Maximilian Nestler
February 11, 2026
5
min
Photovoltaik
Planungshilfen und Weiterführendes

Blackout? Nein danke! Wie Ihre PV-Anlage auch bei Stromausfall weiterläuft

Stellen Sie sich vor, draußen stürmt es, im ganzen Viertel gehen die Lichter aus, nur bei Ihnen brennt noch Licht und der Kühlschrank summt friedlich weiter. Viele Hausbesitzer entscheiden sich auch deswegen für eine Photovoltaikanlage, weil sie unabhängig sein wollen.

Inhaltsverzeichnis
Photovoltaik planen

unabhängig it 42watt

Solch eine Weiterversorgung bei einem Netzausfall ist allerdings nicht standardmäßig bei jeder Photovoltaikanlage integriert. Ohne zusätzliche technische Vorkehrungen, schaltet sich eine Photovoltaikanlage bei einem Stromausfall zunächst automatisch ab. Dieses Vorgehen ist auf eine Sicherheitsvorschrift zurückzuführen und soll Techniker, die am defekten Stromnetz arbeiten schützen, damit die Photovoltaikanlage nicht weiterhin Strom in das Netz einspeisen kann.

Wer bei einem Netzausfall trotzdem weiter von der Stromerzeugung seiner Photovoltaikanlage profitieren möchte, braucht eine Not- oder Ersatzstromlösung. Doch was genau ist eigentlich der Unterschied und wie werden die unterschiedlichen Lösungen umgesetzt?

Die drei Möglichkeiten der Unabhängigkeit

  1. NotstromDies ist die einfachste Variante. Hierbei wird lediglich eine spezielle Steckdose direkt am Wechselrichter oder in dessen Nähe installiert.
    • Im Ernstfall: Sie müssen manuell ein Verlängerungskabel ziehen, um z. B. das Handy zu laden oder den Kühlschrank einzustecken.
    • Umfang: Nur einzelne Geräte, nicht das ganze Haus.
    • Fazit: Ein guter Basisschutz, aber für die meisten modernen Haushalte heute oft nicht mehr ausreichend komfortabel.
  2. Ersatzstrom (Teilversorgung)Hier gehen wir einen Schritt weiter. Es werden gezielt wichtige Stromkreise ausgewählt, die bei einem Ausfall automatisch weiterversorgt werden.
    • Funktionsweise: Nur die „lebenswichtigen“ Leitungen (z. B. Internetrouter, Wohnzimmerlicht und Küche) hängen an einem speziellen Backup-Ausgang des Wechselrichters.
    • Vorteil: Es ist kostengünstiger als eine Vollversorgung, und Sie schonen Ihre Batteriekapazität, da große „Stromfresser“ (wie die Sauna oder das Elektroauto) im Notfall einfach aus bleiben.
    • Wichtig zu wissen: Diese Lösung ist meist einphasig. Das bedeutet, man sollte nicht zu viele Geräte gleichzeitig nutzen (max. ca. 4,6 kW).
    Diese Lösung wird bei 42 Watt nicht mehr angeboten, da sie oft mit einem sehr hohen Installations- und Planungsaufwand  einhergeht. Gerade in Bestandsbauten stellt das eine Herausforderung dar.
  3. Ersatzstrom (Vollversorgung):

Bei einem Netzausfall wird Ihr gesamtes Haus innerhalb weniger Sekunden physisch vom öffentlichen Netz getrennt und bildet ein eigenes autarkes Netz.

  • Im Ernstfall: Alle Steckdosen und Lichter im Haus funktionieren ganz normal weiter.
  • Vorteil: Maximaler Komfort. Sie müssen nicht überlegen, welches Gerät wo eingesteckt ist.
  • Nachteil: Die Installation ist aufwendiger. Zudem muss man ein Auge auf den Batteriestand haben, da die Energie bei vollem Hausbetrieb schneller aufgebraucht ist.

Technische Voraussetzungen - Was benötigt man für diese Lösungen?

Damit eine der drei oben genannten Varianten einer autarken Versorgung bei einem Stromausfall umsetzbar ist, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt werden:

  • Ein Batteriespeicher: Ohne Speicher gibt es keine Pufferung. Die Sonne scheint schließlich nicht 24 Stunden am Tag.
  • Ein inselfähiger Wechselrichter: Er muss in der Lage sein, sein eigenes Netzsignal zu erzeugen und unabhängig vom öffentlichen Stromnetz zu arbeiten.
  • Schwarzstartfähigkeit: Das ist ein wichtiger Fachbegriff! Er bedeutet, dass die Anlage auch dann morgens wieder anspringt, wenn die Batterie über Nacht komplett leer geworden ist und nur die Sonne als Energiequelle zur Verfügung steht. Andernfalls endet eine Ersatzstromversorgung, sobald die Batterie leer ist.
  • Umschalteinrichtung: Eine Sicherheitsschaltung sorgt dafür, dass Ihr Haus sicher vom öffentlichen Netz getrennt wird, sobald der Strom ausfällt.

Fazit - Für welche Lösung sollte ich mich entscheiden?

Die Entscheidung zwischen Not- und Ersatzstrom ist am Ende eine Abwägung zwischen Komfort, Kosten und Sicherheitsbedürfnis. Oft stellen wir fest, dass viele Kunden beim Wort „Notstrom“ eigentlich an eine vollautomatische Weiterversorgung des gesamten Hauses denken, also technisch gesehen an den Ersatzstrom.

Um die richtige Wahl zu treffen, sollten Sie sich folgende Fragen stellen:

  • Die minimalistische Lösung (Notstrom): Reicht es mir, im absoluten Ernstfall eine Steckdose im Keller zu haben, um mein Handy zu laden oder eine Lampe einzustecken? Wenn ja, ist die einfache Notstrom-Steckdose Ihre Wahl.
  • Der Mittelweg  (Teilversorgung): Möchte ich, dass Internet, Licht und Kühlschrank automatisch weiterlaufen, ohne dass ich bei einem Stromausfall im Dunkeln nach Kabeln suchen muss? Die Ersatzstrom-Teilversorgung bietet hier das beste Preis-Leistungs-Verhältnis und schützt Sie vor den kritischsten Einschränkungen. Je nach Absicherung im Haus ist diese Möglichkeit aber eingeschränkt möglich.
  • Die  Vollversorgung: Möchte ich den Stromausfall eigentlich gar nicht bemerken? Wenn Ihr Ziel maximale Autarkie ist und jedes Zimmer im Haus weiterhin wie gewohnt funktionieren soll, dann ist die Ersatzstrom-Vollversorgung die einzig richtige Lösung für Sie.

Wichtig zu wissen: Eine Nachrüstung ist zwar oft möglich, aber deutlich teurer als die direkte Planung beim Kauf der Anlage. Es lohnt sich also, bereits bei der Planung über solch eine Lösung nachzudenken.

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