Max Nestler
September 25, 2026
Lesezeit
12
Minuten
Wärmepumpe
Grundlagen

Einrohrheizung: erkennen, Ventile, hydraulischer Abgleich & Wärmepumpe

Eine Einrohrheizung verbindet alle Heizkörper eines Kreises über eine einzige Ringleitung, statt jeden Heizkörper an getrennten Vor- und Rücklauf anzuschließen. In Deutschland arbeiten nach Schätzungen 1 bis 1,7 Millionen solcher Anlagen, vor allem in Häusern aus den 1970er- und 1980er-Jahren. Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie das System erkennen, die Ventile richtig einordnen, den hydraulischen Abgleich planen und eine Wärmepumpe prüfen.

Inhaltsverzeichnis
Wärmepumpe planen

unabhängig mit 42watt

Das Wichtigste in Kürze

  • Prinzip: 1 Ringleitung, Heizkörper nacheinander mit Bypass
  • Heizkörperanteil: standardmäßig 35 % des Ringwassers
  • Bestand in Deutschland: ca. 1 bis 1,7 Mio. Anlagen (Schätzungen)
  • Temperaturabfall: ca. 2,9 K je Heizkörper im 42watt-Rechenbeispiel
  • Hydraulischer Abgleich: je Ring, Spreizung 15–20 K (ZVSHK/VdZ-Fachregel)
  • Abgleich-Pflicht: ab 6 Wohnungen nach § 60c GModG
  • Wärmepumpen-Test: max. 55 °C Vorlauf bei −10 °C Außentemperatur
  • BAFA-Förderung Heizungsoptimierung: 15 %, auch für Umbau auf Zweirohr

Was ist eine Einrohrheizung?

Eine Einrohrheizung ist eine Warmwasserheizung, bei der mehrere Heizkörper nacheinander an einer gemeinsamen Ringleitung hängen. Vor- und Rücklauf jedes Heizkörpers enden an derselben Leitung. An jedem Heizkörper sitzt eine Einrohr-Armatur mit Bypass, also einer Kurzschlussstrecke. Sie leitet nur einen Teil des Wassers durch den Heizkörper, der Rest fließt im Ring weiter.

Die Zweirohrheizung ist das Gegenstück. Dort bekommt jeder Heizkörper Wasser aus einem eigenen Vorlauf und gibt es über einen eigenen Rücklauf zurück. Die VdZ – Wirtschaftsvereinigung Gebäude und Energie urteilt: „Im Vergleich zu einer Zweirohrheizung kann die Einrohrheizung in Bezug auf Regelfähigkeit, Effizienz und Komfort systembedingt nicht mithalten." Der direkte Systemvergleich steht im Beitrag Einrohr vs. Zweirohrsystem.

MerkmalEinrohrheizungZweirohrheizung
Leitungen1 Ringleitung je Kreisgetrennter Vor- und Rücklauf
Vorlauf am Heizkörpersinkt von Heizkörper zu Heizkörperan allen Heizkörpern gleich
Volumenstrom im Ringannähernd konstantpasst sich dem Bedarf an
Hydraulischer Abgleichje Ring, mit erhöhtem Planungsaufwandje Heizkörper, Standardverfahren
Einbau-Schwerpunkt1970er/1980erheutiger Standard

Wie funktioniert eine Einrohrheizung?

In einer Einrohrheizung fließen standardmäßig 35 % des Ringwassers durch den Heizkörper und 65 % über den Bypass daran vorbei. Hinter dem Heizkörper mischt sich das abgekühlte Wasser mit dem Bypass-Wasser. Der nächste Heizkörper bekommt deshalb kälteres Wasser. Hersteller IMI Heimeier nennt den Wert als Auslegungsfall: „Im Auslegungsfall beträgt der Heizkörperanteil 35 % des Ringmassenstromes."

Die Folge ist ein Temperaturgefälle entlang des Rings. Die hinteren Heizkörper sind deshalb meist größer ausgelegt als die vorderen. Schließt ein Thermostat, bleibt der Bypass offen. So bricht die Zirkulation im Ring nicht ab.

Wärme-erzeugerHK 155,0 °CHK 252,1 °CHK 349,3 °CHK 446,4 °CHK 543,5 °CVorlaufRücklauf zum Wärmeerzeuger: 40,7 °Cje Heizkörper 35 % durch den Heizkörper, 65 % über den BypassRechenbeispiel 42watt: 5 × 1 kW, 300 kg/h Ringmassenstrom, 55 °C Vorlauf
Schema einer Einrohrheizung: Die Vorlauftemperatur sinkt von Heizkörper zu Heizkörper (42watt-Rechenbeispiel).

Rechenbeispiel: So stark sinkt die Temperatur im Ring

In einem Ring mit 5 Heizkörpern zu je 1 kW sinkt die Vorlauftemperatur von 55 °C am ersten auf 43,5 °C am letzten Heizkörper. Das zeigt ein 42watt-Rechenbeispiel mit 300 kg/h Ringmassenstrom und 35 % Heizkörperanteil. Pro Heizkörper fällt die Ringtemperatur um rund 2,9 Kelvin. Der Rücklauf kommt mit 40,7 °C zurück.

HeizkörperWassertemperatur am EintrittNötige Normleistung für 1 kWMehrleistung ggü. HK 1
HK 155,0 °C1.875 W±0 %
HK 252,1 °C2.132 W+14 %
HK 349,3 °C2.458 W+31 %
HK 446,4 °C2.886 W+54 %
HK 543,5 °C3.467 W+85 %

Der letzte Heizkörper muss also fast doppelt so groß sein wie der erste, damit jeder Raum 1 kW bekommt. Sind alle 5 Heizkörper gleich groß, liefert der letzte nur rund 66 % der benötigten Wärme. In einer Zweirohrheizung bekämen alle Heizkörper die vollen 55 °C. Die Rechnung nutzt die Heizkörper-Kennlinie nach EN 442 (Normzustand 75/65/20 °C, angenommener Exponent n = 1,3), setzt 20 °C Raumtemperatur an und vernachlässigt Wärmeverluste der Rohre.

Wie erkennen Sie eine Einrohrheizung?

Das sicherste Merkmal einer Einrohrheizung ist eine gemeinsame Armatur, an der Zulauf und Rücklauf des Heizkörpers an einem Ventilkörper enden. Oft steht darauf „Einrohr", „1-Rohr", „50/50" oder eine Prozentskala. Weitere Hinweise geben Baujahr, Heizkörpergrößen und ein einfacher Test.

  • Gemeinsame Anschlussarmatur: Beide Heizkörperanschlüsse laufen in einem Ventilkörper zusammen, von dort geht nur ein Rohr weiter.
  • Lanzen- oder Tauchrohrventil: Der Heizkörper hat nur einen Anschlusspunkt, eine Lanze reicht in den Heizkörper hinein. Das ist ein starkes Indiz, aber kein Beweis, denn Lanzenventile gibt es auch für Zweirohr.
  • Ein durchlaufendes Rohr: Ein einzelnes Rohr führt sichtbar von Heizkörper zu Heizkörper, oft entlang der Sockelleiste.
  • Wachsende Heizkörper: Heizkörper am Ende des Kreises sind auffällig größer oder werden trotz Vollbetrieb nicht richtig warm.
  • Baujahr: Das Haus stammt aus den 1970er- oder 1980er-Jahren.

Ein verbreiteter Irrtum betrifft den Heizungskeller. Ein Verteiler mit mehreren Abgängen im Keller zeigt nur eine sternförmige Verteilung. Die gibt es bei Zweirohranlagen und Fußbodenheizungen genauso. Entscheidend ist die Armatur direkt am Heizkörper.

Der Selbsttest: Thermostat zu, Rohre prüfen

Der Zudreh-Test liefert ein starkes Indiz für eine Einrohrheizung, aber keinen Beweis. Schließen Sie das Thermostat eines Heizkörpers vollständig. Warten Sie, bis der Heizkörper kalt ist. Fühlen Sie dann bei laufender Heizung an beiden Anschlussleitungen. Bleiben beide Leitungen warm, fließt das Wasser über den Bypass weiter. Das spricht für eine Einrohrheizung. Ein warmer Vorlauf allein beweist nichts, denn auch bei Zweirohr ist der Vorlauf bis zum Ventil warm.

In Ostdeutschland ist die Bauart oft eine andere. Im Typenwohnungsbau der DDR ist laut Danfoss „besonders die vertikale Einrohrheizung anzutreffen". Dort läuft ein Strang senkrecht durch mehrere Wohnungen. Im Westen dominiert die horizontale Einrohrheizung, deren Ringe jeweils innerhalb einer Wohnung bleiben.

Welche Ventile gibt es für eine Einrohrheizung?

Einrohrheizungen brauchen spezielle Einrohr-Armaturen, die einen festen oder einstellbaren Heizkörperanteil haben und den Bypass immer offen halten. Normale Zweirohr-Thermostatventile mit kleiner Voreinstellung passen nicht, weil sie den Durchfluss zu stark drosseln. Voreinstellbare Einsätze müssen voll geöffnet sein, bei Danfoss RA-N etwa in Stellung „N". Die großen Hersteller bieten eigene Einrohr-Produkte an.

HerstellerProduktHeizkörperanteil
IMI HeimeierEinrohrventil für Tauchrohr (3871-02.000)35 % ab Werk, stufenlos 30–60 %
IMI HeimeierVekolux 1-Rohr (für Ventilheizkörper)50 % ab Werk, auf 35 % einstellbar
IMI HeimeierMultilux Einrohr (Bad- und Designheizkörper)35 %
OventropUno Einrohr-Anschlussstück35 % ab Werk, auf 20 % oder 50 % einstellbar
DanfossRA-G Ventilgehäusehoher Durchfluss, ohne Voreinstellung

Kurz zusammengefasst: Die meisten Einrohr-Armaturen sind ab Werk auf 35 % Heizkörperanteil eingestellt, Heimeier Vekolux auf 50 %. Einstellbar sind je nach Produkt 30 bis 60 % (Heimeier) oder 20, 35 und 50 % (Oventrop Uno). Das Danfoss-Ventil RA-G arbeitet mit geringem Widerstand und wird ohne Voreinstellung eingebaut. Eine Übersicht voreinstellbarer Modelle für den Zweirohrbetrieb gibt der Beitrag Thermostatventile für Wärmepumpen.

Wie funktioniert ein Lanzenventil?

Ein Lanzenventil leitet einen Teil des Ringwassers über ein Tauchrohr in den Heizkörper und nimmt das abgekühlte Wasser am selben Anschlusspunkt wieder auf. Das Tauchrohr heißt auch Lanze. Heimeier bietet es in 85 und 250 Millimetern Länge an. Das lange Tauchrohr ist für Gliederheizkörper mit mehr als 10 Gliedern gedacht. Das Thermostat drosselt nur den Heizkörperstrom, der Bypass bleibt offen.

Wie stellen Sie den Bypass einer Einrohrheizung ein?

Den Heizkörperanteil stellt ein Fachbetrieb mit einem Regulierschlüssel ein, meist über eine definierte Zahl von Umdrehungen. Beim Heimeier-Einrohrventil entsprechen 3,5 Umdrehungen dem Werkswert von 35 %. 1,5 Umdrehungen ergeben 60 %. Mehr Heizkörperanteil bringt diesem Heizkörper mehr Leistung, schickt aber kälteres Wasser zu allen folgenden. Die Einstellung gehört deshalb in eine Berechnung des ganzen Rings, nicht in das Nachjustieren einzelner Ventile.

Wie funktioniert der hydraulische Abgleich bei einer Einrohrheizung?

Bei einer Einrohrheizung erfolgt der hydraulische Abgleich je Ring über den Ringvolumenstrom, nicht je Heizkörper. Das legt die Fachregel „Optimierung von Heizungsanlagen im Bestand" von ZVSHK und VdZ fest. Ein Strangregulierventil oder Durchflussregler begrenzt den Volumenstrom jedes Rings. Die Fachregel rechnet mit einer Temperaturspreizung von 20 Kelvin (Verfahren A) oder 15 bis 20 Kelvin (Verfahren B).

Der Aufwand ist höher als bei Zweirohranlagen. Die Fachregel schreibt dazu: „Es ist grundsätzlich mit einem erhöhten Planungsaufwand zu rechnen, der entsprechend zu vergüten ist." Wie der Abgleich allgemein funktioniert, erklärt der Beitrag Hydraulischer Abgleich.

  • Durchflussregler je Ring: Druckunabhängige Regelventile wie Danfoss AB-QM, IMI TA-Compact-P oder Oventrop Cocon QTZ halten den Ringvolumenstrom konstant.
  • Rücklauftemperaturbegrenzer: Er drosselt den Ring, sobald das Wasser zu warm zurückkommt. So sinkt der Durchfluss bei Teillast.
  • Heizkurve anpassen: Eine niedrigere Vorlauftemperatur senkt Rücklauf und Ringvolumenstrom.

Dynamische Heizkörperventile für den automatischen Abgleich eignen sich hier nicht. Das TÜV-Zertifikat für Danfoss Ally nennt Neuanlagen, bestehende Zweirohranlagen und Fußbodenheizungen, aber keine Einrohranlagen.

Ist der hydraulische Abgleich bei einer Einrohrheizung Pflicht?

Pflicht ist der hydraulische Abgleich nach § 60c des Gebäudemodernisierungsgesetzes (GModG) in Gebäuden mit mindestens 6 Wohnungen oder sonstigen selbstständigen Nutzungseinheiten, nachdem eine neue Heizungsanlage eingebaut wurde. Das GModG hat am 29. Juli 2026 das Gebäudeenergiegesetz (GEG) abgelöst und die Regel fortgeführt. Für Ein- und Zweifamilienhäuser gibt es keine gesetzliche Pflicht. Der Abgleich ist aber Voraussetzung für die BAFA-Förderung der Heizungsoptimierung.

Was kostet der hydraulische Abgleich, und wie wird er gefördert?

Ein hydraulischer Abgleich im Einfamilienhaus kostet laut co2online rund 650 Euro ohne und rund 925 Euro mit neuen Ventilen. Diese Werte gelten für Standardanlagen. Bei Einrohrheizungen kommen Durchflussregler je Ring und der höhere Planungsaufwand hinzu. Belastbare Einrohr-Durchschnittspreise gibt es nicht. Eine Einrohr-Armatur kostet im Handel rund 45 bis 100 Euro pro Stück.

Das BAFA fördert die Heizungsoptimierung mit 15 % der förderfähigen Kosten, ab 300 Euro Investition. Die Förderung gilt für Bestandsgebäude mit höchstens 5 Wohneinheiten. Ein iSFP-Bonus von 5 Prozentpunkten greift im Einfamilienhaus erst ab 30.000 Euro förderfähiger Investition und nur für den Betrag darüber (Stand: September 2026).

Wie lässt sich eine Einrohrheizung optimieren?

Eine Einrohrheizung lässt sich mit 5 Maßnahmen optimieren: Abgleich je Ring, Rücklauftemperaturbegrenzung, niedrigere Heizkurve, Hocheffizienzpumpe und größere Heizkörper am Ringende. Die Verbraucherzentrale beziffert die Einsparung durch einen hydraulischen Abgleich allgemein auf 5 bis 15 %. Danfoss nennt für einen lastabhängigen Abgleich von Einrohranlagen 15 bis 20 %, das ist eine Herstellerangabe.

  • Ringe abgleichen: Durchflussregler begrenzen den oft überhöhten Volumenstrom.
  • Rücklauf begrenzen: Rücklauftemperaturbegrenzer senken den Durchfluss bei Teillast.
  • Heizkurve senken: Die Heizkurve richtig einstellen spart Energie in jedem Ring.
  • Pumpe tauschen: Eine Hocheffizienzpumpe kostet im Einfamilienhaus laut co2online im Schnitt rund 400 Euro.
  • Heizkörper am Ringende vergrößern: Größere Heizkörper gleichen das Temperaturgefälle aus und erlauben niedrigere Vorlauftemperaturen.

Funktioniert eine Wärmepumpe mit einer Einrohrheizung?

Eine Wärmepumpe kann mit einer Einrohrheizung effizient arbeiten, wenn alle Räume auch bei −10 °C Außentemperatur mit höchstens 55 °C Vorlauf warm werden. Der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) hält die Kombination oft für machbar, besonders in Gebäuden mit bis zu 4 Wohneinheiten. „Die Rohrquerschnitte sind hier der entscheidende Faktor", so die BWP-Expertenantwort. Die Jahresarbeitszahl fällt etwas schlechter aus als bei einer Zweirohrheizung.

Vaillant bewertet die Kombination als „durchaus herausfordernd, aber nicht unmöglich". Der Hersteller empfiehlt einen Praxistest: Senken Sie im Winter den Vorlauf auf 55 °C. Bleiben die Räume auch bei −10 °C Außentemperatur warm, ist eine Wärmepumpe wahrscheinlich machbar. Hochtemperatur-Wärmepumpen sind laut BWP keine Lösung.

Ein Praxisbeispiel des Umweltbundesamts

Das Umweltbundesamt (UBA) dokumentiert ein Reihenendhaus mit Einrohrheizung, in dem eine Luft-Wärmepumpe eine Jahresarbeitszahl von 4,1 erreicht. Das Haus hat 140 m² Wohnfläche und eine 5-kW-Wärmepumpe. Die Eigentümer tauschten 9 von 13 Heizkörpern und bauten Rücklauftemperaturbegrenzer sowie einen Pufferspeicher ein. Der Vorlauf sank von 56 bis 60 °C auf 50 °C.

Das UBA schreibt zugleich, dass bei Einrohrsystemen „in der Regel vom Einbau einer Wärmepumpe abgeraten" wird. Der Fall zeigt: Es geht, wenn die Heizflächen passen. Das Rechenbeispiel oben erklärt, warum der Tausch vor allem am Ringende wirkt. Dort fehlt die meiste Temperatur. Hersteller wie Bosch nennen als Faustregel bis zu 2,5 % weniger Stromverbrauch pro Grad niedrigerer Vorlauftemperatur. Mehr zur Planung im Bestand lesen Sie im Beitrag Wärmepumpe im Altbau.

Was kostet der Umbau einer Einrohrheizung auf eine Zweirohrheizung?

Der Umbau einer Einrohrheizung auf eine Zweirohrheizung kostet im Einfamilienhaus meist mehrere tausend Euro, weil neue Vor- und Rücklaufleitungen zu jedem Heizkörper nötig sind. Für neue Heizungsrohre bei einer Komplettsanierung nennt die Bausparkasse Schwäbisch Hall ab etwa 5.000 bis 10.000 Euro. Wand-, Boden- und Malerarbeiten kommen hinzu. Eine belastbare Durchschnittszahl pro Heizkörper gibt es nicht.

co2online beschreibt das Dilemma so: „Eine konsequente Optimierung eines Einrohrsystems bedeutet, es in ein Zweirohrsystem zu überführen. Dies ist allerdings sehr aufwendig." Laut VdZ lassen sich mit dem Umbau Brennstoffeinsparungen von 10 bis 15 % erreichen. Wirtschaftlich ist er vor allem, wenn Wände oder Böden ohnehin geöffnet werden.

  • Aufputz oder Sockelleistenkanal: schneller und günstiger, sichtbar im Raum.
  • Unterputz: unsichtbar, aber mit Stemm-, Putz- und Malerarbeiten.
  • Alternative Flächenheizung: Eine nachgerüstete Fußbodenheizung ersetzt die Heizkörper eines Raums ganz.

Das BAFA nennt den „Umbau von Ein- in Zweirohrsysteme" ausdrücklich als förderfähige Heizungsoptimierung mit 15 %. Erfolgt der Umbau zusammen mit einem Heizungstausch, können Maßnahmen an der Wärmeverteilung als Umfeldmaßnahme in die KfW-Heizungsförderung 458 einfließen.

Häufige Fragen zur Einrohrheizung

Was ist eine Einrohrheizung einfach erklärt?

Eine Einrohrheizung ist eine Heizung, bei der das Wasser in einem Ring von Heizkörper zu Heizkörper fließt. Jeder Heizkörper zweigt nur einen Teil des Wassers ab, standardmäßig 35 %. Dadurch bekommen die hinteren Heizkörper kälteres Wasser als die vorderen.

Warum wird der letzte Heizkörper bei der Einrohrheizung nicht warm?

Der letzte Heizkörper bekommt das kälteste Wasser im Ring, weil jeder vorherige Heizkörper Wärme entnommen hat. Im 42watt-Rechenbeispiel sinkt der Vorlauf von 55 °C auf 43,5 °C. Abhilfe schaffen ein Abgleich je Ring, ein größerer Heizkörper am Ringende oder eine höhere Vorlauftemperatur.

Kann man bei einer Einrohrheizung normale Thermostatventile einbauen?

In der Regel nein: Eine Einrohrheizung braucht Einrohr-Armaturen oder Ventile mit geringem Widerstand. Normale Zweirohr-Ventile mit Voreinstellung drosseln den Durchfluss zu stark. Bei Danfoss-Einsätzen des Typs RA-N gilt im Einrohrsystem die Einstellung „N".

Lohnt sich der Umbau von Einrohr- auf Zweirohrheizung?

Der Umbau lohnt sich vor allem, wenn ohnehin eine Kernsanierung ansteht oder eine Wärmepumpe mit sehr niedrigen Vorlauftemperaturen geplant ist. Laut VdZ sind 10 bis 15 % Brennstoffeinsparung möglich. Oft reichen ein Abgleich je Ring und größere Heizkörper am Ringende, um eine Wärmepumpe effizient zu betreiben.

Quellen & Belege

VdZ, Leitfaden Hydraulischer Abgleich in Heizungsanlagen; ZVSHK/VdZ, Fachregel Optimierung von Heizungsanlagen im Bestand; IMI Heimeier, Datenblatt Thermostat-Ventilunterteile für Einrohr-Heizungssysteme; Oventrop, Uno und Unofix; Danfoss, Datenblatt RA-G und Leitfaden Einrohrsanierung; IKZ-Haustechnik 15/16-2014; co2online (Einrohrheizung, Kosten hydraulischer Abgleich); Verbraucherzentrale; Bundesverband Wärmepumpe (BWP), Expertenantwort 2023; Vaillant, 21 Grad (08.07.2025); TGA-Praxis zum TÜV-Zertifikat Danfoss Ally (2022); haustec.de; Umweltbundesamt, Praxisfall Plus-Energie-Haus; BAFA, Heizungsoptimierung (Merkblatt Juli 2026); Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) § 60c; Schwäbisch Hall; DIN EN 442; Bosch Home Comfort.