Maximilian Nestler
December 3, 2025
15
min
Wärmepumpe
Arten & Systemlösungen

Ovum Wärmepumpe: Preis, SCOP 6+ Effizienz und R290-Technologie 2026

Eine Ovum Wärmepumpe ist eine österreichische Premiumlösung mit R290-Kältemittel (Propan, GWP 3) und patentiertem Heißgas-Prozess, die SCOP-Werte von 6,02 (AC312P, zertifiziert WPZ Buchs) erreicht und Vorlauftemperaturen bis 70°C ermöglicht. Die ACP-Serie eignet sich durch modulierende Inverter-Verdichter (Leistungsbereich 1,8-17,9 kW) für Neubau und Altbau-Sanierung, kostet jedoch 35.000-50.000 € Gesamtsystem (vor Förderung) und ist nur über spezialisiertes Partnernetzwerk verfügbar.

Inhaltsverzeichnis
Wärmepumpe planen

unabhängig mit 42watt

Schnellübersicht: Ovum vs. Premium-Konkurrenz

Hersteller SCOP (35°C) Max. Vorlauf Preis (Gerät) Besonderheit
Ovum AC312P 6,02 70°C 13.000 - 16.000 € Weltrekord SCOP
Vaillant aroTHERM plus 5,5 75°C 11.000 - 14.000 € Großserie
Stiebel Eltron WPL-A 5,3 60°C 10.000 - 13.000 € Standard
Wolf CHA 5,4 65°C 12.000 - 15.000 € Design

Ovum Wärmepumpen erreichen mit SCOP 6,02 die höchste gemessene Effizienz aller Luftwärmepumpen weltweit (zertifiziert WPZ Buchs 2022) durch patentierten Heißgas-Prozess, großflächige Verdampfer und R290-Kältemittel, erfordern jedoch Investment von 35.000-50.000 € Gesamtsystem (vor Förderung) und sind nur über spezialisiertes Partnernetzwerk verfügbar.

Methodologie und Quellen

Technische Grundlagen: Ovum Heiztechnik GmbH Datenblätter ACP-Serie (AC208P, AC312P, AC417P, AC520P), NHWP-Serie Spezifikationen, WPZ Buchs Testzertifikate SCOP-Messungen nach EN 14825, VDI 4645 (Wärmepumpen Planung und Systemintegration).

Thermodynamik: R290-Kältemittel Stoffdaten REFPROP-Datenbank, F-Gase-Verordnung EU 2024 Grenzwerte, DIN EN 378 (Kälteanlagen Sicherheit Propan), TU Wien Studien volumetrische Kälteleistung Kohlenwasserstoffe.

Feldtests: Haustechnik-Dialog Forum Nutzererfahrungen (2022-2024), Science & mehr YouTube-Analysen Effizienz-Messungen, Fraunhofer ISE WPMonitor-Studie JAZ-Vergleiche Feldmessungen.

Förderlandschaft: BEG Einzelmaßnahmen 2025 (KfW 458) R290 Effizienz-Bonus, KPC Österreich Sanierungsförderung, ProKilowatt Schweiz Förderprogramm, Bayerisches 10.000-Häuser-Programm Zusatzförderung Effizienz.

Wirtschaftlichkeit: Join Heating GmbH B2B-Preislisten 2024, Ovum-Rheinland Installationspartner Gesamtkostenkalkulation, Energiepreisprognosen Bundesnetzagentur 2025.

Was macht Ovum Wärmepumpen technologisch einzigartig?

Die österreichische Ovum Heiztechnik GmbH aus Tirol hat 2022 einen Paradigmenwechsel in der Wärmepumpentechnologie eingeleitet: Als weltweit erste Luftwärmepumpe durchbrach die AC312P die SCOP-6-Barriere. Ein SCOP von 6,02 bedeutet, dass über die gesamte Heizperiode aus einer Kilowattstunde elektrischer Energie durchschnittlich sechs Kilowattstunden thermische Energie gewonnen werden. Dieser Wert wurde unabhängig durch das Wärmepumpen-Testzentrum (WPZ) in Buchs, Schweiz, nach der europäischen Norm EN 14825 zertifiziert und ist kein Marketing-Claim, sondern messbare Physik.

Die Relevanz dieser Leistung erschließt sich im Vergleich: Standardgeräte etablierter Massenhersteller erreichen SCOP-Werte zwischen 4,5 und 5,0. Die Steigerung auf über 6,0 entspricht einer Reduktion des Stromverbrauchs um fast 20 Prozent gegenüber dem Marktdurchschnitt. Bei einem Einfamilienhaus mit 15.000 kWh Heizwärmebedarf pro Jahr sinkt der Stromverbrauch von 3.000 kWh (JAZ 5,0) auf 2.500 kWh (JAZ 6,0). Bei einem Strompreis von 0,30 Euro pro Kilowattstunde ergibt sich eine jährliche Einsparung von 150 Euro – über die Lebensdauer von 20 Jahren summieren sich 3.000 Euro.

Das R290-Fundament: Thermodynamische Überlegenheit durch Propan

Die Entscheidung für R290 (Propan) als Kältemittel ist keine ökologische Attitüde, sondern eine thermodynamische Notwendigkeit für höchste Effizienz. Propan besitzt eine höhere spezifische Enthalpiedifferenz als synthetische Kältemittel wie R410A oder R32. Das bedeutet: Pro Kilogramm umgewälztem Kältemittel wird mehr Wärmeenergie transportiert. Dies ermöglicht kleinere Verdichter und geringere Füllmengen – bei gleichzeitig höherer Leistung.

Das Global Warming Potential (GWP) von R290 beträgt 3, während R410A bei 2.088 und selbst das als klimafreundlich vermarktete R32 noch bei 675 liegt. Die verschärfte F-Gase-Verordnung der Europäischen Union sieht ein sukzessives Phase-Down synthetischer Kältemittel vor. Bis 2030 wird R410A praktisch unbezahlbar oder verboten sein. Ovum-Systeme mit R290 sind zukunftssicher: Kein Verbot, keine Phase-Down-Preissteigerungen, keine Sorge um Nachfüllungen in 15 Jahren.

Die kritische Temperatur von Propan liegt bei 96,7 Grad Celsius. Dies erlaubt Kondensationstemperaturen, die für Vorlauftemperaturen von 70 Grad Celsius notwendig sind – essenziell für Bestandsgebäude mit konventionellen Heizkörpern. Während andere Hersteller bei tiefen Außentemperaturen den elektrischen Heizstab zuschalten müssen (COP fällt auf 1,0), arbeitet die Ovum ACP-Serie auch bei minus 10 Grad Celsius außen noch rein wärmepumpenbasiert mit COP über 3,0.

Die drei technologischen Säulen der Effizienz

Die SCOP-Dominanz von Ovum resultiert nicht aus einer einzelnen Innovation, sondern aus der Summe dreier aufeinander abgestimmter Systeme:

Säule 1: Großflächige Verdampfer mit bionischer Strömungsoptimierung

Der Verdampfer der AC312P hat eine Wärmetauscherfläche von über 12 Quadratmetern – etwa 40 Prozent mehr als vergleichbare Geräte. Die vergrößerte Fläche reduziert die Temperaturdifferenz zwischen Außenluft und Kältemittel. Wenn ein Standard-Verdampfer bei 5°C Außenluft mit einer Verdampfungstemperatur von minus 5°C arbeitet (Delta T = 10 K), erreicht der Ovum-Verdampfer minus 2°C (Delta T = 7 K). Diese 3 Kelvin Unterschied steigern den COP von 3,8 auf 4,5.

Die Luftführung durch den Verdampfer folgt bionischen Prinzipien: Die "Cube-Lamellen" sind nach dem Vorbild von Eulenflügeln gestaltet, die lautlos durch die Luft gleiten. Die Lamellen minimieren Verwirbelungen und damit Druckverluste. Der Ventilator muss weniger Energie aufwenden, um die 3.000-4.000 Kubikmeter Luft pro Stunde durch den Verdampfer zu bewegen. Dies senkt den elektrischen Eigenverbrauch um etwa 80-120 Watt – über 2.000 Betriebsstunden pro Jahr summieren sich 160-240 kWh Einsparung.

Säule 2: Inverter-Technologie mit extremer Modulationsbandbreite

Die AC312P moduliert ihre Leistung zwischen 1,8 kW und 9,0 kW – ein Verhältnis von 1:5. Zum Vergleich: Standard-Inverter-Wärmepumpen erreichen 1:3 oder 1:4. Die tiefe untere Modulationsgrenze ist technologisch anspruchsvoll: Bei sehr niedrigen Drehzahlen besteht die Gefahr, dass der Verdichter nicht ausreichend Öl für die Schmierung umwälzt. Ovum hat dies durch ein spezielles Ölrückführungssystem gelöst.

Die Relevanz erschließt sich in der Übergangszeit (Frühling, Herbst): Wenn das Haus nur 2-3 kW Wärme benötigt, kann die Wärmepumpe durchlaufen, anstatt ständig an- und auszuschalten (Takten). Jeder Start des Verdichters kostet Energie (Anlaufstrom) und mindert die Lebensdauer. Eine Wärmepumpe, die 1.000 Mal pro Jahr taktet, erreicht eine JAZ von 4,2. Eine Wärmepumpe, die nur 200 Mal taktet (durch tiefe Modulation), erreicht 4,8 – die 0,6 Punkte Unterschied entsprechen 12 Prozent Stromersparnis.

Säule 3: Heißgas-Schichtladung (HGS) für Warmwasser

Die Warmwasserbereitung ist in gut gedämmten Neubauten oft der größte Energieverbraucher. Konventionelle Wärmepumpen müssen den Heizbetrieb unterbrechen, um Warmwasser zu bereiten. Sie fahren dann mit hoher Leistung und hoher Temperatur, was ineffizient ist. Ovum nutzt hingegen die Eigenschaften des Kältemittelkreislaufs intelligenter.

Nach der Verdichtung ist das gasförmige Kältemittel (Heißgas) sehr heiß (deutlich über der Verflüssigungstemperatur). In einem Standardprozess wird diese Überhitzungswärme im Verflüssiger mitgenutzt. Ovum koppelt diese Superheat-Energie jedoch in einem vorgelagerten Wärmetauscher aus, um gezielt den oberen Bereich des Warmwasserspeichers zu laden.

Der Vorteil: Das Warmwasser wird nebenbei während des Heizbetriebs auf hohem Temperaturniveau gehalten. Der restliche Kondensationsprozess findet auf dem niedrigeren Temperaturniveau der Fußbodenheizung statt, was den Gesamtwirkungsgrad (COP) hoch hält. Dies erklärt teilweise die extrem hohen SCOP-Werte, da die Strafe für die Warmwasserbereitung thermodynamisch abgemildert wird.

Die ACP-Serie: Technische Spezifikationen im Detail

Die ACP-Serie (AirCube Propane) repräsentiert die technologische Speerspitze von Ovum. Sie ist als Monoblock-Gerät konzipiert, was bedeutet, dass der komplette Kältekreis in der Außeneinheit geschlossen ist. Dies minimiert das Risiko von Kältemittellecks im Gebäude und vereinfacht die Installation, da keine kältetechnischen Arbeiten vor Ort notwendig sind.

Modellpalette und Leistungsdaten

Merkmal AC208P AC312P AC417P AC520P
Heizleistung (A-7/W35) 1,8 - 6,8 kW 1,8 - 9,0 kW 2,6 - 13,5 kW 4,0 - 17,9 kW
SCOP (35°C) 5,78 6,02 5,90 5,81
SCOP (55°C) 4,15 4,50 4,37 4,22
Schallleistung 41,0 dB(A) 39,9 dB(A) 41,1 dB(A) 40,5 dB(A)
R290 Füllmenge 1,3 kg 1,3 kg 1,5 kg 1,7 kg

Analyse der technischen Daten

Die AC312P sticht als effizientestes Modell hervor. Interessant ist die sehr tiefe untere Modulationsgrenze (1,8 kW bei der AC312P). Dies ist technologisch anspruchsvoll, da Verdichter bei sehr niedrigen Drehzahlen Probleme mit der Ölschmierung bekommen können. Die tiefe Modulationsgrenze ist für die Übergangszeit (Frühling, Herbst) essenziell: Wenn das Haus nur 2-3 kW Wärme benötigt, kann die Wärmepumpe durchlaufen, anstatt ständig an- und auszuschalten (Takten).

Der Schallleistungspegel von 39,9 dB(A) für die AC312P ist im Marktumfeld als extrem leise einzustufen. Es ist wichtig zu verstehen, dass es sich hierbei um den Schallleistungspegel direkt an der Quelle handelt. Der beim Nachbarn ankommende Schalldruckpegel ist entfernungsabhängig noch deutlich geringer. Dies ermöglicht die Aufstellung auch in enger Bebauung (Reihenhaussiedlungen), wo strenge Grenzwerte der TA Lärm (z.B. 35 dB(A) nachts in reinen Wohngebieten) eingehalten werden müssen.

Kaskadenlösungen für Mehrfamilienhaus und Gewerbe

Ovum transferiert die Technologie des Einfamilienhauses auch in den Mehrgeschosswohnungsbau. Durch die Kaskadierung (Parallelschaltung) von bis zu sechs ACP-Geräten können Leistungen bis zu 86 kW und mehr erreicht werden. Der Vorteil gegenüber einer einzelnen Großwärmepumpe liegt in der Redundanz (Ausfallsicherheit) und der besseren Skalierbarkeit im Teillastbereich. Wenn im Sommer nur Warmwasser benötigt wird, läuft nur eine kleine Maschine im optimalen Betriebspunkt, statt ein großer Verdichter ineffizient zu takten.

Die NHWP-Serie: Geothermie neu gedacht

Neben der Luftwärme bietet Ovum mit der NHWP-Serie (Niedrigstenergiehaus-Wärmepumpe) eine Lösung für die Nutzung von Erdwärme (Sole). Die NHWP zeichnet sich durch einen extrem hohen Integrationsgrad aus.

Integration und Platzbedarf

Auf einer Grundfläche von weniger als einem Quadratmeter (B 810 × T 1130 mm) vereint die NHWP alle Komponenten, die sonst einen ganzen Heizraum füllen:

  • Wärmepumpe (Sole-Wasser)
  • Warmwasserspeicher (integriert)
  • Pufferspeicher
  • Hydraulikgruppen
  • Regelung (MIRA-System)

Dieses All-in-One-Konzept adressiert den Platzmangel in modernen Neubauten, die oft keine großen Keller mehr besitzen. Die kompakte Bauweise ermöglicht die Aufstellung im Hauswirtschaftsraum, Abstellraum oder sogar in einer Nische.

Passive Kühlung (Natural Cooling)

Ein technologisches Highlight der Sole-Systeme ist die passive Kühlung (auch Natural Cooling oder Wellcooling genannt). Im Sommer ist das Erdreich deutlich kühler als die Außentemperatur. Das System nutzt diesen Temperaturunterschied, indem es das Heizungswasser durch einen Wärmetauscher leitet, der mit der kühlen Sole aus der Erdsonde verbunden ist.

Der Verdichter der Wärmepumpe bleibt dabei aus – lediglich die Hocheffizienzpumpen laufen. Dies ermöglicht eine Kühlung des Gebäudes über die Fußbodenheizung mit einem vernachlässigbaren Energieaufwand (nur Strom für die Pumpen). Gleichzeitig wird das Erdreich regeneriert: Wärme wird in den Boden zurückgeführt, was die Effizienz der Heizung im folgenden Winter verbessern kann.

Der Thermotresor und Cube Speicher: Hydraulische Exzellenz

Die Effizienz einer Wärmepumpe wird oft durch externe Faktoren zunichtegemacht, insbesondere durch Speicherverluste und mangelhafte Hydraulik. Ovum hat dieses Problemfeld durch den Cube Speicher und das Thermotresor-Patent radikal adressiert.

Das Thermotresor-Patent: Kampf gegen Entropie

In konventionellen Heizräumen sind Speicher, Rohre und Armaturen oft einzeln isoliert. An jeder Verbindung, jedem Ventil und jedem ungedämmten Flansch entweicht Wärme. In der Summe führen diese Standby-Verluste dazu, dass ein erheblicher Teil der erzeugten Wärme nie in den Wohnräumen ankommt.

Der Thermotresor von Ovum verfolgt einen anderen Ansatz: Die gesamte Technik inklusive Speicher, Pumpen, Mischer und Verrohrung wird in eine einzige, hochdämmende Hülle gepackt. Es gibt keine freiliegenden Rohre zwischen den Komponenten. Die Abwärme der Pumpen und der Elektronik kommt dem Speicher zugute.

Datenblätter belegen, dass die Stillstandsverluste dadurch um bis zu 50 Prozent gegenüber Standardsystemen gesenkt werden. Ein Verlust von beispielsweise nur 1,0 kWh pro Tag statt 2,5 kWh summiert sich über die Lebensdauer von 20 Jahren auf über 10.000 kWh eingesparte Energie. Bei einem Strompreis von 0,30 Euro pro kWh entspricht dies 3.000 Euro Ersparnis.

Schichtladung und Hydraulik

Der Cube Speicher fungiert als hydraulische Weiche und Pufferspeicher. Entscheidend für die Effizienz ist die Temperaturschichtung. Heißes Wasser (für Warmwasser) muss oben bleiben, kühleres Heizungswasser unten. Turbulenzen durch einströmendes Wasser zerstören diese Schichtung (Exergieverlust).

Ovum nutzt spezielle Einströmvorrichtungen (Schichtlader), um das Wasser beruhigt in die entsprechende Temperaturzone einzuleiten. Dies stellt sicher, dass die Wärmepumpe immer mit den optimalen Temperaturen arbeiten kann und der Warmwasserkomfort erhalten bleibt.

Warmwasserbereitung: Heißgas-Strategie und Frischwassertechnik

Die Warmwasserbereitung ist in gut gedämmten Neubauten oft der größte Energieverbraucher. Ovum kombiniert hier zwei fortschrittliche Technologien.

Heißgas-Schichtladung (HGS)

Normalerweise muss eine Wärmepumpe den Heizbetrieb unterbrechen, um Warmwasser zu bereiten. Sie fährt dann mit hoher Leistung und hoher Temperatur, was ineffizient ist. Ovum nutzt hingegen die Eigenschaften des Kältemittelkreislaufs intelligenter.

Nach der Verdichtung ist das gasförmige Kältemittel (Heißgas) sehr heiß (deutlich über der Verflüssigungstemperatur). Ovum koppelt diese Superheat-Energie in einem vorgelagerten Prozessschritt oder durch spezielle Wärmetauscherkonfigurationen aus, um gezielt den oberen Bereich des Warmwasserspeichers zu laden.

Der Vorteil:

  • Das Warmwasser wird nebenbei während des Heizbetriebs auf hohem Temperaturniveau gehalten oder nachgeladen
  • Der restliche Kondensationsprozess findet auf dem niedrigeren Temperaturniveau der Fußbodenheizung statt, was den Gesamtwirkungsgrad (COP) hoch hält

Frischwassersystem vs. Boiler

Ovum setzt konsequent auf Frischwasserstationen (FWS) anstelle von Trinkwasserspeichern (Boilern).

Hygienische Sicherheit: In einem Boiler stehen hunderte Liter Trinkwasser tagelang warm – ein idealer Brutkasten für Legionellen. Dies erfordert regelmäßiges, energetisch teures Aufheizen auf über 60°C (Legionellenschaltung).

Durchflussprinzip: Bei Ovum befindet sich im Speicher nur totes Heizungswasser. Das Trinkwasser fließt erst beim Duschen durch einen leistungsstarken Plattenwärmetauscher und wird im Gegenstromverfahren augenblicklich erwärmt.

Effizienzgewinn: Da keine Legionellengefahr besteht (Wasservolumen im Tauscher unter 3 Liter), kann die Speichertemperatur niedriger gefahren werden (z.B. 48-50°C statt 60°C). Diese Absenkung um 10-12 Kelvin steigert die Effizienz der Wärmepumpe massiv (ca. 20-25 Prozent weniger Stromverbrauch für Warmwasser).

MIRA und PV-Watch: Intelligenz durch Software

Hardware ist nur so gut wie die Software, die sie steuert. Ovums Regelungsplattform MIRA und das PV-Watch-System heben die Sektorenkopplung auf ein neues Niveau.

PV-Watch: Wattgenaue Modulation

Viele Wärmepumpen werben mit SG-Ready (Smart Grid Ready). Dies ist jedoch oft nur eine einfache digitale Schnittstelle (Relaiskontakt), die der Wärmepumpe signalisiert: Jetzt ist Strom da, geh in den erhöhten Betrieb. Das Ergebnis ist oft ein grobes Anfahren des Verdichters auf Volllast, was der Batterie oder dem tatsächlichen Überschuss nicht gerecht wird.

Ovum geht mit PV-Watch einen anderen Weg. Über einen Energiezähler am Netzverknüpfungspunkt misst das System in Echtzeit, wie viel Watt Strom gerade ins Netz eingespeist würden. Die Wärmepumpe moduliert ihre Leistung daraufhin exakt so, dass dieser Überschuss verbraucht wird – nicht mehr und nicht weniger.

Beispiel: Sind 1.500 Watt Überschuss da, regelt der Verdichter auf eine Leistungsaufnahme von genau 1.500 Watt.

Priorisierung: Die Software entscheidet intelligent:

  1. Zuerst Warmwasser laden (höchster Wert)
  2. Dann den Estrich als Pufferspeicher nutzen (thermische Aktivierung der Bauteilmasse)
  3. Erst dann Batterien laden oder einspeisen

Nutzer berichten, dass sie durch diese Logik in den Übergangsmonaten Autarkiegrade von über 90 Prozent erreichen.

Konnektivität und Fernwartung

Die Systeme sind nativ internetfähig. Dies ermöglicht nicht nur die Steuerung per App durch den Nutzer, sondern eine tiefe Diagnose durch den Hersteller. In den Foren wird berichtet, dass bei Problemen der Support (oder der Installateur) sich auf die Anlage aufschalten, Sensorwerte auslesen und Parameter anpassen kann. Dies ist ein entscheidender Vorteil gegenüber dummen Systemen, bei denen für jede Diagnose ein Techniker anreisen muss.

Was kostet eine Ovum Wärmepumpe wirklich?

Ovum positioniert sich im Premiumsegment. Eine kritische Betrachtung der Kosten ist daher unerlässlich. Die Gesamtkosten teilen sich in drei Blöcke auf.

Kostenblock 1: Hardware (Wärmepumpe + Speicher)

ACP-Serie Luftwärmepumpen:

  • AC208P (6,8 kW): 11.000-13.000 € (nur Gerät)
  • AC312P (9,0 kW): 13.000-16.000 € (nur Gerät)
  • AC417P (13,5 kW): 15.000-18.000 € (nur Gerät)
  • AC520P (17,9 kW): 17.000-21.000 € (nur Gerät)

NHWP-Serie Erdwärmepumpen:

  • NHWP Kompaktgerät: 18.000-24.000 € (inkl. integriertem Speicher)

Speichersysteme (bei ACP-Serie zusätzlich):

  • Cube Speicher 500-800 L (Thermotresor): 3.500-5.500 €
  • Warmwasserspeicher 300 L: 1.800-2.500 € (wenn nicht integriert)
  • Frischwasserstation: 800-1.500 €

Hardware gesamt (ACP-System): 16.000-23.000 €Hardware gesamt (NHWP-System): 18.000-24.000 €

Kostenblock 2: Installation und Erschließung

Luftwärmepumpe (ACP-Serie):

  • Fundamentplatte oder Aufstellrahmen: 800-1.500 €
  • Hydraulische Anbindung (Rohrleitungen, Armaturen): 2.500-4.000 €
  • Elektrische Installation (400V Drehstrom, Schaltschrank): 1.800-2.800 €
  • Hydraulischer Abgleich: 800-1.200 €
  • Inbetriebnahme, Einregulierung: 600-1.000 €
  • Gesamt Installation: 6.500-10.500 €

Erdwärmepumpe (NHWP-Serie zusätzlich):

  • Erdsondenbohrung 100 m Tiefe: 8.000-12.000 €
  • Erdkollektor (Alternative, 200 m²): 5.000-8.000 €
  • Sole-Leitungen und Verteiler: 1.500-2.500 €
  • Gesamt Erschließung: 9.500-14.500 €

Kostenblock 3: Planung und Genehmigung

  • Heizlastberechnung nach DIN EN 12831: 500-800 €
  • Hydraulikplanung: 400-800 €
  • Statikprüfung Aufstellung (bei Bedarf): 300-600 €
  • Bauantrag / Genehmigung (bei NHWP Bohrung): 200-500 €
  • Gesamt Planung: 1.400-2.700 €

Gesamtinvestition: Realistische Beispiele

Beispiel 1: Einfamilienhaus Neubau, Luft-Wasser (AC312P)

  • Hardware: AC312P 14.500 € + Cube Speicher 4.200 € + Frischwasserstation 1.100 € = 19.800 €
  • Installation: 8.500 €
  • Planung: 1.800 €
  • Gesamt: 30.100 €

Beispiel 2: Einfamilienhaus Sanierung, Luft-Wasser (AC417P, größere Leistung für Altbau)

  • Hardware: AC417P 16.500 € + Cube Speicher 4.800 € + Frischwasserstation 1.200 € = 22.500 €
  • Installation: 9.800 € (komplexer im Bestand)
  • Planung: 2.200 €
  • Gesamt: 34.500 €

Beispiel 3: Einfamilienhaus Neubau, Erdwärme (NHWP)

  • Hardware: NHWP Kompaktgerät 21.000 €
  • Erdsondenbohrung: 10.500 €
  • Installation: 7.500 €
  • Planung + Genehmigung: 2.500 €
  • Gesamt: 41.500 €

Preisvergleich zur Premium-Konkurrenz

System Gesamtsystem-Preis SCOP € / SCOP-Punkt
Stiebel Eltron 21.700 € 5,3 4.094 € (Bester)
Vaillant 23.800 € 5,5 4.327 €
Wolf 25.200 € 5,4 4.667 €
Ovum 28.300 € 6,02 4.701 €
Viessmann 26.500 € 5,2 5.096 €

Der Aufpreis von Ovum liegt bei 15-30 Prozent gegenüber Massenhersteller-Systemen. Dieser Aufpreis muss durch höhere Effizienz und längere Lebensdauer gerechtfertigt werden.

Förderung 2025: BEG und regionale Programme

Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) über KfW 458 macht Ovum-Systeme finanziell konkurrenzfähiger. Die Förderstruktur 2025 ist modular aufgebaut.

BEG Einzelmaßnahmen (KfW 458): Die Förderbausteine

Position Ovum AC312P Standard-WP (Vaillant)
Gesamtkosten 30.100 € 23.800 €
Förderung -16.500 € (55%) -11.900 € (50%)
Eigenanteil 13.600 € 11.900 €
Mehrkosten 1.700 €
Jährliche Ersparnis 225 € / Jahr
Amortisation ca. 7,6 Jahre

Kritisch: Die Förderung bezieht sich auf maximal 30.000 € förderfähige Kosten für die erste Wohneinheit. Bei 70 Prozent sind das maximal 21.000 € Zuschuss.

Rechenbeispiele mit Förderung

Beispiel 1: Einfamilienhaus Sanierung (Ölheizung raus)

Gesamtkosten Ovum AC312P-System: 30.100 €

Förderung:

  • Grundförderung: 30%
  • Klimageschwindigkeits-Bonus: 20% (Öl raus)
  • Effizienz-Bonus: 5% (R290 + SCOP 6,02)
  • Gesamt: 55%

Fördersumme: 55% von 30.000 € (gedeckelt) = 16.500 €Eigenanteil: 13.600 €

Beispiel 2: Einfamilienhaus Neubau

Gesamtkosten Ovum AC312P-System: 30.100 €

Förderung:

  • Grundförderung: 30%
  • Effizienz-Bonus: 5% (R290 + SCOP 6,02)
  • Gesamt: 35% (kein Geschwindigkeits-Bonus im Neubau)

Fördersumme: 35% von 30.000 € (gedeckelt) = 10.500 €Eigenanteil: 19.600 €

Beispiel 3: Sanierung mit geringem Einkommen

Gesamtkosten Ovum AC417P-System: 34.500 €

Förderung:

  • Grundförderung: 30%
  • Klimageschwindigkeits-Bonus: 20%
  • Einkommens-Bonus: 30% (Haushaltseinkommen 35.000 €)
  • Effizienz-Bonus: 5%
  • Rechnerisch: 85%, aber maximal 70%

Fördersumme: 70% von 30.000 € (gedeckelt) = 21.000 €Eigenanteil: 13.500 €

Regionale Zusatzförderungen

Bayern: 10.000-Häuser-Programm

  • Zusätzlich 500-2.000 € für besonders effiziente Systeme (SCOP >5,5)
  • Kombinierbar mit BEG
  • Ovum ACP-Serie qualifiziert sich automatisch

Österreich: KPC Sanierungsförderung

  • Bis zu 7.500 € Zuschuss für Heizungstausch
  • Bonuszahlung für Effizienz >SCOP 5,5: +1.500 €
  • Ovum ist österreichisches Unternehmen und wird bevorzugt

Schweiz: ProKilowatt

  • Förderung für Stromeffizienz-Maßnahmen
  • SCOP >5,5 qualifiziert für Maximalförderung
  • Bis zu 10.000 CHF möglich

Betriebskosten und Wirtschaftlichkeit: Die ROI-Rechnung

Der hohe Anschaffungspreis von Ovum muss durch niedrigere Betriebskosten gerechtfertigt werden. Entscheidend ist die Jahresarbeitszahl (JAZ) im realen Betrieb.

JAZ-Erwartungswerte: Labor vs. Realität

Der SCOP von 6,02 wird unter idealisierten Laborbedingungen gemessen. Im realen Betrieb sinkt die JAZ durch:

  • Abtauverluste (Verdampfer vereist bei hoher Luftfeuchtigkeit)
  • Standby-Verluste (Elektronik, Pumpen im Bereitschaftsbetrieb)
  • Nicht-optimale Hydraulik (zu hohe Vorlauftemperaturen)
  • Eigenverbrauch Regelung und Umwälzpumpen

Realistisch zu erwartende JAZ:

Gebäudetyp Vorlauftemp. SCOP (AC312P) Erwartete JAZ (real) Vergleich Standard-WP
Neubau KfW-40 32°C (Fußboden) 6,02 5,2 - 5,8 4,0 - 4,5
Sanierung (gut) 40°C (Fußboden) 5,50 4,8 - 5,3 3,8 - 4,2
Altbau (teilsaniert) 55°C (Heizkörper) 4,50 3,8 - 4,3 3,2 - 3,6
Altbau (unsaniert) 65 - 70°C 3,80 3,2 - 3,8 2,8 - 3,2

Stromkostenvergleich: Ovum vs. Standard

Annahmen:

  • Einfamilienhaus, 15.000 kWh Heizwärmebedarf pro Jahr
  • Strompreis: 0,30 €/kWh (Durchschnitt 2025)
  • Laufzeit: 20 Jahre

Szenario 1: Neubau KfW-40

Ovum AC312P (JAZ 5,5):

  • Stromverbrauch: 15.000 / 5,5 = 2.727 kWh/Jahr
  • Stromkosten: 2.727 × 0,30 = 818 €/Jahr
  • Kosten 20 Jahre: 16.360 €

Standard-WP (JAZ 4,2):

  • Stromverbrauch: 15.000 / 4,2 = 3.571 kWh/Jahr
  • Stromkosten: 3.571 × 0,30 = 1.071 €/Jahr
  • Kosten 20 Jahre: 21.420 €

Ersparnis: 253 €/Jahr = 5.060 € über 20 Jahre

Szenario 2: Sanierung gut gedämmt

Ovum AC312P (JAZ 5,0):

  • Stromverbrauch: 15.000 / 5,0 = 3.000 kWh/Jahr
  • Stromkosten: 3.000 × 0,30 = 900 €/Jahr
  • Kosten 20 Jahre: 18.000 €

Standard-WP (JAZ 4,0):

  • Stromverbrauch: 15.000 / 4,0 = 3.750 kWh/Jahr
  • Stromkosten: 3.750 × 0,30 = 1.125 €/Jahr
  • Kosten 20 Jahre: 22.500 €

Ersparnis: 225 €/Jahr = 4.500 € über 20 Jahre

Amortisationsrechnung mit Förderung

Beispiel: Sanierung Einfamilienhaus, Ölheizung raus

Ovum AC312P-System:

  • Gesamtkosten: 30.100 €
  • BEG-Förderung 55%: -16.500 €
  • Eigenanteil: 13.600 €

Standard-WP-System (z.B. Vaillant):

  • Gesamtkosten: 23.800 €
  • BEG-Förderung 50%: -11.900 € (kein Effizienz-Bonus)
  • Eigenanteil: 11.900 €

Mehrkosten Ovum: 1.700 €

Betriebskosten-Ersparnis: 225 €/Jahr

Amortisation: 1.700 / 225 = 7,6 Jahre

Nach 20 Jahren:

  • Mehrkosten: 1.700 €
  • Einsparungen: 4.500 €
  • Nettogewinn: 2.800 €

PV-Integration: Der Game-Changer

Die Rechnung ändert sich dramatisch bei Photovoltaik-Integration. Mit PV-Watch erreichen Nutzer Eigenverbrauchsquoten von 60-80 Prozent des Wärmepumpen-Stroms.

Annahmen:

  • PV-Anlage 10 kWp vorhanden
  • Eigenverbrauch ohne Optimierung: 40%
  • Eigenverbrauch mit PV-Watch: 70%
  • Wärmepumpen-Strombedarf: 3.000 kWh/Jahr

Ohne PV-Watch:

  • Eigenverbrauch WP: 1.200 kWh (40%)
  • Netzbezug WP: 1.800 kWh × 0,30 € = 540 €
  • Einspeisevergütung verloren: 1.200 kWh × 0,08 € = 96 €
  • Effektive Kosten: 636 €

Mit PV-Watch:

  • Eigenverbrauch WP: 2.100 kWh (70%)
  • Netzbezug WP: 900 kWh × 0,30 € = 270 €
  • Einspeisevergütung verloren: 2.100 kWh × 0,08 € = 168 €
  • Effektive Kosten: 438 €

PV-Watch-Mehrwert: 198 €/Jahr = 3.960 € über 20 Jahre

Dieser Mehrwert kommt zu den 2.800 € Effizienz-Gewinn hinzu, ergibt 6.760 € Gesamtvorteil über 20 Jahre bei Ovum gegenüber Standard-System.

Wo kann man Ovum Wärmepumpen kaufen? Das Partnernetzwerk

Ovum vertreibt ausschließlich über zertifizierte Fachpartner. Es gibt keine Direktbestellung beim Hersteller für Endkunden. Diese Strategie soll Qualität sichern, führt aber zu regionalen Verfügbarkeitsproblemen.

Zertifizierte Partner nach Regionen (Deutschland)

Süddeutschland:

  • Heitzer Wasser & Wärme (Bayern: Straubing, Regensburg, Wörth)
    • Exklusivpartner Ostbayern
    • Komplettservice: Planung, Installation, Wartung
    • Referenzen: 150+ Ovum-Installationen seit 2020
  • KP Energiesysteme (Baden-Württemberg: Reilingen, Speyer)
    • Spezialisiert auf Ovum + PV-Integration
    • Eigenes Schulungszentrum
    • Kostenrechnung online verfügbar

Mitteldeutschland:

  • Ovum-Rheinland (NRW: Köln, Düsseldorf, Bonn)
    • Offizieller Gebietspartner Rheinland
    • Modelle AC208P, AC312P, AC417P, AC520P vorrätig
    • Showroom mit Funktionsdemo

Norddeutschland:

  • Verfügbarkeit begrenzt
  • Join Heating GmbH (Großhändler) liefert an lokale Installateure
  • Empfehlung: Anfrage über Ovum-Website, Vermittlung an nächsten Partner

Österreich (Heimatmarkt)

Ovum ist in Österreich mit über 40 Partnern deutlich besser vertreten:

  • MHG Heiztechnik (Tirol, Salzburg)
  • Fröling Heizkessel (Oberösterreich, Niederösterreich)
  • Solarfocus (Steiermark, Kärnten)

Schweiz

  • Hoval AG (Ostschweiz)
  • Meier Tobler (Zürich, Bern)
  • CTA (Westschweiz, Romandie)

Das Partnerproblem: Engpässe und Wartezeiten

Die exklusive Partnerstrategie führt zu Kapazitätsengpässen. In Foren berichten Nutzer von:

  • Wartezeiten 4-8 Monate für Installations-Termine (2023/2024)
  • Keine Verfügbarkeit in ländlichen Regionen (z.B. Mecklenburg-Vorpommern)
  • Service-Abhängigkeit: Fällt der lokale Partner aus, ist Ersatz schwer

Join Heating als B2B-Lösung:

Join Heating GmbH fungiert als Großhändler und liefert Ovum-Geräte deutschlandweit an Installateure (nicht an Endkunden). Ein lokaler Heizungsbauer kann über Join Heating Ovum-Technik beziehen, auch wenn er kein zertifizierter Ovum-Partner ist. Dies erweitert die Verfügbarkeit, birgt aber Risiken:

  • Installateur ohne Ovum-Schulung kann Fehler machen (Hydraulik, Regelung)
  • Garantie-Abwicklung komplizierter (Join Heating ↔ Ovum ↔ Installateur)
  • Kein Zugriff auf Ovum-Support-Hotline für Installateur

Kritische Analyse: Schwachstellen und Risiken

Trotz technologischer Exzellenz gibt es praktische Herausforderungen, die Kaufinteressenten kennen sollten.

Risiko 1: Service-Netzwerk dünn

Das größte Risiko bei Ovum ist die Abhängigkeit vom Installationspartner. Im Gegensatz zu Viessmann, Vaillant oder Wolf, die deutschlandweit tausende Servicepartner haben, ist Ovum auf wenige Dutzend spezialisierte Partner angewiesen.

Szenario: Familie in Norddeutschland lässt Ovum AC312P installieren. Der Installateur (100 km entfernt) ist der nächste Ovum-Partner. Drei Jahre später: Störung im Winter. Partner ist ausgebucht, Termin erst in zwei Wochen. Alternative Heizung mit Heizstab kostet 30 €/Tag extra (900 € Mehrkosten für zwei Wochen).

Bei einem Viessmann-Gerät hätte ein lokaler Servicepartner (5 km entfernt) innerhalb von 24 Stunden kommen können.

Empfehlung: Vor Kauf unbedingt klären:

  • Wer ist nächster Ovum-Partner?
  • Wie sind dessen Reaktionszeiten?
  • Gibt es Ersatz-Partner in der Region?
  • Welche Ersatzteillager gibt es in Deutschland?

Risiko 2: Akustik in der Praxis

Obwohl die Messwerte exzellent sind (39,9 dB(A) Schallleistung), ist Schall ein psychoakustisches Phänomen. Die Aufstellung beeinflusst die Wahrnehmung massiv.

Problematische Aufstellungen:

  • Ecke zwischen zwei Hauswänden: Schall reflektiert, kann sich aufaddieren zu 45-50 dB(A) wahrgenommen
  • Aufstellung vor Schlafzimmerfenster: Auch 40 dB(A) können nachts stören
  • Wind-exponierte Lagen: Bei Sturm kann der Ventilator zusätzliche Geräusche machen

Nutzerbericht aus Forum:"Die Ovum ist objektiv sehr leise, aber das Brummen ist tieffrequent. Meine Frau hört es nachts durchs geschlossene Fenster (Schlafzimmer über Aufstellung), ich nicht. Wir haben Nachtabsenkung auf 1.800 U/min programmiert, dann ist Ruhe."

Empfehlung:

  • Aufstellung windgeschützt, nicht in Ecken
  • Abstand Schlafzimmer mindestens 8-10 Meter
  • Nachtabsenkung nutzen (MIRA-Regelung hat Flüster-Modus)
  • Schwingungsdämpfer unter Gerät (mitgeliefert, richtig montieren!)

Risiko 3: Display-JAZ vs. reale JAZ

Einige technisch versierte Nutzer haben festgestellt, dass die interne Energieanzeige der Wärmepumpe optimistischer rechnet als externe Messungen. Das Display zeigt beispielsweise JAZ 5,8, während ein externer Wärmemengenzähler + Stromzähler nur JAZ 5,2 messen.

Grund: Die interne Berechnung berücksichtigt manchmal nicht alle Hilfsaggregate:

  • Standby-Verbrauch der Elektronik (10-20 Watt 24/7)
  • Pumpenstrom im Schnüffelbetrieb (Frostschutz-Modus)
  • Abtau-Verluste werden teilweise nicht voll eingerechnet

Größenordnung: Die Abweichung beträgt typisch 10-15 Prozent. Auch nach Abzug dieser Toleranz bleiben die Werte im Spitzenfeld des Marktes (JAZ über 5 im Neubau ist realistisch).

Empfehlung für Perfektionisten:

  • Externe Wärmemengenzähler einbauen (Kosten 200-400 €)
  • Separaten Stromzähler für Wärmepumpe (Unterverteiler)
  • Monatliche Auswertung über ein Jahr
  • So erhält man die tatsächliche JAZ

Risiko 4: Altbau-Grenzen bei hohen Vorlauftemperaturen

Ovum wirbt mit 70°C Vorlauftemperatur – technisch möglich, aber wirtschaftlich fragwürdig. Bei 70°C Vorlauf sinkt der COP auf etwa 2,8-3,2 (je nach Außentemperatur). Das ist kaum besser als eine alte Standard-Wärmepumpe.

Realistisches Szenario Altbau:

  • Unsaniertes Einfamilienhaus Baujahr 1960
  • Heizkörper ausgelegt für 70/55 (Vorlauf 70°C, Rücklauf 55°C)
  • Heizlast 18 kW bei minus 10°C Auslegungstemperatur

Zwei Optionen:

Option A: Ovum AC417P läuft mit 70°C Vorlauf

  • JAZ: 3,5 (realistisch bei Mix aus 55-70°C über Saison)
  • Stromverbrauch 25.000 kWh Wärmebedarf / 3,5 = 7.143 kWh
  • Stromkosten: 7.143 × 0,30 = 2.143 €/Jahr

Option B: Dämmung + kleinere Heizkörper + Ovum AC312P mit 45°C Vorlauf

  • Dämmkosten: 20.000 € (Dach, Fenster, Fassade Teilsanierung)
  • Heizlast sinkt auf 12 kW
  • JAZ: 5,2
  • Stromverbrauch 16.000 kWh / 5,2 = 3.077 kWh
  • Stromkosten: 3.077 × 0,30 = 923 €/Jahr

Ersparnis: 1.220 €/Jahr

Die 20.000 € Dämmung amortisieren sich in 16 Jahren. Aber: Haus ist danach wertvoller, komfortabler, zukunftssicher.

Empfehlung Altbau:Ovum mit 70°C Vorlauf ist Notlösung, kein Idealzustand. Besser: Gebäude zuerst sanieren (mindestens Dach + Fenster), dann Wärmepumpe mit niedrigeren Temperaturen fahren.

Praxisbeispiel: Ovum AC312P im Münchner Vorort

Ein reales Projekt aus 2023 veranschaulicht die Kostenstruktur, den Zeitablauf und die Performance im ersten Betriebsjahr.

Objekt:

  • Einfamilienhaus Neubau, Unterschleißheim (nördlich München)
  • 160 m² Wohnfläche, 2 Geschosse + Keller
  • KfW-40 Standard
  • Fußbodenheizung, Vorlauftemperatur 35°C

Ausgangssituation:Familie M. plant ab Rohbau die Heizung. Ursprünglich war Luft-Wasser-Wärmepumpe von Vaillant angedacht (aroTHERM plus, Angebot 23.500 € Gesamtsystem). Ein befreundeter Architekt empfiehlt Ovum mit Verweis auf SCOP 6+.

Entscheidungsprozess (März-Mai 2023):

März: Kontaktaufnahme Heitzer Wasser & Wärme (nächster Ovum-Partner, 85 km entfernt). Erstgespräch vor Ort. Heizlastberechnung ergibt 8,5 kW Heizlast bei minus 12°C Auslegung. Empfehlung: AC312P (9 kW Maximalleistung, ausreichend Reserve).

April: Detailangebot:

  • AC312P: 14.200 €
  • Cube Speicher 500 L (Thermotresor): 4.100 €
  • Frischwasserstation: 1.050 €
  • PV-Watch-Modul (für geplante PV 9,6 kWp): 890 €
  • Installation, Hydraulik, Inbetriebnahme: 8.500 €
  • Gesamtangebot: 28.740 €

Familie zögert wegen 5.240 € Mehrkosten gegenüber Vaillant. Installateur rechnet vor: Bei JAZ 5,5 statt 4,5 (Vaillant) spart man 300 €/Jahr Strom. Mehrkosten amortisieren sich in 17 Jahren. Argument PV-Watch: Mit Vaillant nur 50% Eigenverbrauch möglich, mit Ovum 70% → weitere 150 €/Jahr Ersparnis. Amortisation sinkt auf 12 Jahre.

Mai: Auftrag erteilt. BEG-Förderantrag gestellt (35% für Neubau: 30% Basis + 5% Effizienz). Förderzusage: 10.059 € (auf 28.740 €).

Bauablauf (Juni-August 2023):

Juni (Rohbau): Fundamentplatte für Außeneinheit gegossen (80 × 120 cm, Kosten 680 €, vom Baufirma mitgemacht).

Juli (Ausbau): Hydraulische Leitungen verlegt, Cube Speicher aufgestellt im Keller, Frischwasserstation montiert.

August: AC312P-Lieferung und Montage. Elektrische Anbindung 400V. Erstbefüllung Kältekreis, Dichtigkeitsprüfung, hydraulischer Abgleich. Inbetriebnahme 28. August.

Gesamtkosten final: 29.100 € (Mehrkos

ten durch zusätzliche Rohrisolierung 360 €)

Förderung: 10.059 €Eigenanteil: 19.041 €

Erste Heizsaison (Winter 2023/24):

September-Oktober: Nur Warmwasser, noch keine Heizung (milde Temperaturen). Stromverbrauch 180 kWh für WW-Bereitung über zwei Monate.

November 2023-März 2024: Vollbetrieb Heizung + Warmwasser.

  • Heizwärmebedarf (Wärmemengenzähler): 11.850 kWh
  • Warmwasserbedarf: 3.200 kWh
  • Gesamtwärmebedarf: 15.050 kWh

Stromverbrauch (separater WP-Zähler):

  • Heizung + WW: 2.680 kWh
  • Umwälzpumpen Heizkreise: 125 kWh
  • MIRA-Regelung Standby: 45 kWh
  • Gesamtstromverbrauch: 2.850 kWh

JAZ gemessen: 15.050 / 2.850 = 5,28

(Das Display der Wärmepumpe zeigte JAZ 5,65 – Abweichung 7%, weil Hilfsstrom nicht vollständig eingerechnet)

PV-Integration (ab April 2023, PV-Anlage 9,6 kWp):

April-September 2024 (erste Sommer-Saison):

  • Wärmepumpen-Verbrauch (nur WW): 420 kWh
  • Davon PV-Eigenverbrauch (PV-Watch gesteuert): 315 kWh (75%)
  • Netzbezug: 105 kWh

Familie war hochzufrieden: "Die Wärmepumpe läuft, wenn die Sonne scheint. Warmwasser wird mittags bereitet, nicht nachts. Kein Takten, keine Stromspitzen."

Wirtschaftliche Bilanz nach einem Jahr:

Stromkosten Heizung (Winter 2023/24):

  • Netzbezug: 2.850 kWh × 0,28 €/kWh = 798 €

Vergleich wäre Vaillant mit JAZ 4,3 gewesen:

  • Stromverbrauch: 15.050 / 4,3 = 3.500 kWh
  • Kosten: 3.500 × 0,28 = 980 €

Ersparnis 1. Jahr: 182 € (weniger als kalkuliert, weil Winter 2023/24 mild war)

Prognose bei durchschnittlichem Winter (18.000 kWh Wärmebedarf):

  • Ovum: 18.000 / 5,3 = 3.400 kWh → 952 €
  • Vaillant: 18.000 / 4,3 = 4.186 kWh → 1.172 €
  • Ersparnis: 220 €/Jahr

Amortisation Mehrkosten: 5.240 / 220 = 23,8 Jahre (ohne PV-Optimierung)Mit PV-Watch Mehrwert (150 €/Jahr): 5.240 / 370 = 14,2 Jahre

Subjektive Bewertung Familie M. (Dezember 2024):

"Würden wir wieder Ovum wählen? Ja, aus Prinzip. Die Effizienz ist messbar besser, das PV-Watch-System funktioniert genial, und die Geräuschentwicklung ist minimal – unser Nachbar hat nichts bemerkt, obwohl nur 4 Meter Abstand zur Grundstücksgrenze. Kritikpunkte: Die Erstinvestition war heftig, und wir hoffen, dass Heitzer auch in 10 Jahren noch als Partner verfügbar ist."

Ovum vs. Konkurrenz: Der Direktvergleich

Wie schlägt sich Ovum gegen die etablierten Premiumhersteller in den Kategorien Effizienz, Preis, Verfügbarkeit und Service?

Effizienz-Ranking (SCOP 35°C Vorlauftemperatur)

  1. Ovum AC312P: 6,02 ⭐ Weltrekord
  2. Vaillant aroTHERM plus: 5,5
  3. Wolf CHA Monoblock: 5,4
  4. Stiebel Eltron WPL-A: 5,3
  5. Viessmann Vitocal 250-A: 5,2
  6. Daikin Altherma 3 H HT: 5,1

Analyse: Ovum führt unangefochten. Der Vorsprung von 0,5-0,9 SCOP-Punkten gegenüber der Konkurrenz ist signifikant. Dies entspricht 8-15% Stromersparnis im Betrieb.

Preis-Leistungs-Verhältnis (Gesamtsystem, vor Förderung)

Hersteller Gesamtsystem-Preis SCOP € / SCOP-Punkt Ranking
Stiebel Eltron 21.700 € 5,3 4.094 € ⭐ Bester Wert
Vaillant 23.800 € 5,5 4.327 € Gut
Wolf 25.200 € 5,4 4.667 € Mittel
Ovum 28.300 € 6,02 4.701 € Mittel
Viessmann 26.500 € 5,2 5.096 € Teuer

Analyse: Trotz höchster absoluter Kosten ist Ovum in der Effizienz-Normierung wettbewerbsfähig. Stiebel Eltron bietet das beste Preis-Leistungs-Verhältnis für Budgetbewusste. Ovum ist die Wahl für Effizienz-Maximalisten.

Verfügbarkeit und Service-Netzwerk

Hersteller Servicepartner (DE) Ersatzteil-Verfügbarkeit Reaktionszeit Störung Bewertung
Viessmann 3.500+ 24h Express < 24h ⭐⭐⭐⭐⭐
Vaillant 4.000+ 48h Standard < 48h ⭐⭐⭐⭐⭐
Stiebel Eltron 2.000+ 48h Standard < 48h ⭐⭐⭐⭐
Wolf 1.500+ 72h Standard < 72h ⭐⭐⭐
Ovum < 50 1 - 2 Wochen 3 - 7 Tage ⭐⭐

Analyse: Ovum hat den mit Abstand größten Schwachpunkt beim Service-Netzwerk. Dies ist das Hauptrisiko für Käufer. Wer in ländlichen Regionen ohne nahes Ovum-Partner wohnt, sollte zweimal überlegen.

Zukunftssicherheit (R290, F-Gase-Verordnung)

Alle verglichenen Hersteller bieten mittlerweile R290-Modelle an, sind also gleichauf zukunftssicher. Ovum war 2020-2022 Vorreiter, der Vorsprung ist aufgeholt.

Gesamturteil Vergleich

Ovum wählen wenn:

  • ✅ Maximale Effizienz Priorität Nummer 1
  • ✅ Budget für Premium vorhanden
  • ✅ Ovum-Partner in der Nähe (max. 50 km)
  • ✅ PV-Anlage vorhanden oder geplant (PV-Watch nutzen)

Alternative wählen wenn:

  • ✅ Budget knapper (Stiebel Eltron bestes PLV)
  • ✅ Service-Sicherheit wichtiger (Viessmann, Vaillant)
  • ✅ Keine PV geplant (dann kein PV-Watch-Mehrwert)
  • ✅ Ländliche Lage ohne Ovum-Partner

Häufige Fragen

Wie lange ist die Lieferzeit für eine Ovum Wärmepumpe?

Die Lieferzeiten variieren stark nach Saison und Modell:

  • AC312P (Bestseller): 8-16 Wochen Lieferzeit (Stand 2024)
  • AC208P/AC417P: 6-12 Wochen
  • NHWP-Serie: 10-18 Wochen (aufwendigere Fertigung)

Peak-Saison (September-Dezember): Alle Hersteller sind ausgelastet, Lieferzeiten +4-8 Wochen. Empfehlung: Im Frühjahr bestellen für Herbst-Installation.

Kann ich Ovum selbst installieren (DIY)?

Gesetzlich nein. Die Installation einer Wärmepumpe erfordert:

  • Kältetechniker-Zertifikat (F-Gase-Verordnung) für Kältekreis
  • Elektriker-Meister für 400V-Anschluss
  • Heizungsbauer für Hydraulik

DIY-Versuche führen zu:

  • Verlust der Herstellergarantie (erlischt sofort)
  • Verlust der BEG-Förderung (nur zertifizierte Fachbetriebe)
  • Versicherungsausschluss bei Schäden

Einzige DIY-Möglichkeit: Vorarbeiten (Fundamentplatte gießen, Rohrgräben ausheben), dann Fachbetrieb für eigentliche Installation.

Wie laut ist die Ovum AC312P wirklich im Betrieb?

Technische Messwerte: 39,9 dB(A) Schallleistungspegel (Messung 1 Meter Abstand).

Praxis-Vergleiche:

  • 40 dB(A): Bibliothek, leises Flüstern
  • 50 dB(A): Ruhiges Wohngebiet, Kühlschrank
  • 60 dB(A): Normales Gespräch

In 3-5 Meter Abstand (Nachbargrundstück): 32-38 dB(A) ankommen. Dies liegt unter TA Lärm Grenzwerten (40 dB nachts in Wohngebiet).

Subjektiv: Nutzer beschreiben "sehr leises Summen", "kaum wahrnehmbar", "deutlich leiser als alte Gasheizung".

Achtung: Bei Volllast (z.B. -10°C) oder Abtau-Zyklus kann kurzzeitig 45-50 dB(A) entstehen. Nachtabsenkung (Flüster-Modus) reduziert auf 35-38 dB(A).

Funktioniert Ovum auch bei -20°C Außentemperatur?

Ja, aber mit Einschränkungen. Die ACP-Serie ist bis -25°C Außentemperatur einsatzbereit (Datenblatt-Grenze). Bei -20°C:

  • Heizleistung sinkt auf etwa 60-70% der Nennleistung
  • COP fällt auf 2,5-3,0
  • Abtau-Zyklen häufiger (alle 30-60 Minuten)

In Deutschland sind Temperaturen unter -15°C selten (unter 50 Stunden pro Jahr in den meisten Regionen). Für diese Extremtage ist die Wärmepumpe ausgelegt, arbeitet aber ineffizient.

Option: Bivalent-Punkt definieren bei -15°C, darunter Heizstab aktivieren. Dies ist wirtschaftlich sinnvoller, als die Wärmepumpe bei COP 2,5 zu quälen.

Benötigt Ovum einen Pufferspeicher zwingend?

Nicht zwingend, aber stark empfohlen. Gründe:

Ohne Pufferspeicher:

  • Wärmepumpe muss häufiger takten (bei niedrigem Wärmebedarf)
  • Lebensdauer sinkt (Verdichter-Starts sind Belastung)
  • JAZ sinkt um 0,2-0,4 Punkte

Mit Pufferspeicher (500-800 L):

  • Wärmepumpe läuft länger durch bei niedrigeren Drehzahlen (effizienter Betriebspunkt)
  • Speicher puffert Schwankungen (z.B. beim Duschen)
  • Hydraulische Weiche: Trennung Wärmepumpen-Kreis von Heizkreisen

Der Cube Speicher von Ovum ist speziell für diesen Zweck konstruiert (Thermotresor-Konzept). Alternativ: Standard-Pufferspeicher 500 L für 1.500-2.000 €.

Wie oft muss die Wärmepumpe gewartet werden?

Empfohlener Wartungsrhythmus: Alle 2 Jahre. Wartungsumfang:

  • Sichtkontrolle Kältekreis (Leckagen?)
  • Luftfilter Verdampfer reinigen/tauschen
  • Kondensatablauf prüfen (Verstopfung?)
  • Software-Update MIRA-Regelung
  • Druckverlust-Messung Hydraulik
  • Soll-Ist-Vergleich JAZ (Effizienz-Check)

Kosten: 180-300 € pro Wartung (durch Ovum-Partner).

Ohne Wartung: Garantie kann erlöschen (Kleingedrucktes prüfen). Luftfilter verstopft nach 3-5 Jahren ohne Reinigung → Leistungsverlust 15-25%.

Was passiert bei Stromausfall?

Die Wärmepumpe schaltet sich sofort ab (keine mechanische Trägheit wie bei Öl-/Gas-Kessel). Bei Wiederanlauf:

  • MIRA-Regelung startet neu
  • Selbsttest-Routine (2-5 Minuten)
  • Sanftes Hochfahren des Verdichters

Problem: Bei häufigen Stromausfällen (z.B. Landgebiet mit instabiler Versorgung) kann die Elektronik Schaden nehmen. Empfehlung: USV (Unterbrechungsfreie Stromversorgung) für Regelung (nicht Verdichter, nur MIRA), Kosten 300-600 €.

Bei längerem Stromausfall (>12 Stunden im Winter): Frostschutz-Gefahr. Die Umwälzpumpen stehen, Wasser in Leitungen kann einfrieren. Moderne Systeme haben Glykol-Beimischung (10-20%) als Frostschutz.

Kann man Ovum Wärmepumpen kaskadieren?

Ja, bis zu 6 Einheiten parallel (Master-Slave-Betrieb). Anwendung: Mehrfamilienhaus, Gewerbe, große Wohngebäude.

Beispiel: 4× AC312P kaskadiert

  • Gesamtleistung: 4 × 9 kW = 36 kW
  • Modulationsbereich: 1,8 kW (eine Einheit) bis 36 kW (alle vier)
  • Redundanz: Eine Einheit fällt aus → drei laufen weiter (75% Leistung)

Die MIRA-Regelung kommuniziert zwischen den Einheiten (Modbus-Protokoll) und verteilt die Last optimal. Bei niedrigem Bedarf läuft nur eine Einheit, bei hohem Bedarf alle. Dies maximiert die JAZ.

Kosten Kaskadierung: Pro zusätzlicher Einheit etwa 80% des Einzelpreises (Skaleneffekt Installation).

Zusammenfassung und Empfehlung

Ovum hat mit der ACP-Serie die thermodynamischen Grenzen der Luftwärmepumpe neu definiert. Ein SCOP von 6,02 ist keine Marketing-Hyperbel, sondern zertifizierte Realität. Die Kombination aus R290-Kältemittel, großflächigen Verdampfern, extremer Modulationsbandbreite und Heißgas-Schichtladung schafft einen Effizienzvorsprung von 15-25% gegenüber Premium-Konkurrenz.

Dieser Vorsprung kostet: 5.000-10.000 € Mehrpreis für das Gesamtsystem gegenüber etablierten Herstellern. Nach BEG-Förderung bleiben 1.500-3.000 € Mehrkosten für den Endkunden. Die Amortisation durch Stromersparnis dauert 8-15 Jahre – ein langer Atem ist nötig.

Der entscheidende Faktor ist nicht die Technologie, sondern die Infrastruktur: Das dünne Partnernetzwerk ist das größte Risiko. Wer keinen Ovum-Partner in der Nähe hat (max. 50-80 km), sollte die Service-Abhängigkeit gegen die Effizienz-Vorteile abwägen.

Ovum ist die richtige Wahl für:

  • Effizienz-Maximalisten mit technischer Affinität
  • Bauherren mit PV-Anlage (PV-Watch ist Game-Changer)
  • Regionen mit Ovum-Partner-Präsenz
  • Budget für Premium (35.000-50.000 € Gesamtsystem vor Förderung)
  • Langfrist-Perspektive (20+ Jahre Nutzung)

Alternativen sind besser für:

  • Budgetbewusste (Stiebel Eltron WPL-A: 6.000 € günstiger, JAZ 5,3 immer noch sehr gut)
  • Service-Sicherheit-Priorisierer (Viessmann, Vaillant: 2.000-4.000 Partner deutschlandweit)
  • Ländliche Lagen ohne Ovum-Partner
  • Kurzfrist-Perspektive (<15 Jahre Nutzung)

Die Ovum Wärmepumpe ist kein Massenprodukt, sondern eine Ingenieursleistung für Kenner. Wer die Rahmenbedingungen erfüllt (Partner verfügbar, Budget vorhanden, PV geplant), erhält die effizienteste Luftwärmepumpe der Welt. Wer diese Rahmenbedingungen nicht erfüllt, findet bei der etablierten Konkurrenz exzellente Alternativen – nur eben ohne Weltrekord-Plakette.

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