Maximilian Nestler
January 9, 2026
12
min
Photovoltaik
Planung und Installation

Wallbox Photovoltaik: Elektroauto mit Solarstrom laden und Geld sparen

Eine Wallbox mit Photovoltaik-Anbindung lädt Ihr Elektroauto mit selbst erzeugtem Solarstrom. Sie sparen 25 Cent pro Kilowattstunde gegenüber Netzstrom. Bei 15.000 Kilometern Jahresfahrleistung und 20 Kilowattstunden Verbrauch pro 100 Kilometer sind das 3.000 Kilowattstunden Energiebedarf. Laden Sie 70 Prozent davon mit Solarstrom sparen Sie 525 Euro pro Jahr. Über 10 Jahre sind das 5.250 Euro Ersparnis die Ihre Wallbox- und Installations-Kosten mehrfach amortisieren.

Inhaltsverzeichnis
PV Anlage planen

unabhängig mit 42watt

Die Herausforderung ist die zeitliche Entkopplung. Solarstrom produziert mittags zwischen 10 und 15 Uhr. Ihr Auto steht oft morgens oder abends an der Wallbox wenn die Sonne nicht scheint. Ohne intelligente Steuerung laden Sie mit teurem Netzstrom für 35 Cent pro Kilowattstunde statt mit günstigem Solarstrom für 8 bis 11 Cent Gestehungskosten. Die Lösung ist dynamisches Überschussladen. Die Wallbox kommuniziert mit Ihrem Wechselrichter. Sie lädt nur wenn PV-Überschuss verfügbar ist. Sie passt die Ladeleistung automatisch an die verfügbare Sonnenenergie an.

Die zweite Herausforderung ist die Mindest-Ladeleistung. Elektroautos benötigen mindestens 6 Ampere pro Phase zum Laden. Bei 3-phasigem Anschluss sind das 4,14 Kilowatt Mindestleistung. Viele PV-Anlagen erreichen diesen Überschuss an bewölkten Tagen nicht. Die Lösung ist automatische Phasen-Umschaltung. Die Wallbox wechselt bei wenig Überschuss auf 1-phasiges Laden. Die Mindestleistung sinkt auf 1,38 Kilowatt. Sie können auch an trüben Tagen oder morgens und abends laden wenn nur wenig Sonne scheint.

Bei 42watt dimensionieren wir Wallbox und PV-Anlage optimal aufeinander. Wir berechnen Ihren täglichen Fahrbedarf und Ihr Lade-Muster. Wir simulieren den PV-Überschuss über alle 12 Monate. Wir zeigen Ihnen ob ein Batteriespeicher wirtschaftlich sinnvoll ist oder ob direktes Überschussladen ausreicht. Wir wählen Wallboxen mit schneller Regelung unter 10 Sekunden Reaktionszeit. Wir konfigurieren Ihr Energiemanagement-System für maximalen Solaranteil von 80 bis 95 Prozent.

Wie funktioniert Überschussladen?

Die drei Stufen der Intelligenz

Manuelles Überschussladen ist die einfachste Methode. Sie prüfen morgens die Wetter-Vorhersage oder die PV-Prognose in Ihrer App. Scheint die Sonne starten Sie den Ladevorgang per App oder am Auto. Wird es bewölkt stoppen Sie manuell. Diese Methode ist 2026 veraltet. Sie können nicht auf kurzfristige Wolken-Durchzüge reagieren. Sie verschwenden PV-Überschuss wenn Sie vergessen zu starten. Sie ziehen teuren Netzstrom wenn Sie vergessen zu stoppen bei Bewölkung.

Automatisches Überschussladen mit Schwellwerten ist der Standard. Sie definieren eine Mindest-Überschuss-Schwelle zum Beispiel 2 Kilowatt. Überschreitet Ihre PV-Anlage diese Schwelle startet die Wallbox automatisch. Fällt der Überschuss unter 1,5 Kilowatt stoppt sie. Die Ladeleistung ist oft fest bei 6 Ampere 1-phasig oder 6 Ampere 3-phasig. Diese Methode funktioniert zuverlässig ist aber ineffizient bei wechselhaftem Wetter. An teilbewölkten Tagen stoppt und startet das Laden ständig. Die Schwellen-Hysterese führt zu ungenutztem Überschuss.

Dynamisches Überschussladen ist State-of-the-Art 2026. Die Wallbox kommuniziert jede Sekunde bis jede 10 Sekunden mit dem Energie-Management-System. Die Ladeleistung wird stufenlos in 0,1-Ampere-Schritten angepasst. Produziert Ihre PV-Anlage 3,2 Kilowatt Überschuss lädt die Wallbox mit exakt 3,2 Kilowatt. Steigt der Überschuss auf 5,8 Kilowatt erhöht die Wallbox auf 5,8 Kilowatt. Fällt er auf 1,9 Kilowatt reduziert sie auf 1,9 Kilowatt. Selbst an extrem wechselhaften Tagen nutzen Sie jeden Sonnenstrahl optimal.

Reaktionszeit entscheidet über Effizienz

Die Wallbox-Inspektion 2025 der HTW Berlin hat massive Unterschiede in der Regelgeschwindigkeit gemessen. Spitzenmodelle wie Fronius Wattpilot oder Amperfied connect.solar reagieren in 9,2 Sekunden auf Leistungsänderungen. Langsamere Systeme wie SMA eCharger brauchen bis zu 127 Sekunden. Diese Differenz klingt klein. An einem Tag mit Schauer-Bewölkung macht sie den Unterschied zwischen 80 und 95 Prozent Solaranteil.

Eine Wolke schiebt sich vor die Sonne. Die PV-Leistung fällt von 8 auf 2 Kilowatt innerhalb von 20 Sekunden. Ihr Hausverbrauch liegt bei 1 Kilowatt. Der Überschuss sinkt von 7 auf 1 Kilowatt. Eine schnelle Wallbox mit 9 Sekunden Reaktionszeit reduziert die Ladeleistung von 7 auf 1 Kilowatt innerhalb von 9 Sekunden. Sie zieht für diese 9 Sekunden minimal Netzstrom. Eine langsame Wallbox mit 127 Sekunden Reaktionszeit zieht für volle 127 Sekunden 6 Kilowatt Netzstrom aus dem Netz bevor sie reagiert. Das sind über 2 Minuten teurer Strom bei jeder Wolke.

Die HTW Berlin berechnete: Der Unterschied zwischen effizienten und ineffizienten Wallboxen summiert sich über 10 Jahre auf 540 Euro. Das ist mehr als viele Wallboxen in der Anschaffung kosten. Achten Sie beim Kauf auf Herstellerangaben zur Reaktionszeit. Unter 15 Sekunden ist gut. Unter 10 Sekunden ist exzellent. Über 60 Sekunden ist 2026 nicht mehr zeitgemäß.

Phasenumschaltung: Der Game-Changer für hohen Solaranteil

Warum 1-phasiges Laden wichtig ist

Die Norm IEC 61851 schreibt mindestens 6 Ampere Ladestrom vor. Bei 3-phasigem Anschluss mit 230 Volt pro Phase ergibt das 4,14 Kilowatt Mindestleistung. Diese Rechnung: 3 Phasen mal 230 Volt mal 6 Ampere gleich 4.140 Watt. Viele Privathaushalte mit 5 bis 10 Kilowatt-Peak PV-Anlagen erreichen 4 Kilowatt Überschuss nur an optimalen Tagen zwischen 11 und 14 Uhr.

Ein Beispiel: Ihre 8-Kilowatt-Peak-Anlage produziert mittags 7 Kilowatt. Ihr Haus verbraucht 1,5 Kilowatt für Kühlschrank, Standby-Geräte und eventuell Spülmaschine. Der Überschuss beträgt 5,5 Kilowatt. Die Wallbox kann mit 5,5 Kilowatt laden. Perfekt. Gegen 15 Uhr sinkt die Produktion auf 4 Kilowatt. Der Hausverbrauch bleibt bei 1,5 Kilowatt. Der Überschuss fällt auf 2,5 Kilowatt. Eine 3-phasige Wallbox ohne Umschaltung stoppt das Laden weil 2,5 Kilowatt unter der 4,14-Kilowatt-Schwelle liegen. Die nächsten 2 bis 3 Stunden bis Sonnenuntergang verschenken Sie 2 bis 2,5 Kilowatt Überschuss ins Netz für 8 Cent Einspeisevergütung.

Mit 1-phasiger Umschaltung läuft das anders. Die Wallbox schaltet automatisch auf 1 Phase um. Die Mindestleistung sinkt auf 1,38 Kilowatt. Rechnung: 1 Phase mal 230 Volt mal 6 Ampere gleich 1.380 Watt. Die 2,5 Kilowatt Überschuss reichen locker. Die Wallbox lädt mit 2,5 Kilowatt weiter. In 2 Stunden laden Sie zusätzliche 5 Kilowattstunden ins Auto. Das sind 5 mal 25 Cent gleich 1,25 Euro gespart gegenüber Netzstrom. An 200 Sonnentagen pro Jahr sind das 250 Euro zusätzliche Ersparnis nur durch Phasenumschaltung.

Wallboxen mit automatischer Umschaltung

Nicht alle Wallboxen können Phasen umschalten. Budget-Modelle haben feste 3-phasige Verkabelung. Sie benötigen Modelle mit integriertem Umschalt-Schütz oder externe Umschaltgeräte. Die besten All-in-One-Lösungen 2026 sind Fronius Wattpilot, go-e Charger Gemini, Zaptec Go 2, Myenergi Zappi und openWB. Diese schalten vollautomatisch zwischen 1 und 3 Phasen basierend auf verfügbarem Überschuss.

Der Fronius Wattpilot wurde im ADAC-Test 2025 Testsieger. Er schaltet innerhalb von 3 Sekunden zwischen den Modi. Die Steuerung erfolgt über die Fronius Solar.web App oder über externe Energie-Management-Systeme wie EVCC. Der Preis liegt bei 900 bis 1.300 Euro je nach Generation. Die Installation erfordert 3-phasigen Anschluss und Netzwerk-Verbindung per WLAN oder LAN.

Der go-e Charger Gemini kostet 600 bis 750 Euro. Er ist mobil einsetzbar mit Rollen und Trageschlaufe. Die Phasenumschaltung funktioniert über die go-e App. Die Kompatibilität mit EVCC und anderen Energie-Managern ist exzellent. Der Nachteil ist die fehlende fest installierte Variante. Für dauerhafte Garage-Installation ist eine Halterung nötig.

Wallboxen mit Phasenumschaltung 2026:

Modell Preis (ca.) Umschaltung Reaktionszeit Besonderheit
Fronius Wattpilot 900 - 1.300 € Automatisch 9,2 s (Sehr schnell) ADAC Testsieger
go-e Charger Gemini 600 - 750 € Automatisch 12 - 15 s Mobil einsetzbar
Zaptec Go 2 1.100 - 1.400 € Automatisch 10 - 12 s V2G-ready, Design
Myenergi Zappi 900 - 1.100 € Automatisch 15 - 20 s UK-Marktführer

Energie-Management-Systeme: Von proprietär bis Open Source

Hersteller-Systeme: Geschlossen aber integriert

Tesla Powerwall + Wall Connector:

  • Powerwall erfasst PV-Produktion, Hausverbrauch und Batterie-Status
  • Wall Connector lädt automatisch mit Überschuss
  • Steuerung über Tesla App
  • Perfekte Integration innerhalb Tesla-Ökosystem
  • Keine Kompatibilität mit Fremd-Wechselrichtern
  • Kosten: 10.000-13.000 € Powerwall + 600-800 € Wall Connector

SMA Sunny Home Manager 2.0:

  • Kommuniziert mit SMA-Wechselrichtern und SMA EV Charger
  • Regelung extrem präzise: nur 16 Watt Abweichung im HTW-Test
  • Reaktionszeit langsam: 127 Sekunden
  • Kosten: 500-800 € Home Manager + 1.200-1.600 € EV Charger
  • Vorteil: Robustheit und deutscher Support
  • Nachteil: Bindung an SMA-Hardware

Fronius Solar.web:

  • Fronius Wechselrichter kommuniziert direkt mit Wattpilot
  • Cloud-basierte Steuerung über Fronius-Portal
  • Exzellente Integration bei Fronius-Komponenten
  • Fremdhersteller nur eingeschränkt unterstützt
  • Kosten: 0 € zusätzlich bei vorhandenem Fronius-Wechselrichter

Hersteller-Systeme im Vergleich:

System Kosten Gesamt Reaktionszeit Kompatibilität
Tesla Powerwall 10.600 - 13.800 € Sehr schnell Nur Tesla
SMA Home Manager 1.700 - 2.400 € 127 s (Langsam) Nur SMA
Fronius Solar.web 0 - 900 € 9,2 s (Schnell) Nur Fronius
EVCC (Open Source) 30 - 50 € (RasPi) 10 - 15 s 100+ Hersteller

EVCC: Die Open-Source-Revolution

EVCC ist kostenlose Open-Source-Software für intelligentes Laden. Sie läuft auf einem Raspberry Pi für 30 bis 50 Euro oder auf jedem Linux-Server.

Die Kompatibilität ist beeindruckend:

  • Über 100 Wallbox-Modelle werden unterstützt
  • Über 50 Wechselrichter-Hersteller sind integriert
  • Über 30 Fahrzeug-APIs funktionieren
  • Wichtigste Speicher-Systeme kommunizieren ebenfalls

Installation und Konfiguration:

  • Erfordert technisches Grundverständnis
  • Installation via Docker oder direktes EVCC-Binary auf Raspberry Pi
  • Konfiguration über YAML-Datei mit Ihren Geräten
  • Definition von Lade-Modi: Nur-Solar, Solar-plus-Netz, Schnellladen
  • Dauer: 2-4 Stunden für technisch versierte Nutzer
  • Community-Dokumentation exzellent mit hunderten Beispielen

Die Funktionen übertreffen viele kommerzielle Systeme:

  • Ladeleistung-Anpassung in Echtzeit
  • Automatische Phasen-Umschaltung (wenn Wallbox unterstützt)
  • Integration dynamischer Stromtarife (Tibber, aWATTar)
  • Nachts zu günstigen Börsenpreisen laden
  • Mehrere Fahrzeuge und Wallboxen gleichzeitig
  • Priorisierung: Auto A bis 7 Uhr voll, Auto B langsam über Tag

Die Ersparnis ist messbar. Nutzer berichten von 85 bis 95 Prozent Solaranteil beim Laden mit EVCC und Phasenumschaltung. Ohne EVCC liegt der Solaranteil oft bei 50 bis 65 Prozent. Die Differenz von 30 Prozentpunkten bei 3.000 Kilowattstunden Jahresbedarf sind 900 Kilowattstunden mehr Solarstrom. Gespart: 900 mal 0,25 Euro gleich 225 Euro pro Jahr. Über 10 Jahre sind das 2.250 Euro die ein 50-Euro-Raspberry-Pi erwirtschaftet.

Batteriespeicher: Unverzichtbar oder optional?

Laden ohne Speicher: Nur bei Sonne

Ohne Batteriespeicher funktioniert Überschussladen nur während Sonnen-Stunden. Typischerweise produziert Ihre PV-Anlage zwischen 9 und 17 Uhr verwertbaren Überschuss. Das sind 8 Stunden täglich.

Das Problem für Berufstätige:

  • Abfahrt zur Arbeit: 7 Uhr morgens
  • Ankunft zu Hause: 18 Uhr abends
  • Auto an Wallbox: 18 bis 7 Uhr = 13 Stunden
  • Diese 13 Stunden: komplett außerhalb Solar-Produktion

Lösungen ohne Speicher:

  • Flexibles Laden: Mittags 2-3 Stunden anhängen (Homeoffice nötig)
  • Wochenend-Laden: Tagsüber wenn zu Hause
  • Intelligente Timer: Auto voll machen bei Mittagspause
  • Strategie funktioniert: Nur für flexible Arbeitszeiten oder Homeoffice
  • Für 9-to-5-Pendler: unpraktisch

Alternative Hybrid-Strategie:

  • Primär mit Solar laden
  • Notfalls mit Netzstrom auffüllen bis 80% bis 6 Uhr morgens
  • Erreichbarer Solaranteil: 40-60% je nach Saison
  • Im Sommer: 70-80% (lange Tage)
  • Im Winter: 20-40% (schwache Solar-Produktion)

Laden mit Speicher: 80 bis 95 Prozent Solaranteil

Ein Batteriespeicher entkoppelt PV-Produktion und Lade-Zeitpunkt. Mittags lädt die Sonne den Speicher voll. Abends entnehmen Sie Strom aus dem Speicher für Haus und Auto. Die Wallbox lädt mit gespeichertem Solarstrom auch nachts um 23 Uhr. Der Solaranteil steigt auf 80 bis 95 Prozent je nach Speicher-Größe und Nutzungs-Muster.

Speicher-Dimensionierung Faustformel:

  • Speicher-Kapazität = täglicher Hausverbrauch + halber täglicher Lade-Bedarf
  • Beispiel: 15 kWh Haus + 10 kWh Auto = 25 kWh Speicher (theoretisch)
  • Praktischer Kompromiss: 10-15 kWh funktioniert gut
  • Speicher deckt Hausverbrauch abends bis morgens komplett
  • Auto lädt mit Rest-Überschuss soweit verfügbar
  • An sonnigen Tagen: Speicher voll, Auto lädt rein solar
  • An bewölkten Tagen: Speicher leer, Auto lädt teilweise mit Netz

Speicher-Wirtschaftlichkeit im Detail:

Szenario Investition Solaranteil Auto Ersparnis / Jahr Amortisation
Ohne Speicher 0 € 50 % 375 € Sofort
Nur Auto-Laden 10.000 € 50% → 85% 263 € (Zusatz) 38 Jahre
Auto + Haus 10.000 € Auto 85% + Haus 70% 763 € (Gesamt) 13 Jahre

Die Wirtschaftlichkeit ist knapp für reines Auto-Laden. Ein 10-Kilowattstunden-Speicher kostet 8.000 bis 12.000 Euro. Er erhöht Ihren Solaranteil beim Laden von 50 auf 85 Prozent. Die zusätzlichen 35 Prozentpunkte bei 3.000 Kilowattstunden sind 1.050 Kilowattstunden mehr Solarstrom. Ersparnis: 1.050 mal 0,25 Euro gleich 263 Euro pro Jahr. Amortisation: 10.000 Euro geteilt durch 263 Euro gleich 38 Jahre. Das ist unwirtschaftlich nur für Auto-Laden.

Rechnen Sie den Speicher aber für Haus-Eigenverbrauch mit ein wird es interessant. Der Speicher erhöht Ihren Eigenverbrauch von Haushalts-Strom von 30 auf 70 Prozent. Bei 5.000 Kilowattstunden Hausverbrauch sind das 2.000 Kilowattstunden mehr Eigenverbrauch. Ersparnis: 2.000 mal 0,25 Euro gleich 500 Euro pro Jahr. Plus 263 Euro vom Auto sind 763 Euro gesamt. Amortisation: 10.000 geteilt durch 763 gleich 13 Jahre. Das ist wirtschaftlich vertretbar bei 15 bis 20 Jahren Lebensdauer.

Steuerbare Verbrauchseinrichtung nach § 14a EnWG

Was bedeutet die Regelung für Sie?

Seit 1. Januar 2024 gilt Paragraph 14a Energiewirtschaftsgesetz für neue steuerbare Verbrauchseinrichtungen über 4,2 Kilowatt. Wallboxen fallen explizit darunter. Die Regelung gibt Ihrem Netzbetreiber das Recht den Netz-Bezug Ihrer Wallbox in Überlast-Situationen auf 4,2 Kilowatt zu drosseln.

Wichtig: Nur der Netz-Bezug wird gedrosselt nicht Ihr Gesamt-Lade-Strom.

Ein Beispiel: Ihr Auto lädt mit 11 Kilowatt. Davon kommen 7 Kilowatt aus Ihrer PV-Anlage und 4 Kilowatt aus dem Netz. Der Netzbetreiber drosselt auf 4,2 Kilowatt Netz-Bezug. Ihr Auto lädt weiter mit 11,2 Kilowatt: 7 Kilowatt PV plus 4,2 Kilowatt Netz. Sie merken praktisch nichts. Laden Sie dagegen ohne PV rein aus dem Netz wird Ihre Ladeleistung von 11 auf 4,2 Kilowatt reduziert. Das Laden dauert 2,6-mal länger.

Wann wird gedrosselt:

  • Nur bei akuter Netz-Überlastung
  • Typisch an sehr kalten Winter-Abenden
  • Alle heizen und laden gleichzeitig
  • Meist nur 1-2 Stunden Dauer
  • Die meisten Nutzer erleben es niemals
  • Komfort-Verlust ist minimal

Vergütung: Drei Module zur Auswahl

Als Ausgleich für die Steuerbarkeit zahlen Netzbetreiber reduzierte Netzentgelte. Sie wählen zwischen drei Modulen.

Module im Vergleich:

Modul Vergütung Voraussetzung Für wen?
Modul 1 (Pauschal) 110 - 190 € / Jahr Keine Wenigfahrer
Modul 2 (Prozentual) 60% Rabatt Arbeitspreis Separater Zähler Vielfahrer (>15tkm)
Modul 3 (Variabel) Zeitvariable Entgelte iMSys + Modul 1 Nacht-Lader

Modul 1 - Pauschale Reduktion:

  • 110-190 € pro Jahr je nach Netzgebiet
  • Unabhängig von Lademenge oder Drosselung
  • Keine zusätzliche Hardware nötig
  • Lohnt sich für Wenigfahrer und durchschnittliche Nutzer

Modul 2 - Prozentuale Reduktion:

  • 60% Reduktion des Arbeitspreises speziell für Wallbox-Strom
  • Separater Zähler nötig (Installation 200-400 €)
  • Lohnt sich ab ~3.000 kWh Wallbox-Verbrauch/Jahr
  • Entspricht 15.000 km Fahrleistung
  • Vielfahrer 25.000 km sparen 300-400 €/Jahr

Modul 3 - Zeitvariable Netzentgelte:

  • Unterschiedliche Entgelte je nach Tageszeit
  • Nachts 22-6 Uhr: 60% niedrigere Entgelte
  • Kombinierbar mit Modul 1
  • Erfordert intelligentes Messsystem (iMSys)
  • Zusätzliche Ersparnis: 100-200 €/Jahr bei Nacht-Ladung

Förderung 2025/2026: Was ist noch möglich?

KfW 442: Das Drama von 2023

Die KfW-Förderung 442 war 2023 das begehrteste Programm. Gefördert wurden Photovoltaik-Anlage, Batteriespeicher und Wallbox als Gesamt-Paket mit bis zu 10.200 Euro Zuschuss.

Was wurde gefördert:

  • Photovoltaik-Anlage: Pauschal nach Leistung
  • Batteriespeicher: Pauschal nach Kapazität
  • Wallbox: 600 € pauschal pro Ladepunkt
  • Energiemanagement-System: Inklusive
  • Bedingung: Intelligentes Laden mit Solarstrom

Der 24-Stunden-Crash:

  • Start: 26. September 2023, 9:00 Uhr
  • Budget: 500 Millionen Euro
  • Ende: 26. September 2023, ~17:00 Uhr
  • Anträge: Über 100.000 eingegangen
  • Verfügbar: Nur ~49.000 Förder-Plätze
  • Resultat: Zu langsame Antragsteller gingen leer aus

Die Kritik:

  • Nur Hausbesitzer profitierten
  • Mieter komplett ausgeschlossen
  • Schnelles Internet + Zeit am Vormittag nötig
  • Arbeitnehmer ohne Homeoffice hatten keine Chance
  • Digitale Spaltung wurde evident

Status 2024/2025:

  • 2024 nicht neu aufgelegt (trotz Ankündigung)
  • Grund: Haushaltsprobleme nach Karlsruher Urteil
  • 2025 weiterhin keine Neuauflage
  • Enttäuschung bei vielen Interessenten

Ausblick 2026 und regionale Programme

Bundesprogramm 2026 in Planung:

  • Fokus: Mehrfamilienhäuser und Wohnungseigentümer-Gemeinschaften
  • Tiefgaragen in Mietobjekten fördern
  • Gemeinschaftliche Lade-Infrastruktur
  • Details: Noch nicht bekannt
  • Erwarteter Start: Erstes Quartal 2026

Regionale Programme aktuell verfügbar:

Nordrhein-Westfalen (Progres.nrw):

  • Bis zu 1.500 € pro Ladepunkt
  • Für Wohngebäude mit mind. 3 Wohneinheiten
  • Bedingung: Ökostrom-Tarif ODER eigene PV-Anlage
  • Antrag vor Kauf stellen

Baden-Württemberg (L-Bank):

  • Öffentlich zugängliche Ladeinfrastruktur
  • Vorbereitende Installationen in WEGs
  • Zuschüsse je nach Projekt individuell
  • Kombination mit PV-Förderung möglich

Stadtwerke-Programme (punktuell):

  • Mainz: 200-300 € Zuschuss
  • Düsseldorf: 250-400 € Zuschuss
  • Heidelberg: 150-500 € je nach System
  • Oft kombinierbar mit Stromvertrag
  • Prüfen Sie bei Ihrem lokalen Versorger

München (Hinweis):

  • FKG/FKA-Programm gestoppt seit Juli 2025
  • Neue Anträge nicht mehr möglich
  • Bewilligte Projekte bleiben gültig
  • Keine Nachfolge-Regelung bekannt

Wichtige Regel für alle Förderungen:

  • Antrag VOR Kauf und Installation stellen
  • Nachträgliche Anträge werden abgelehnt
  • Erst Antrag → Bewilligung abwarten → Kaufen
  • Kaufen Sie zuerst verlieren Sie Förderanspruch

Dienstwagen-Abrechnung ab 2026: MID-Zähler wird Pflicht

Ende der Pauschalen

Bis Ende 2025 konnten Dienstwagen-Fahrer pauschale Beträge von 15 bis 70 Euro pro Monat für Heimladung abrechnen ohne Nachweis. Das Bundesfinanzministerium hat diese Regelung zum 1. Januar 2026 ersatzlos gestrichen.

Was sich ab 2026 ändert:

  • Verbrauchsgenaue Abrechnung nach kWh ist Pflicht
  • Eigenbelege ohne technische Messung werden nicht akzeptiert
  • Monatspauschalen komplett gestrichen
  • Jede geladene Kilowattstunde muss nachgewiesen werden

Zulässige Nachweise:

  • MID-konforme Zähler in Wallbox integriert
  • Eichrechtskonforme Zähler in Wallbox
  • Separate Stromzähler nur für Wallbox
  • Fahrzeuginterne Verbrauchs-Erfassung (wenn steuerlich anerkannt)
  • Nicht zulässig: Handschriftliche Eigenbelege

Nachrüstung oft nötig:

  • Viele ältere Wallboxen haben keine Zähler
  • Kosten externe Zähler: 150-400 €
  • Kosten neue Wallbox mit Zähler: 800-1.500 €
  • Installation durch Elektriker: 200-400 € zusätzlich

Abrechnung: Individuell oder Pauschale

Variante 1 - Individueller Nachweis:

  • Berechnung tatsächlicher Kosten pro kWh
  • Basis: Ihr Stromvertrag inklusive Grundpreis
  • Grundpreis anteilig auf geladene kWh umlegen
  • Vorteil: Präzise, bei hohen Strompreisen vorteilhaft
  • Nachteil: Aufwändiger, Vertrag muss vorgelegt werden

Variante 2 - Strompreis-Pauschale:

  • Statistisches Bundesamt ermittelt Pauschale
  • 2026: 34 Cent pro kWh festgelegt
  • Unabhängig von Ihrem realen Tarif
  • Vorteil: Einfach, meist vorteilhafter
  • Nachteil: Wenn Ihr Tarif unter 34 ct liegt, Nachteil

Empfehlung:

  • Pauschale nutzen wenn Ihr Tarif >34 ct/kWh
  • Individuell abrechnen wenn Tarif <30 ct/kWh
  • Bei 32-34 ct/kWh praktisch egal

PV-Vorteil für Dienstwagen-Fahrer

Das BMF-Schreiben stellt klar: Auch bei Nutzung von selbst erzeugtem Solarstrom dürfen Sie den regulären Haushaltsstromtarif für die Abrechnung ansetzen.

So funktioniert der PV-Vorteil:

  • Ihre Gestehungskosten Solarstrom: 8-11 ct/kWh
  • Abrechnung mit Arbeitgeber: 34 ct/kWh Pauschale
  • Differenz: 23-26 ct/kWh = steuerfreier Gewinn
  • Völlig legal nach BMF-Schreiben

Beispiel-Rechnung:

  • Jahresfahrleistung Dienstwagen: 15.000 km
  • Verbrauch: 20 kWh/100 km
  • Energiebedarf: 3.000 kWh/Jahr
  • Davon 80% Solarstrom: 2.400 kWh
  • Davon 20% Netzstrom: 600 kWh

Abrechnung mit Arbeitgeber:

  • 3.000 kWh × 34 ct = 1.020 € erstattet

Ihre realen Kosten:

  • 2.400 kWh Solar × 10 ct = 240 €
  • 600 kWh Netz × 35 ct = 210 €
  • Gesamt: 450 € real bezahlt

Ihr steuerfreier Gewinn:

  • 1.020 € erstattet - 450 € Kosten = 570 € Gewinn/Jahr
  • Über 5 Jahre Dienstwagen-Nutzung: 2.850 € Extra
  • Amortisiert Wallbox + Teil der PV-Anlage zusätzlich

Bei 42watt: Wallbox und PV optimal kombiniert

Wir planen Ihre Wallbox-PV-Kombination nach Ihrem realen Fahrprofil und Energiebedarf. Wir erfassen Ihre tägliche Fahrleistung, übliche Lade-Zeiten und Home-Office-Anteil. Wir simulieren Ihren PV-Ertrag über alle 12 Monate für Ihren Standort. Wir berechnen ob direktes Überschussladen ausreicht oder ob ein Batteriespeicher wirtschaftlich sinnvoll ist.

Wir wählen Wallboxen mit schneller Reaktionszeit unter 10 Sekunden und automatischer Phasenumschaltung. Wir konfigurieren EVCC oder proprietäre Energie-Manager für maximalen Solaranteil. Wir prüfen Förder-Möglichkeiten in Ihrer Region und unterstützen bei Antragstellung. Wir installieren nach VDE-Normen mit allen nötigen Zertifikaten.

Typisches Ergebnis: Ein Kunde fährt 18.000 Kilometer pro Jahr. Sein Energiebedarf liegt bei 3.600 Kilowattstunden. Seine 9-Kilowatt-Peak-PV-Anlage produziert 9.000 Kilowattstunden pro Jahr. Sein Hausverbrauch beträgt 4.500 Kilowattstunden. Ohne Speicher erreicht er 55 Prozent Solaranteil beim Auto-Laden. Mit 12-Kilowattstunden-Speicher und EVCC steigt der Solaranteil auf 88 Prozent. Seine jährliche Ersparnis erhöht sich von 495 Euro ohne Speicher auf 792 Euro mit Speicher. Die Speicher-Mehrkosten von 10.000 Euro amortisieren sich in 16 Jahren nur durch Auto-Laden. Rechnet man Haus-Eigenverbrauch mit ein sinkt die Amortisation auf 11 Jahre bei 20 Jahren Lebensdauer.

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