Max Nestler
March 16, 2026
Lesezeit
10
Minuten
Energetische Sanierung
Wirtschaftlichkeit & Kosten

Energieberater Kosten: Preise, BAFA-Förderung 2026

Ein Energieberater kostet zwischen 40 und 2.600 Euro, abhängig von der Leistungstiefe. Die BAFA-Förderung „Energieberatung für Wohngebäude“ übernimmt 50 Prozent der Kosten, maximal 650 Euro für Ein- und Zweifamilienhäuser. Dieser Artikel zeigt Preise nach Leistungsart, Gebäudegröße und Förderbedingungen.

Inhaltsverzeichnis
ISFP Beratung

Jetzt kostenloses Erstgespräch vereinbaren

Das Wichtigste in Kürze

  • iSFP-Honorar Einfamilienhaus: 1.300–2.100 Euro üblich
  • BAFA-Zuschuss Energieberatung Wohngebäude: 50 % des Honorars, max. 650 Euro (EFH/ZFH) bzw. 850 Euro (ab 3 Wohneinheiten), seit 07.08.2024
  • WEG-Zusatzbonus: 250 Euro für Präsentation in der Eigentümerversammlung
  • Baubegleitung/Fachplanung: separates Programm, 50 % Zuschuss, max. 5.000 Euro (EFH/ZFH) bzw. 2.000 Euro je Wohneinheit (MFH)
  • Rechenbeispiel: 1.800 Euro Honorar minus 650 Euro BAFA-Zuschuss = 1.150 Euro Eigenanteil
  • Nur EEE-gelistete Energieberater:innen sind förderfähig (rund 22.800 Fachkräfte)
  • Verbraucherzentrale Basis-Check: kostenlos, Vor-Ort-Termin max. 40 Euro
  • Antrag muss vor Vertragsabschluss gestellt werden

Was kostet ein Energieberater? Preisspanne im Überblick

Die Kosten reichen von kostenlosen Basis-Checks bis zu 2.600 Euro für einen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP). Der iSFP (individueller Sanierungsfahrplan) dokumentiert den energetischen Zustand eines Gebäudes. Er plant Sanierungsschritte in sinnvoller Reihenfolge. Er ist Voraussetzung für viele BAFA- und KfW-Förderungen. Kurzberatungen kosten wenig, liefern aber keinen förderfähigen Fahrplan.

LeistungKostenBAFA-förderfähig
Basis-Check Verbraucherzentrale (telefonisch/online)0 EuroNein
Vor-Ort-Beratung Verbraucherzentralebis 40 EuroNein
iSFP Einfamilienhaus1.300 bis 2.100 EuroJa, max. 650 Euro
iSFP Zweifamilienhaus1.600 bis 2.500 EuroJa, max. 650 Euro
iSFP Mehrfamilienhaus (3+ Wohneinheiten)2.300 bis 3.600 EuroJa, max. 850 Euro
Baubegleitung / FachplanungprojektabhängigJa, max. 5.000 Euro (EFH/ZFH)

Ein iSFP für ein Einfamilienhaus kostet üblich 1.300 bis 2.100 Euro. Die BAFA-Förderung deckt davon höchstens 650 Euro. Bei größeren Gebäuden steigen Honorar und Förderdeckel gemeinsam an.

Rechenbeispiel: So viel bleibt nach der BAFA-Förderung übrig

Bei einem iSFP-Honorar von 1.800 Euro zahlen Hausbesitzende nach Förderung 1.150 Euro. Die Rechnung: 50 Prozent von 1.800 Euro sind 900 Euro. Die BAFA-Förderung deckelt den Zuschuss bei 650 Euro für Ein- und Zweifamilienhäuser. Der Eigenanteil beträgt 1.800 Euro minus 650 Euro, also 1.150 Euro.

Bei einem Mehrfamilienhaus mit vier Wohneinheiten liegt das Honorar oft bei 2.800 Euro. 50 Prozent davon sind 1.400 Euro. Der Förderdeckel liegt hier bei 850 Euro. Der Eigenanteil beträgt 2.800 Euro minus 850 Euro, also 1.950 Euro.

Wohnungseigentümergemeinschaften erhalten zusätzlich bis zu 250 Euro. Diese Förderung gilt für die Präsentation des iSFP in der Eigentümerversammlung. Sie deckt 100 Prozent dieser Zusatzkosten.

Eigenanteil-Rechner: BAFA-Förderung Energieberatung

Wie viel bleibt von Ihrem Honorar nach dem Zuschuss übrig?

BAFA-Zuschuss
Euro (50 %, gedeckelt)
Ihr Eigenanteil
Euro

Rechnung: Zuschuss = 50 % des Honorars, maximal der gewählte Förderdeckel. Eigenanteil = Honorar − Zuschuss. Gilt für die BAFA-Förderung „Energieberatung für Wohngebäude“ (Stand 20.07.2026). Baubegleitung/Fachplanung läuft über ein separates Programm mit eigenen Deckeln.

Welche Leistungen stecken im Preis? Energieberatung, iSFP und Baubegleitung

Der Preis hängt von drei Leistungsarten ab: Erstberatung, iSFP und Baubegleitung. Die Erstberatung informiert allgemein über Einsparpotenziale. Sie ersetzt keinen Sanierungsfahrplan.

Der individuelle Sanierungsfahrplan analysiert das Gebäude im Detail. Er zeigt eine sinnvolle Reihenfolge von Sanierungsschritten. Details zum iSFP liefert der iSFP-Guide 2025. Ob sich ein iSFP wirtschaftlich lohnt, erklärt der Beitrag Wann lohnt sich ein iSFP?

Die Baubegleitung betreut die Umsetzung einzelner Maßnahmen. Ein Energieeffizienz-Experte prüft Ausführung und Qualität vor Ort. Sie ist bei vielen BEG-Einzelmaßnahmen förderfähig, unabhängig vom iSFP.

Wie hoch ist die BAFA-Förderung für Energieberatung?

Die BAFA-Förderung „Energieberatung für Wohngebäude“ (BEG-EBW) übernimmt 50 Prozent des Beratungshonorars. Der Zuschuss ist gedeckelt: maximal 650 Euro bei Ein- und Zweifamilienhäusern, maximal 850 Euro ab drei Wohneinheiten. Diese Sätze gelten seit dem 7. August 2024 (Quelle: bafa.de, Stand: 20.07.2026). Zuvor lag die Förderquote bei 80 Prozent.

Für Fachplanung und Baubegleitung gilt ein separates Förderprogramm. Der Zuschuss beträgt ebenfalls 50 Prozent. Die Obergrenze liegt bei 5.000 Euro für Ein- und Zweifamilienhäuser. Bei Mehrfamilienhäusern gilt ein Deckel von 2.000 Euro je Wohneinheit, insgesamt maximal 20.000 Euro.

Voraussetzung für beide Programme ist ein gelisteter Energieeffizienz-Experte. Nur zertifizierte Berater:innen aus der EEE-Liste (Energieeffizienz-Experten-Liste des Bundes) erstellen förderfähige Gutachten. Rund 22.800 Fachleute stehen aktuell auf dieser Liste (Quelle: dena, 2026).

Der Antrag muss vor Vertragsabschluss gestellt werden. Hausbesitzende zahlen die Rechnung zunächst vollständig selbst. Die Erstattung erfolgt nach Prüfung des Verwendungsnachweises durch das BAFA.

Was beeinflusst den Preis eines Energieberaters?

Vier Faktoren bestimmen den Preis: Gebäudegröße, Region, Beratungstiefe und Beratungsform. Größere Gebäude brauchen mehr Erhebungszeit vor Ort. Das erhöht das Honorar.

Die Region wirkt sich auf Stundensätze aus. In Ballungsräumen wie München oder Düsseldorf liegen Honorare oft höher als auf dem Land. Anfahrtskosten schlagen zusätzlich zu Buche, meist zwischen 0,50 und 1,10 Euro je Kilometer.

Die Beratungstiefe verändert den Preis deutlich. Ein einfacher Energieausweis kostet weniger als ein vollständiger iSFP. Zusatzleistungen wie Thermografie oder ein Blower-Door-Test (Luftdichtheitsmessung) erhöhen den Preis weiter.

Fernberatung per Video oder Telefon ist günstiger als ein Vor-Ort-Termin. Für einen förderfähigen iSFP ist mindestens ein Vor-Ort-Termin vorgeschrieben.

Wie finden Hausbesitzende einen qualifizierten Energieberater?

Qualifizierte Energieberater:innen stehen in der EEE-Liste auf energie-effizienz-experten.de. Nur dort gelistete Expert:innen erstellen förderfähige iSFP und Baubegleitungen. Die dena (Deutsche Energie-Agentur) führt diese Liste im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums.

Vor der Beauftragung lohnt ein Blick auf die Unabhängigkeit des Beraters. Die BAFA-Förderrichtlinie schließt Handwerksbetriebe aus, die selbst Sanierungsarbeiten anbieten. Ein Interessenkonflikt führt zum Verlust der Förderung.

Ein Vergleich mehrerer Angebote lohnt sich zusätzlich. Achten Sie auf Festpreise statt Stundenabrechnung. So bleibt das Kostenrisiko überschaubar.

Lohnt sich die Investition in einen Energieberater?

Die Kosten für einen iSFP amortisieren sich oft über die Folgeförderung. Wer Maßnahmen aus dem iSFP umsetzt, erhält einen Bonus auf viele BEG-Einzelmaßnahmen. Details zu Fördersätzen liefert der Beitrag Energetische Sanierung: Diese Förderungen gibt es.

Alternativ zur BAFA-Förderung sind Energieberatungskosten steuerlich absetzbar. Nach Paragraf 35c Einkommensteuergesetz zählen bis zu 50 Prozent der Kosten, gedeckelt auf 5.000 Euro über den gesamten Förderzeitraum. Wann sich diese Variante lohnt, erklärt der Beitrag Energetische Sanierung steuerlich optimieren.

Einen Überblick über die Bundesförderung für effiziente Gebäude gibt der Beitrag BEG Förderung: Die Bundesförderung für effiziente Gebäude im Überblick.

Häufige Fragen zu Energieberater-Kosten

Was kostet ein Energieberater ohne Förderung? Ohne Förderung zahlen Hausbesitzende die vollen 1.300 bis 3.600 Euro selbst, je nach Gebäudegröße.

Ist die Erstberatung der Verbraucherzentrale kostenlos? Telefonische und Online-Beratungen sind meist kostenlos. Vor-Ort-Termine kosten maximal 40 Euro.

Muss ich die BAFA-Förderung vor der Beratung beantragen? Ja. Der Antrag muss vor Vertragsabschluss gestellt werden, sonst entfällt die Förderung.

Was passiert ohne Energieeffizienz-Experte? Ohne gelisteten Experten entfällt jede BAFA- oder KfW-Förderung für die Beratung.

Quellen & Belege

BAFA (Bundesförderung Energieberatung für Wohngebäude, Stand 20.07.2026), BAFA (Fachplanung und Baubegleitung, BEG Einzelmaßnahmen), Verbraucherzentrale (Energieberatung, Preise 2026), dena (Energieeffizienz-Experten-Liste), Bundesministerium der Finanzen (§ 35c EStG, Steuerbonus energetische Sanierung).