie sind eine sehr effiziente Heizlösung, da die Temperaturen in tieferliegenden Erdschichten das ganze Jahr über konstant sind. Die Installation einer Erdwärmepumpe erfordert jedoch aufwendige Bohr- oder Grabungsarbeiten, was die Kosten und den Installationsaufwand erhöht.

Wasser/Wasser-Wärmepumpen: 

Wasser/Wasser-Wärmepumpen nutzen die Wärmeenergie des Grundwassers oder von Oberflächengewässern. Sie sind besonders effizient und haben eine lange Lebensdauer. Ein weiterer Vorteil ist, dass kein Kältemittel benötigt wird. Dieser Wärmepumpentyp erfordert allerdings ebenfalls umfangreiche Baumaßnahmen. Die Nutzung natürlicher Wasserquellen kann genehmigungspflichtig sein.

3. Finden Sie den richtigen Aufstellort

Grundsätzlich gibt es drei Möglichkeiten, eine Wärmepumpe aufzustellen:

  • innen, z. B. im Heizungskeller oder im Hauswirtschaftsraum 
  • außen, z. B. im Garten 
  • aufgeteilt: Luftwärmepumpen in Split-Bauweise haben ihren Aufstellort sowohl innen als auch außen

Für alle Wärmepumpentypen gilt: Je näher sie an dem Medium stehen, aus dem sie die Wärme beziehen, und je kürzer die Leitungswege sind, desto effizienter können sie arbeiten. Sole/Wasser- und Wasser/Wasser-Wärmepumpen werden deshalb in den meisten Fällen im Heizungskeller direkt neben den Bohrungen für die Erd- bzw. Grundwassersonden aufgestellt. Da die Anforderungen an die Witterungsbeständigkeit bei Außengeräten höher sind, sind sie in der Regel auch etwas teurer als Geräte zur Innenaufstellung.

Die Innenaufstellung bietet sich vor allem bei Neubauten an. Dort können der Platzbedarf und die Führung aller Leitungen von Anfang an bei der Bauplanung berücksichtigt werden. Im Bestand ist die Außenaufstellung aus Platzgründen häufiger anzutreffen. Wer jedoch über genügend Freifläche verfügt, kann die Wärmepumpe auch innerhalb eines bestehenden Gebäudes aufstellen.

Als Mittelweg zwischen Innen- und Außenaufstellung kann auch eine Split-Lösung interessant sein. Dabei wird der Kältekreislauf auf zwei Geräte aufgeteilt: Im Außengerät findet die Wärmeerzeugung statt, hier befinden sich Verdampfer und Verdichter. Verflüssiger und Entspannungsventil sind im Innengerät untergebracht. 

4. Ermitteln Sie die benötigte Vorlauftemperatur

Eine wichtige Rolle bei der Auswahl der richtigen Wärmepumpe spielt die Temperatur, auf die das Heizungswasser erwärmt werden muss – die sogenannte Vorlauftemperatur. Schlecht gedämmte Altbauten mit kleinen Heizkörpern haben höhere Vorlauftemperaturen von bis zu 90 °C. In einem gut gedämmten Neubau mit Flächenheizung liegen die Vorlauftemperaturen mit 35 bis 45 °C deutlich niedriger. 

Die maximale Vorlauftemperatur variiert je nach Hersteller und Wärmepumpentyp erheblich. Grundsätzlich bietet der Markt aber Lösungen für jedes Szenario

  • Niedertemperatur-Wärmepumpen für Vorlauftemperaturen bis 55 °C. Sie sind sehr energieeffizient und werden meist im Neubau eingesetzt. 
  • Mitteltemperatur-Wärmepumpen werden bei Vorlauftemperaturen bis 65 °C eingesetzt.
  • Hochtemperatur-Wärmepumpen können Vorlauftemperaturen von bis zu 100 °C erzeugen und kommen vor allem in unsanierten Altbauten zum Einsatz.

Wichtig: Je niedriger die benötigte Vorlauftemperatur ist, desto wirtschaftlicher kann die Wärmepumpe arbeiten. Grundsätzlich lohnen sich Wärmepumpen auch in wenig sanierten Altbauten. Hier kann es aber sinnvoll sein, alte Radiatoren gegen Niedertemperatur-Heizkörper auszutauschen oder Wärmeverluste des Gebäudes durch eine Fassadendämmung oder den Austausch von Fenstern und Türen zu minimieren.

5. Definieren Sie das Budget und maximieren Sie die staatliche Förderung

Auch das zur Verfügung stehende Budget spielt eine Rolle bei der Auswahl der passenden Wärmepumpe. Der finanzielle Aufwand wird maßgeblich durch die Anschaffungskosten für das Grundgerät und die Installationskosten bestimmt.  

Es sollten immer die Gesamtkosten über die gesamte Lebensdauer der Anlage betrachtet werden. Ein höheres Budget ermöglicht unter Umständen die Wahl einer Wärmepumpe mit längerer Lebensdauer und geringeren Betriebskosten, was sich langfristig als kostengünstiger erweisen kann.

Die Kosten für Ihre neue Wärmepumpe lassen sich durch die staatliche Heizungsförderung der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) um bis zu 70 % reduzieren. Das zuletzt im Januar 2024 angepasste staatliche Förderprogramm besteht aus einer Grundförderung und drei verschiedenen Bonuszuschüssen. Die Grundförderung und der Effizienzbonus stehen allen Antragstellern (also z. B. auch Vermietern) offen. Den Einkommensbonus und den Klimageschwindigkeitsbonus können jedoch nur selbstnutzende Eigentümer in Anspruch nehmen.

Lesetipp: Alle wichtigen Fragen zu Fördermöglichkeiten beim Heizungstausch und anderen Sanierungsmaßnahmen beantworten wir in unseren FAQs

Ihre Förderoptionen im Überblick:

Alle Förderboni können frei miteinander kombiniert werden, insgesamt werden aber maximal 70 % der förderfähigen Kosten übernommen. Die Höhe der Förderung lässt sich durch die Erstellung eines individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP) maximieren. 

Der iSFP liefert Ihnen einen Überblick über weitere wirtschaftlich sinnvolle Sanierungsmaßnahmen. Und er lohnt sich sogar doppelt, denn er bringt 

  • einen zusätzlichen iSFP-Bonus von 5 % und 
  • eine Verdoppelung der maximal förderbaren Kosten von 30.000 € auf 60.000 €.

Wichtig: Der individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP), wie ihn die zertifizierten Energie-Effizienz-Experten von 42watt erstellen, gibt Ihnen einen Überblick über alle technisch möglichen sowie energetisch und wirtschaftlich sinnvollen Sanierungsmaßnahmen für Ihr Haus oder Ihre Wohnung. Das Beratungshonorar wird vom BAFA mit bis zu 80 Prozent gefördert.

6. Lassen Sie sich von unabhängigen Experten beraten 

Jedes Haus ist einzigartig. Die Wahl der optimalen Wärmepumpenlösung hängt von vielen Faktoren ab. Eine unabhängige Beratung im Vorfeld ist daher sehr zu empfehlen. Sie hilft Ihnen, Fehler bei Planung, Installation und Betrieb der Wärmepumpe im Alltag zu vermeiden und stellt sicher, dass Sie eine effiziente, zuverlässige und wirtschaftliche Lösung für Ihre Immobilie finden. 

Die unabhängigen Energie-Effizienz-Experten von 42watt begleiten Sie bei allen Schritten auf dem Weg zu Ihrer perfekten Wärmepumpenlösung: 

  1. Wir ermitteln kostenlos und unverbindlich, ob eine Wärmepumpe für Sie wirtschaftlich sinnvoll ist. Im Rahmen eines staatlich geförderten, individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP) erhalten Sie bei Bedarf auch einen Überblick über weitere wirtschaftlich sinnvolle Sanierungsmaßnahmen.
  1. Anhand der energetischen Daten Ihres Hauses berechnen unsere Energie-Effizienz-Experten die Heizlast und planen Ihre Wärmepumpe hochpräzise.
  1. Unser Experte stellt Ihnen die Angebote unserer lokalen Handwerkspartner vor, die wir anhand der Heizlastberechnung vorselektiert und für Sie vergleichbar gemacht haben. So wissen Sie genau, wie hoch die Investitionskosten und das Einsparpotenzial sind.
  1. Wir kümmern uns um alle Förderanträge, damit Sie die maximale Förderung erhalten.

     

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