COP Wärmepumpe: Bedeutung, Formel und aktuelle Werte
Der COP (Coefficient of Performance) ist das Verhältnis von abgegebener Wärmeleistung zu aufgenommener elektrischer Leistung einer Wärmepumpe unter genormten Testbedingungen. Der Wert stammt aus dem Labor und beschreibt nur einen einzelnen Betriebspunkt, etwa bei 7 Grad Celsius Außentemperatur. Für die reale Jahreseffizienz im eigenen Haus sind SCOP und Jahresarbeitszahl (JAZ) aussagekräftiger.
Das Wichtigste in Kürze
- COP = Verhältnis Wärmeleistung zu Stromaufnahme im Labor nach EN 14511
- JAZ Luft-Wasser-Wärmepumpe im Bestand: Ø 3,4, Spanne 2,6–4,9 (Fraunhofer ISE, 11/2025)
- JAZ Sole-Wasser-Wärmepumpe im Bestand: Ø 4,3, Spanne 3,6–5,4 (Fraunhofer ISE, 11/2025)
- Aktuelle Luft-Wasser-COP-Werte (Labor, A7/W35): 3,5–5,0
- BEG-458-Grundförderung ab 21.07.2026: 30 %, Kombinationsdeckel 70 % (80 % bei ≤ 40.000 € Einkommen)
- Klimageschwindigkeitsbonus 16 %, Einkommensbonus gestaffelt 40 %/30 %/10 %
- Effizienzbonus (vormals 5 % für natürliche Kältemittel) seit 21.07.2026 entfallen
- COP ≠ JAZ: nur die JAZ bildet die realen Betriebskosten ab
Was bedeutet der COP-Wert bei einer Wärmepumpe?
Der COP gibt an, wie viele Kilowattstunden Wärme eine Wärmepumpe aus einer Kilowattstunde Strom erzeugt. Er wird unter festen Laborbedingungen gemessen. Die Prüfnorm EN 14511 legt dafür feste Temperaturpaare fest. Ein Beispiel ist A7/W35: 7 Grad Celsius Außenlufttemperatur und 35 Grad Celsius Vorlauftemperatur. Ein COP von 4,0 bedeutet: Aus 1 Kilowattstunde Strom entstehen 4 Kilowattstunden Wärme. Die Abkürzung COP steht für "Coefficient of Performance", auf Deutsch Leistungszahl. Der Begriff stammt aus der Kältetechnik. Dort beschreibt er das Verhältnis von Nutzenergie zu eingesetzter Antriebsenergie. Wichtig: Eine Gasheizung nutzt keinen COP. Ihre Effizienz heißt Wirkungsgrad oder Nutzungsgrad und wird in Prozent angegeben, meist 90 bis 98 Prozent bei Brennwertgeräten.
Die COP-Formel einfach erklärt
Die Formel lautet: COP = Wärmeleistung (kW) ÷ elektrische Leistungsaufnahme (kW). Eine Wärmepumpe mit 8 Kilowatt Heizleistung bei 2 Kilowatt Stromaufnahme erreicht einen COP von 4,0. Die theoretische Obergrenze setzt der Carnot-Wirkungsgrad: COP_max = T_warm ÷ (T_warm − T_kalt), beide Werte in Kelvin. Je kleiner der Temperaturunterschied zwischen Wärmequelle und Vorlauf, desto höher liegt dieses Maximum. Reale Wärmepumpen erreichen in der Praxis etwa 40 bis 60 Prozent dieses theoretischen Werts. Verdichter, Wärmetauscher und Kältemittel verursachen zusätzliche Verluste.
Wie unterscheiden sich COP, SCOP und JAZ?
COP, SCOP und JAZ messen die Effizienz einer Wärmepumpe auf drei unterschiedlichen Zeithorizonten. Der COP ist eine Momentaufnahme im Labor. Der SCOP (Seasonal Coefficient of Performance) rechnet mehrere COP-Werte über ein europäisches Referenzklima zu einer theoretischen Jahreskennzahl zusammen. Er ist nach EN 14825 genormt. Die Jahresarbeitszahl (JAZ) misst dagegen die tatsächliche Effizienz einer konkreten Anlage über ein volles Betriebsjahr. Fachbetriebe ermitteln sie über Wärmemengen- und Stromzähler oder berechnen sie vorab nach VDI 4650 Blatt 1. Nur die JAZ berücksichtigt reales Nutzerverhalten, das Wetter am Standort und die Warmwasserbereitung.
| Kennzahl | Zeithorizont | Normgrundlage | Aussagekraft für Betriebskosten |
|---|---|---|---|
| COP | Ein Betriebspunkt (Labor) | EN 14511 | Gering, nur Modellvergleich |
| SCOP | Theoretische Heizperiode | EN 14825 | Mittel, standardisierte Annahmen |
| JAZ | Reales Betriebsjahr | VDI 4650 Blatt 1 / Messung | Hoch, bildet den eigenen Betrieb ab |
Verbalisiert heißt das: Ein Datenblatt mit COP 5,0 sagt wenig darüber aus, was die Anlage im eigenen Haus tatsächlich kostet. Für die Kaufentscheidung bleibt der COP ein erster Anhaltspunkt zum Modellvergleich. Für die eigene Kostenplanung zählt die JAZ. Einen vertieften Blick auf realistische JAZ-Werte, deren Berechnung und Optimierung liefert der Beitrag zur Jahresarbeitszahl von Wärmepumpen.
Welche COP-Werte erreichen Wärmepumpen nach Typ?
Aktuelle Premiummodelle erreichen laut Herstellerdatenblättern COP-Werte zwischen 4,0 und 5,5 an günstigen Testpunkten wie A7/W35. Die genaue Höhe hängt vom Wärmepumpentyp ab. Die folgende Tabelle zeigt typische Laborwerte je Wärmequelle. Sie ist von den real gemessenen Jahreswerten zu unterscheiden.
| Wärmepumpentyp | Wärmequelle | COP-Bereich (Labor, günstiger Testpunkt) | Realistische JAZ im Bestand (Fraunhofer ISE) |
|---|---|---|---|
| Luft-Wasser-Wärmepumpe | Außenluft | 3,5 – 5,0 | Ø 3,4 (Spanne 2,6 – 4,9) |
| Sole-Wasser-Wärmepumpe | Erdreich | 4,5 – 5,5 | Ø 4,3 (Spanne 3,6 – 5,4) |
| Wasser-Wasser-Wärmepumpe | Grundwasser | 5,0 – 6,0 | keine belastbare deutsche Feldstudie verfügbar |
Die Fraunhofer-ISE-Werte stammen aus einer vierjährigen Feldmessung an 77 Wärmepumpen in Ein- bis Dreifamilienhäusern. Das Institut veröffentlichte sie im November 2025. Sie zeigen: Innerhalb desselben Wärmepumpentyps liegt die reale Effizienz stark auseinander, obwohl viele Geräte ähnliche Labor-COP-Werte aufweisen. Grundwasser als Wärmequelle liefert wegen der konstant milden Quellentemperatur von 10 bis 15 Grad Celsius die höchsten Labor-COP-Werte. Eine unabhängige Feldstudie mit ausreichender Stichprobe für Wasser-Wasser-Anlagen in Deutschland liegt bislang nicht vor.
Was ist ein guter COP-Wert für eine Wärmepumpe?
Ein COP ab 4,0 bei A7/W35 gilt bei Luft-Wasser-Wärmepumpen als guter Laborwert. Für Erd- und Grundwasser-Wärmepumpen liegt die Marke bei etwa 4,5 bis 5,0. Werte über 6,0 oder gar 8,0, wie sie gelegentlich in Werbematerial kursieren, entstehen nur unter sehr günstigen Testbedingungen mit kleinem Temperaturhub. Für den Heizbetrieb im deutschen Winter sind sie nicht repräsentativ. Wichtiger als ein einzelner Spitzenwert ist die Bandbreite über verschiedene Prüfpunkte. Bei tieferen Außentemperaturen oder höherer Vorlauftemperatur sinkt der COP spürbar. Grund: Der Verdichter muss einen größeren Temperaturunterschied überwinden. Für die Kaufentscheidung lohnt sich deshalb der Blick auf den SCOP oder direkt auf eine JAZ-Prognose nach VDI 4650, nicht auf den günstigsten Einzelwert im Prospekt.
Welche Mindestwerte verlangt die BEG-Förderung 2026?
Für die BEG-458-Förderung zählt seit der Reform vom 21. Juli 2026 vor allem die Listung der Wärmepumpe im Wärmeerzeuger-Portal (WEP) des BAFA. Ein separater fester JAZ-Schwellenwert spielt dabei keine zentrale Rolle mehr. Frühere Ratgeber nennen häufig eine pauschale Mindest-JAZ von 2,7 für die Förderberechtigung. Dieser Wert ist veraltet. Das BAFA prüft die technischen Mindestanforderungen direkt am gelisteten Gerät. Für die Anlagenplanung bleibt eine JAZ ab 3,0 (Luft-Wasser) beziehungsweise 3,8 (Sole-/Wasser-Wasser) der gängige fachliche Referenzwert nach VDI 4650, unabhängig von der reinen Förderprüfung.
Die Fördersätze selbst haben sich zum 21. Juli 2026 verändert:
| Förderbaustein | Höhe ab 21.07.2026 | Voraussetzung |
|---|---|---|
| Grundförderung | 30 % | Für alle förderfähigen Wärmepumpen aus dem WEP |
| Klimageschwindigkeitsbonus | 16 % | Austausch Öl-, Kohle-, Nachtspeicherheizung oder ≥ 20 Jahre alte Gasheizung |
| Einkommensbonus | 40 % / 30 % / 10 % | Haushaltsjahreseinkommen bis 30.000 € / 40.000 € / 50.000 € |
| Effizienzbonus | entfällt | Bis 20.07.2026 noch 5 % für natürliche Kältemittel, seither gestrichen |
| Kombinationsdeckel | 70 % (80 % bei ≤ 40.000 € Einkommen) | Summe aller Boni |
Der Förderhöchstbetrag für die erste Wohneinheit liegt bei 28.000 Euro. Er sinkt ab dem 1. Februar 2027 halbjährlich um 750 Euro. Der Klimageschwindigkeitsbonus sinkt im gleichen Rhythmus um 4 Prozentpunkte. Die vollständigen Antragsschritte und weitere Fördertöpfe erklärt der Beitrag zur BAFA-Förderung für Wärmepumpen.
Wie wirkt sich der COP-Wert auf die Stromkosten aus?
Für die Stromkosten zählt nicht der Labor-COP, sondern der reale Jahres-Wirkungsgrad (JAZ) der Anlage im eigenen Haus. Die folgende Beispielrechnung zeigt das für ein Einfamilienhaus mit 15.000 Kilowattstunden Jahreswärmebedarf und einem Wärmepumpen-Stromtarif von 24 Cent pro Kilowattstunde.
| Jahres-Wirkungsgrad (JAZ) | Stromverbrauch | Jahreskosten |
|---|---|---|
| 3,0 (unsanierter Altbau) | 5.000 kWh | 1.200 € |
| 3,5 (teilsaniert) | 4.286 kWh | 1.029 € |
| 4,0 (saniert/Neubau) | 3.750 kWh | 900 € |
| 4,5 (sehr gut ausgelegt) | 3.333 kWh | 800 € |
| 5,0 (Erdwärme, optimal) | 3.000 kWh | 720 € |
Verbalisiert: Die Differenz zwischen JAZ 3,0 und JAZ 5,0 beträgt bei diesem Wärmebedarf 480 Euro pro Jahr. Über 15 Betriebsjahre summiert sich das auf rund 7.200 Euro. Zum Vergleich: Eine Gas-Brennwertheizung benötigt für denselben Wärmebedarf bei 95 Prozent Nutzungsgrad rund 15.789 Kilowattstunden Gas. Bei einem Gaspreis von 12,07 Cent pro Kilowattstunde (BDEW-Gaspreisanalyse) ergeben sich daraus rund 1.906 Euro Jahreskosten. Das liegt über jedem der fünf Wärmepumpen-Szenarien oben. Die genauen Gesamtkosten je Wärmepumpen-Art, inklusive Anschaffung und Wartung, zeigt der Beitrag zu Wärmepumpe-Kosten.
Was senkt den COP-Wert in der Praxis?
Eine zu hohe Vorlauftemperatur, eine falsche Dimensionierung und fehlende Wartung senken den erreichbaren COP am stärksten. Jedes Kelvin niedrigere Vorlauftemperatur spart nach Praxiserfahrung rund 2 bis 3 Prozent Stromverbrauch. Der Verdichter muss dann einen kleineren Temperaturhub überwinden. Eine überdimensionierte Anlage taktet häufiger. Sie arbeitet dadurch ineffizienter als eine passend ausgelegte. Wie die passende Anlagengröße über die Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 ermittelt wird, zeigt der Beitrag zur Dimensionierung der Wärmepumpe im Detail. Verschmutzte Luftfilter oder ein sinkender Kältemittel-Füllstand kosten zusätzlich mehrere Prozentpunkte Effizienz. Eine jährliche Wartung vermeidet diesen schleichenden Verlust. Wie eine Luft-Wasser-Wärmepumpe im Detail funktioniert und welche Faktoren dort zusätzlich die Effizienz beeinflussen, erklärt der Beitrag zur Luft-Wasser-Wärmepumpe.
Häufig gestellte Fragen zum COP-Wert
Wofür steht die Abkürzung COP?
COP steht für "Coefficient of Performance", auf Deutsch Leistungszahl. Der Begriff kommt aus der Kältetechnik und beschreibt das Verhältnis von Nutzwärme zu eingesetzter elektrischer Energie.
Ist ein COP von 8 bei einer Wärmepumpe realistisch?
Nein, im normalen Heizbetrieb nicht. Werte um 8 entstehen höchstens bei extrem kleinem Temperaturhub, etwa bei milder Außentemperatur und sehr niedriger Vorlauftemperatur. Für die reale Heizperiode in Deutschland sind COP-Werte zwischen 3,0 und 5,5 realistisch.
Was ist der Unterschied zwischen COP und JAZ?
Der COP misst einen einzelnen Betriebspunkt im Labor nach EN 14511. Die JAZ misst die tatsächliche Effizienz einer Anlage über ein volles Betriebsjahr im eigenen Haus. Für die Kostenplanung ist die JAZ die relevante Kennzahl.
Wie berechnet man den COP-Wert?
COP = Wärmeleistung in Kilowatt geteilt durch elektrische Leistungsaufnahme in Kilowatt. Eine Anlage mit 8 Kilowatt Heizleistung bei 2 Kilowatt Stromaufnahme erreicht einen COP von 4,0.
Wie hoch ist der COP einer Wärmepumpe bei 0 Grad Außentemperatur?
Das hängt vom Prüfpunkt A2/W35 oder A-7/W35 im Datenblatt ab, üblich sind Werte zwischen 3,0 und 4,0. Der COP sinkt mit fallender Außentemperatur. Grund: Der Temperaturunterschied zur Vorlauftemperatur wächst.
Gilt der COP auch für Gasheizungen?
Nein. Gasheizungen geben ihre Effizienz als Wirkungsgrad oder Nutzungsgrad in Prozent an, nicht als COP. Der COP ist eine Kennzahl für Wärmepumpen und Kältemaschinen.
Welche Mindest-JAZ braucht eine Wärmepumpe für die Förderung 2026?
Die BEG-458-Förderung prüft seit dem 21. Juli 2026 vor allem die Listung im Wärmeerzeuger-Portal des BAFA. Als fachlicher Planungswert gilt weiterhin eine JAZ ab 3,0 für Luft-Wasser- und ab 3,8 für Sole-/Wasser-Wasser-Wärmepumpen, nachgewiesen nach VDI 4650.
Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE), Verein Deutscher Ingenieure (VDI-Richtlinie 4650), DIN EN 14511, DIN EN 14825, KfW Bankengruppe, Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW).


