Dachdämmung 2026: Kosten, Förderung, Aufbau & Dämmstoffe im Vergleich
Eine Dachdämmung kostet 2026 zwischen 20 €/m² für die Dämmung der obersten Geschossdecke und 350 €/m² für eine Aufsparrendämmung inklusive Neueindeckung. Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) gewährt 15 % Zuschuss plus 5 % iSFP-Bonus bis maximal 12.000 € pro Wohneinheit, ergänzt durch den zinsverbilligten KfW-Ergänzungskredit 358 ab 0,01 % Effektivzins. Die Dämmung der obersten Geschossdecke oder des Daches ist nach § 47 GEG verpflichtend bei einem U-Wert über 0,24 W/(m²·K) mit klaren Ausnahmen für Alteigentümer vor dem 1. Februar 2002.
Kosten der Dachdämmung 2026 im Überblick
Die Kosten einer Dachdämmung hängen maßgeblich vom gewählten Verfahren, der Dämmstärke und der Dämmstoffauswahl ab. Der co2online-Heizspiegel 2024 dokumentiert für ein durchschnittliches Einfamilienhaus (130 m² Wohnfläche, Baujahr 1983, Gasheizung) eine jährliche Heizkosten-Ersparnis von rund 300 € oder 13 % nach fachgerechter Dachdämmung — kumuliert über 20 Jahre entsteht daraus ein Einsparpotenzial von bis zu 11.200 €. Die folgenden Preisspannen gelten für 2026 inklusive Material und Handwerkerleistung.
| Dämmverfahren | Kosten pro m² | 120 m² Dachfläche | Einsatzgebiet |
|---|---|---|---|
| Oberste Geschossdecke (nicht begehbar) | 20–35 € | 2.400–4.200 € | Ungenutzter Dachboden |
| Oberste Geschossdecke (begehbar) | 40–100 € | 4.800–12.000 € | Begehbar mit Stauraum |
| Einblasdämmung (Hohlräume) | 40–70 € | 4.800–8.400 € | Schnell, ohne Demontage |
| Zwischensparrendämmung | 60–120 € | 7.200–14.400 € | Ausgebautes Dachgeschoss |
| Untersparrendämmung (ergänzend) | 30–80 € | 3.600–9.600 € | Zusatz zu Zwischensparren |
| Aufsparrendämmung (inkl. Neueindeckung) | 150–350 € | 18.000–42.000 € | Bei anstehender Dachsanierung |
Die Aufsparrendämmung lohnt sich fast ausschließlich bei ohnehin anstehender Neueindeckung, weil Gerüst- und Dacharbeiten sonst die Amortisation sprengen. Für ungenutzte Dachböden ist die Dämmung der obersten Geschossdecke die wirtschaftlich überlegene Lösung mit Amortisationszeiten von fünf bis acht Jahren — die ausführliche Kostenanalyse einer horizontalen Dämmebene findet sich in der Analyse zur Kellerdeckendämmung, die für die analoge Geschossdecken-Berechnung dieselbe Logik verwendet.
Dachdämmung von innen oder außen: Die drei Dämmverfahren
Die Dachdämmung erfolgt entweder von außen (Aufsparrendämmung) oder von innen (Zwischen- und Untersparrendämmung). Die Wahl des Verfahrens hängt von drei Faktoren ab: Zustand der Dacheindeckung, Sparrentiefe und Nutzung des Dachgeschosses. Die folgende Übersicht fasst die entscheidenden Unterschiede zusammen.
| Kriterium | Aufsparrendämmung | Zwischensparrendämmung | Untersparrendämmung |
|---|---|---|---|
| Einbau | Von außen (Neueindeckung) | Von innen, zwischen Sparren | Von innen, unter Sparren |
| Wohnraumverlust | Keiner | Keiner | 4–8 cm Raumhöhe |
| Wärmebrücken | Keine | Sparren als Wärmebrücken | Reduziert Wärmebrücken |
| DIY-möglich | Nein (Fachbetrieb) | Ja, eingeschränkt | Ja |
| U-Wert-Potenzial | 0,10–0,14 W/(m²·K) | 0,18–0,24 W/(m²·K) | In Kombination 0,14 |
| Kosten pro m² | 150–350 € | 60–120 € | 30–80 € |
Eine Dachdämmung von außen ist bauphysikalisch überlegen, aber nur bei ohnehin geplanter Neueindeckung wirtschaftlich. Die Dämmung von innen dominiert in der Praxis, weil die bestehende Dacheindeckung erhalten bleibt und die Arbeiten witterungsunabhängig erfolgen. Wer seine Dacheindeckung ohnehin erneuert, findet die vollständigen Kombi-Kosten im Leitfaden zu Dachsanierungskosten 2026.
Aufsparrendämmung: Wärmebrückenfreie Premium-Lösung
Die Aufsparrendämmung verlegt die Dämmschicht oberhalb der Sparren als durchgehende, wärmebrückenfreie Dämmhaube. Der Systemaufbau erfolgt von innen nach außen: Sparren, Dampfbremse, Aufsparrendämmplatte (140–240 mm), Unterdeckbahn, Konterlattung, Dachlattung, Eindeckung. Die U-Werte liegen bei 0,10–0,14 W/(m²·K) und erfüllen damit ohne Wärmebrückenzuschlag die BEG-Förderanforderungen.
Die Gesamtkosten von 150–350 € pro Quadratmeter beinhalten Dämmung (60–110 €), Neueindeckung (45–80 €), Gerüst (8–15 €), Unterdeckbahn (8–12 €) und Anschlussdetails (12–25 €). Als Einzelmaßnahme amortisiert sich die Aufsparrendämmung erst nach 25–35 Jahren, im Verbund mit einer ohnehin fälligen Dachsanierung bereits nach 12–18 Jahren. Die Dämmstoffwahl fällt meist auf Polyurethan-Hartschaum (PIR/PUR) mit λ 0,022–0,025 W/(m·K), weil schlanke Aufbauten bei Grenzbebauung und historischen Dachneigungen entscheidend sind.
Zwischensparrendämmung: Standard für den Altbau
Die Zwischensparrendämmung füllt den Raum zwischen den Dachsparren vollständig mit Dämmstoff. Typische Altbausparren sind 10–14 cm tief — für den GEG-Mindeststandard (U ≤ 0,24 W/(m²·K)) reichen das bei Mineralwolle WLS 035 gerade aus, für die BEG-Förderung (U ≤ 0,14 W/(m²·K)) müssen die Sparren aufgedoppelt oder durch eine Untersparrendämmung ergänzt werden. Die Kosten liegen bei 60–120 € pro Quadratmeter inklusive Dampfbremse und Verkleidung.
Als Dämmstoffe dominieren flexible Klemmfilze aus Mineralwolle (11–30 kg/m³ Rohdichte), Holzfaser (140–270 kg/m³) oder Hanfmatten. Die fugenfreie Verlegung erfordert präzise Zuschnitte mit 10–15 mm Übermaß zur elastischen Klemmung. Der Wärmebrückenzuschlag durch Sparren (λ 0,13 W/(m·K)) beträgt bei Standardkonstruktionen 0,03–0,06 W/(m²·K) und muss rechnerisch berücksichtigt werden.
Untersparrendämmung und Einblasdämmung: Ergänzung und Hohlraum-Lösung
Die Untersparrendämmung ergänzt eine bestehende Zwischensparrendämmung mit einer 40–60 mm starken Dämmschicht unterhalb der Sparren. Sie reduziert Wärmebrücken um 60–80 % und verbessert die Dämmwirkung laut ISOVER um bis zu 30 %. Gleichzeitig integriert sie die Installationsebene für Elektro und Beleuchtung. Kosten: 30–80 € pro Quadratmeter zusätzlich. Der Raumhöhenverlust von 4–8 cm ist der wesentliche Kompromiss.
Die Einblasdämmung eignet sich für Hohlräume zwischen Sparren oder in der obersten Geschossdecke, die nicht geöffnet werden können. Zellulose mit λ 0,040 W/(m·K) wird maschinell durch 12–16 mm Bohrungen eingeblasen und erreicht Rohdichten von 35–65 kg/m³ für langzeitstabile Lagerung ohne Setzungen über 2 %. Die Kosten liegen bei 40–70 € pro Quadratmeter bei einer Einbauzeit von typisch 6–8 Stunden für ein Einfamilienhaus.
Dämmstoffe im Vergleich 2026
Die Wahl des Dämmstoffs bestimmt Dämmwirkung, Brandverhalten, Ökobilanz und Preis. Die folgende Übersicht vergleicht die für Dachdämmung relevanten Materialien nach Wärmeleitfähigkeit (λ), Rohdichte, Preis und sommerlicher Hitzeschutzwirkung (Phasenverschiebung).
| Dämmstoff | λ W/(m·K) | Preis pro m² (180 mm) | Brandklasse | Phasenverschiebung |
|---|---|---|---|---|
| PUR/PIR-Hartschaum | 0,022–0,029 | 30–60 € | B1/B2 | 4–6 h |
| Mineralwolle (Glas/Stein) | 0,032–0,040 | 10–22 € | A1 (nicht brennbar) | 2–4 h |
| Holzfaser-Dämmplatten | 0,037–0,052 | 22–35 € | B2 | 8–12 h |
| Zellulose (Einblas) | 0,038–0,045 | 9–15 € | B2 | 6–10 h |
| EPS (Styropor) | 0,032–0,040 | 12–25 € | B1/B2 | 3–5 h |
| Hanf-Dämmmatten | 0,040–0,045 | 18–28 € | B2 | 7–10 h |
Mineralwolle dominiert mit über 50 % Marktanteil den Dachdämmungs-Markt — sie ist günstig, nicht brennbar und einfach zu verarbeiten. Holzfaser wird zunehmend nachgefragt wegen der hohen Phasenverschiebung von 8–12 Stunden, die Dachgeschosse bei sommerlichen 35 °C Außentemperaturen kühl hält. Ein umfassender Überblick zu Dämmstoffen über alle Bauteile hinweg findet sich im Ratgeber zu Dämmstoffen für die energetische Sanierung.
Altbau Dachdämmung Aufbau: Schichtenfolge und die Unterspannbahn-Frage
Der bauphysikalisch korrekte Schichtaufbau einer Altbau-Zwischensparrendämmung folgt dem Prinzip „innen dichter als außen": Eine Dampfbremse auf der warmen Innenseite verhindert Tauwasser im Dämmstoff, eine Unterspannbahn außen schützt vor eindringendem Regen und Flugschnee. Die folgende Schichtenfolge gilt für die fachgerechte Zwischensparrendämmung im Altbau.
| Schicht | Funktion | Material/Dicke |
|---|---|---|
| 1. Innenverkleidung | Raumabschluss, Optik | Gipskarton 12,5 mm, Holz |
| 2. Installationsebene (optional) | Kabel, Leitungen | Lattung 24–30 mm |
| 3. Dampfbremse | Tauwasserschutz | PE-Folie sd 2–100 m |
| 4. Zwischensparrendämmung | Wärmedämmung | Mineralwolle 160–240 mm |
| 5. Unterspannbahn | Regenschutz, diffusionsoffen | Sd-Wert < 0,3 m |
| 6. Konterlattung | Hinterlüftung | Holzlatten 24–40 mm |
| 7. Dachlattung | Träger der Eindeckung | Holzlatten 24/48 mm |
| 8. Dacheindeckung | Regen-/Windschutz | Tondachziegel, Betondachstein |
In vielen Altbauten vor 1980 fehlt die Unterspannbahn komplett — bei der Zwischensparrendämmung entsteht dann ein kritisches Feuchteproblem. Styropor-Dämmplatten ohne Unterspannbahn sind nicht empfehlenswert, weil das nahezu diffusionsdichte EPS eindringende Feuchtigkeit in der Konstruktion einschließt und zu Schimmel und Holzschäden führt. Drei Lösungsansätze funktionieren bauphysikalisch: Erstens die Nachrüstung einer Unterspannbahn von innen zwischen den Sparren vor der Dämmung. Zweitens die Verwendung diffusionsoffener Dämmstoffe wie Holzfaser oder Zellulose in Kombination mit einem Hinterlüftungsspalt von mindestens 2–5 cm zwischen Dämmung und Dacheindeckung. Drittens die Komplettneueindeckung mit regulärer Unterspannbahn, sofern die Ziegel ohnehin erneuerungsbedürftig sind. Die Entscheidung zwischen den Optionen sollte immer ein Dachdecker oder Energieberater vor Ort treffen.
Dachdämmung selber machen: Wo DIY funktioniert und wo nicht
Die Zwischensparren- und Untersparrendämmung sowie die Dämmung der obersten Geschossdecke sind grundsätzlich DIY-tauglich. Die Aufsparrendämmung, Einblasdämmung und alle Arbeiten, die Eingriffe in die Dacheindeckung erfordern, bleiben dem Fachbetrieb vorbehalten. Die folgende Übersicht zeigt die Kosten- und Zeitunterschiede.
| Verfahren | DIY-Kosten 120 m² | Fachbetrieb 120 m² | DIY-Ersparnis | Förderfähig? |
|---|---|---|---|---|
| Oberste Geschossdecke | 800–1.800 € | 2.400–4.200 € | bis 60 % | Nein (ohne Experte) |
| Zwischensparrendämmung | 2.500–5.000 € | 7.200–14.400 € | bis 65 % | Nein (ohne Experte) |
| Untersparrendämmung | 1.200–2.800 € | 3.600–9.600 € | bis 70 % | Nein (ohne Experte) |
| Aufsparrendämmung | Nicht möglich | 18.000–42.000 € | – | Ja (mit Energieberater) |
Wer DIY dämmt, verliert die BAFA-Förderung vollständig, weil der Förderantrag die Baubegleitung durch einen zertifizierten Energieeffizienz-Experten zwingend voraussetzt. Rechnung: Bei 7.200 € Fachbetriebs-Kosten für eine Zwischensparrendämmung und 20 % iSFP-Förderung erhält man 1.440 € Zuschuss — die Netto-Mehrkosten gegenüber DIY (2.500 €) betragen also nur 3.260 € statt nominell 4.700 €. Ergänzend lassen sich 20 % der Kosten über § 35c EStG steuerlich absetzen, sofern kein Förderantrag gestellt wurde.
Oberste Geschossdecke dämmen: Die wirtschaftlichste Pflichtlösung
Wenn der Dachboden nicht bewohnt wird, ist die Dämmung der obersten Geschossdecke die mit Abstand günstigste Lösung. Die Kosten liegen bei 20–35 € pro Quadratmeter für nicht begehbare Varianten (einfaches Auslegen von Dämmplatten oder Matten) und 40–100 € für begehbare Konstruktionen mit druckfesten Dämmplatten und OSB- oder Spanplattenbelag. Der U-Wert von 0,20–0,24 W/(m²·K) reicht für die GEG-Pflicht aus, ein U-Wert von 0,14 W/(m²·K) erschließt die BAFA-Förderung.
Die Amortisation tritt typisch nach fünf bis acht Jahren ein — unter allen Dämmmaßnahmen am Gebäude die schnellste. Eine analoge Wirtschaftlichkeits-Logik mit konkreten Einsparwerten findet sich im Pillar-Artikel zur Kellerdeckendämmung, bei der die unbeheizte Zone unten liegt statt oben.
Dachdämmung Förderung 2026: BAFA, KfW und Steuerbonus
Die Bundesförderung für effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen (BEG EM) bietet 2026 drei Fördersäulen, die teilweise kombinierbar sind. Die folgende Tabelle zeigt die aktuelle Förderlandschaft (Stand April 2026).
| Förderprogramm | Höhe | Max. förderfähige Kosten | Max. Betrag | Voraussetzung |
|---|---|---|---|---|
| BAFA Grundförderung | 15 % | 30.000 € | 4.500 € | U ≤ 0,14 W/(m²·K) |
| BAFA mit iSFP-Bonus | 20 % | 60.000 € | 12.000 € | iSFP + U ≤ 0,14 |
| KfW-Ergänzungskredit 358 | 0,01–2,0 % Zins | 120.000 € | 120.000 € | Einkommen ≤ 90.000 € |
| KfW-Ergänzungskredit 359 | Marktzins | 120.000 € | 120.000 € | Keine Einkommensgrenze |
| § 35c EStG Steuerbonus | 20 % über 3 Jahre | 200.000 € | 40.000 € | Selbstnutzung + Alter ≥ 10 J. |
Die wichtigste Regel: Der BAFA-Antrag muss vor Auftragsvergabe gestellt werden, sonst entfällt der Zuschuss vollständig. Wer iSFP und BAFA kombiniert, erhält bei 40.000 € Aufsparrendämmung einen Zuschuss von 8.000 € (20 %) — die iSFP-Erstellung kostet netto nach 50 % Förderung nur etwa 650–900 €. Eine Kombination mit § 35c EStG ist für dieselbe Maßnahme ausgeschlossen; der Steuerbonus lohnt sich vor allem für kleinere Projekte unter 25.000 €, die ohne iSFP-Aufwand laufen sollen. Die KfW 358 und 359 lassen sich zusätzlich zum BAFA-Zuschuss als Finanzierung der Restkosten kombinieren.
Dachdämmung Pflicht und Ausnahmen nach GEG § 47
Das Gebäudeenergiegesetz regelt in § 47 die Nachrüstpflicht zur Dämmung der obersten Geschossdecke oder des Daches. Wohngebäude und Nichtwohngebäude, die mindestens vier Monate im Jahr auf 19 °C beheizt werden, müssen einen U-Wert der obersten Geschossdecke von höchstens 0,24 W/(m²·K) erreichen. Die Pflicht gilt als erfüllt, wenn das darüberliegende Dach entsprechend gedämmt ist oder die Decke dem DIN 4108-2 Mindestwärmeschutz entspricht.
Drei zentrale Ausnahmen befreien Eigentümer von der Nachrüstpflicht: Erstens gelten Eigentümer von Ein- und Zweifamilienhäusern, die schon vor dem 1. Februar 2002 selbst darin gewohnt haben, als ausgenommen — bis zum Eigentümerwechsel. Der neue Eigentümer hat nach Grundbucheintrag zwei Jahre Zeit zur Umsetzung. Zweitens entfällt die Pflicht, wenn die Amortisation nicht in angemessener Frist möglich ist; das Landgericht Saarbrücken hat 2013 zehn Jahre als Richtwert angesetzt. Drittens gilt bei technisch begrenzter Dämmschichtdicke (z. B. bestehende Deckenkonstruktion) die Anforderung als erfüllt, wenn die höchstmögliche Dämmung mit λ ≤ 0,035 W/(m·K) bzw. 0,045 W/(m·K) bei Einblas- oder Naturdämmstoffen eingebaut wird. § 48 GEG ergänzt die Pflicht bei Änderungen an Dachflächen ab 10 % der Bauteilfläche.
U-Wert und Dämmdicke: Was 2026 vorgeschrieben ist
Der erforderliche U-Wert bestimmt die Dämmstärke direkt. Für den GEG-Mindeststandard reichen bei Mineralwolle WLS 035 etwa 180 mm aus, für die BEG-Förderanforderung müssen 300 mm eingebaut werden. Die folgende Tabelle zeigt die Dämmstärke nach U-Wert-Anforderung und λ-Wert des Dämmstoffs.
| U-Wert-Anforderung | Gilt für | λ 0,022 (PIR) | λ 0,035 (Mineralwolle) | λ 0,040 (Zellulose) |
|---|---|---|---|---|
| 0,24 W/(m²·K) (GEG) | Mindestpflicht § 47 | 100 mm | 160 mm | 180 mm |
| 0,20 W/(m²·K) | GEG bei Änderung § 48 | 120 mm | 180 mm | 200 mm |
| 0,14 W/(m²·K) (BEG) | BAFA-Förderung | 160 mm | 260 mm | 300 mm |
| 0,10 W/(m²·K) | Effizienzhaus 55 | 220 mm | 340 mm | 400 mm |
Grundlagen zur Berechnung und Bedeutung des U-Werts für die gesamte Gebäudehülle finden sich im Leitfaden zu U-Werten in Deutschland. Wer die Dämmung mit einer Wärmepumpe kombiniert, profitiert doppelt: Eine bessere Dachdämmung senkt den Wärmebedarf und erlaubt niedrigere Vorlauftemperaturen — die Auswirkungen auf den Stromverbrauch der Wärmepumpe sind im entsprechenden Pillar dokumentiert.
Häufige Fragen zur Dachdämmung 2026
Was kostet eine Dachdämmung pro Quadratmeter?
Die Kosten 2026 liegen zwischen 20 € pro m² für die einfache Dämmung der obersten Geschossdecke und 350 € pro m² für eine Aufsparrendämmung inklusive Neueindeckung. Eine Zwischensparrendämmung durch den Fachbetrieb kostet typisch 60–120 € pro m².
Wie dick muss eine Dachdämmung sein?
Für den GEG-Mindeststandard (U ≤ 0,24 W/(m²·K)) sind bei Mineralwolle WLS 035 etwa 160 mm erforderlich. Für die BAFA-Förderung (U ≤ 0,14 W/(m²·K)) müssen rund 260 mm eingebaut werden. Bei hochwertigen PIR-Dämmstoffen reichen 160 mm für Förderstandard.
Ist Dachdämmung Pflicht?
Nach § 47 GEG besteht eine Nachrüstpflicht für die oberste Geschossdecke oder das Dach mit U ≤ 0,24 W/(m²·K). Ausgenommen sind Eigentümer, die vor dem 1. Februar 2002 selbst im Haus gewohnt haben — bis zum Eigentümerwechsel. Nach Verkauf hat der neue Eigentümer zwei Jahre Zeit zur Umsetzung.
Welche Dachdämmung ist die beste für den Altbau?
Für ausgebaute Dachgeschosse im Altbau ist die Zwischensparrendämmung mit Untersparren-Ergänzung der Standard bei 90–200 € pro m². Für ungenutzte Dachböden ist die Dämmung der obersten Geschossdecke wirtschaftlich überlegen. Die Aufsparrendämmung lohnt sich nur bei ohnehin fälliger Neueindeckung.
Kann ich mein Dach ohne Unterspannbahn dämmen?
Ja, aber nur mit diffusionsoffenen Dämmstoffen wie Holzfaser oder Zellulose und einem Hinterlüftungsspalt von mindestens 2–5 cm zwischen Dämmung und Dacheindeckung. Styropor oder andere diffusionsdichte Dämmstoffe ohne Unterspannbahn führen zu Feuchteschäden und Schimmelbildung. Besser ist die Nachrüstung einer Unterspannbahn von innen.
Wie viel Förderung gibt es 2026 für Dachdämmung?
Die BAFA fördert 15 % der Kosten bis maximal 4.500 € pro Wohneinheit. Mit individuellem Sanierungsfahrplan (iSFP) erhöht sich der Zuschuss auf 20 % bis maximal 12.000 €. Zusätzlich ist ein KfW-Ergänzungskredit 358/359 mit bis zu 120.000 € verfügbar, bei niedrigem Einkommen ab 0,01 % Effektivzins.
Kann ich eine Dachdämmung selber machen?
Ja, die Zwischensparren-, Untersparren- und oberste-Geschossdecke-Dämmung sind grundsätzlich DIY-tauglich. Die DIY-Ersparnis beträgt 50–70 % gegenüber Fachbetrieb. Nachteil: Ohne zertifizierten Energieeffizienz-Experten entfällt die BAFA-Förderung vollständig — der Steuerbonus nach § 35c EStG mit 20 % über drei Jahre bleibt aber verfügbar.
Welcher Dämmstoff ist der beste für das Dach?
Für Standardanwendungen dominiert Mineralwolle mit λ 0,032–0,040 W/(m·K), Baustoffklasse A1 und Preisen um 10–22 € pro m². Bei Platzmangel ist PIR/PUR-Hartschaum mit λ 0,022 W/(m·K) überlegen. Für sommerlichen Hitzeschutz bieten Holzfaser und Zellulose mit 8–12 Stunden Phasenverschiebung die beste Wirkung.
Was bringt eine Dachdämmung an Heizkosten-Ersparnis?
Laut co2online-Heizspiegel spart eine fachgerechte Dachdämmung im Durchschnittshaus (130 m², Baujahr 1983) rund 300 € pro Jahr oder 13 % der Heizkosten. Über 20 Jahre kumuliert sich das auf bis zu 11.200 € — ergänzt durch die CO₂-Preis-Einsparung, die 2026 bei 65 € pro Tonne liegt.
Wann amortisiert sich eine Dachdämmung?
Die oberste Geschossdecke amortisiert sich typisch nach 5–8 Jahren. Die Zwischensparrendämmung benötigt 12–18 Jahre. Die Aufsparrendämmung als Einzelmaßnahme 25–35 Jahre, im Verbund mit einer Dachsanierung 12–18 Jahre. Mit BAFA-Förderung verkürzen sich alle Zeiträume um 15–20 %.
Fazit: Wirtschaftlichkeit so stark wie nie
Die Dachdämmung erreicht 2026 ein wirtschaftliches Optimum: BAFA-Zuschüsse bis 12.000 €, KfW-Ergänzungskredite ab 0,01 % Effektivzins, steigende CO₂-Preise und das wachsende Lohnniveau im Dachdeckerhandwerk machen jede Verzögerung teurer. Für ungenutzte Dachböden ist die Dämmung der obersten Geschossdecke ab 20 €/m² die klar wirtschaftlichste Lösung; für ausgebaute Dachgeschosse bleibt die Zwischensparrendämmung mit Untersparren-Ergänzung die Standardempfehlung. Wer im Altbau ohne Unterspannbahn dämmt, muss auf diffusionsoffene Dämmstoffe und einen Hinterlüftungsspalt achten. Die Fassadendämmung ergänzt die Dachdämmung logisch im Rahmen eines individuellen Sanierungsfahrplans — und sichert damit den vollen iSFP-Bonus von 5 Prozentpunkten.


