Max Nestler
September 28, 2026
Lesezeit
11
Minuten
Wärmepumpe
Arten & Systemleistung

Bivalenzpunkt Wärmepumpe 2026: Berechnung, Werte und Heizstab

Der Bivalenzpunkt ist die Außentemperatur, bei der die maximale Heizleistung der Wärmepumpe genau der Heizlast des Hauses entspricht. Darunter braucht es einen zweiten Wärmeerzeuger, meist einen elektrischen Heizstab. Dieser Ratgeber zeigt, wie Fachbetriebe den Punkt bestimmen, welche Werte üblich sind und wie viel Arbeit der Heizstab tatsächlich leistet.

Inhaltsverzeichnis
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Das Wichtigste in Kürze

  • Bivalenzpunkt = Außentemperatur, bei der die WP-Maximalleistung der Heizlast entspricht.
  • Bestimmung grafisch: Schnittpunkt Heizlastgerade und WP-Leistungskurve bei realer Vorlauftemperatur.
  • Üblich bei monoenergetischen Luft-Wasser-WP: −3 bis −7 °C.
  • DIN V 4701-10: Bei −5 °C (parallel) liefert die WP 98 % der Jahresheizwärme.
  • Bivalent-alternativ bei −5 °C: nur 91 % Wärmepumpenanteil.
  • Rechenbeispiel (10 kW, DWD-TRY Region 13, Station Mühldorf): Bivalenzpunkt −4,8 °C, Heizstab 2,2 % der Wärme, aber 7,4 % des Stroms.
  • −4,8 statt −0,2 °C: JAZ 3,32 statt 2,94, rund 275 € weniger Stromkosten pro Jahr.
  • Unter −5 °C bringt ein tieferer Bivalenzpunkt kaum Nutzen, erfordert aber ein größeres Gerät.

Was ist der Bivalenzpunkt einer Wärmepumpe?

Der Bivalenzpunkt ist die Außentemperatur, unterhalb derer die Wärmepumpe die Heizlast nicht mehr allein decken kann. Der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) definiert ihn als „Betriebspunkt mit der höchsten Leistung, die noch von der Wärmepumpe allein zu erbringen ist“. Die Heizlast ist die Wärmeleistung, die das Haus bei einer bestimmten Außentemperatur verliert. Sie steigt, je kälter es wird. Die Leistung einer Luft-Wasser-Wärmepumpe sinkt dagegen mit der Außentemperatur. Wo sich beide Kurven kreuzen, liegt der Bivalenzpunkt. Wie Anlagen mit zwei Wärmeerzeugern grundsätzlich aufgebaut sind und was sie kosten, erklärt der Beitrag bivalente Wärmepumpe. Hier geht es um den Punkt selbst.

Wie viel der Jahresheizwärme die Wärmepumpe liefert, hängt stark von der Lage des Bivalenzpunkts ab. DIN V 4701-10 gibt dafür feste Deckungsanteile vor:

BivalenzpunktAnteil Wärmepumpe (parallel)Anteil Wärmepumpe (alternativ)
−10 °C100 %96 %
−7 °C99 %94 %
−5 °C98 %91 %
−3 °C96 %83 %
0 °C90 %64 %
+2 °C83 %46 %
+5 °C61 %19 %

Kurz eingeordnet: Bei parallelem Betrieb laufen Wärmepumpe und Heizstab unterhalb des Bivalenzpunkts gemeinsam. Liegt der Punkt bei −5 °C, liefert die Wärmepumpe 98 % der Jahresheizwärme, der zweite Wärmeerzeuger nur 2 %. Beim alternativen Betrieb schaltet die Wärmepumpe unterhalb des Punkts ab. Deshalb fällt ihr Anteil deutlich kleiner aus. Die Werte stammen aus dem Planungshandbuch von Stiebel Eltron, das die Tabellen aus DIN V 4701-10 wiedergibt.

Was ist der Unterschied zwischen Bivalenzpunkt, Norm-Außentemperatur und Einsatzgrenze?

Die 3 Begriffe beschreiben unterschiedliche Temperaturen: den Übergabepunkt, den Auslegungsfall und das technische Limit des Geräts. Die Norm-Außentemperatur ist die tiefste Temperatur, für die die Heizlast berechnet wird. DIN/TS 12831-1 (April 2020) legt sie für jeden Standort fest. Der BWP stellt die Werte in seiner Klimakarte nach Postleitzahl bereit. Die Einsatzgrenze ist die tiefste Außentemperatur, bei der das Gerät laut Hersteller überhaupt noch arbeitet. Der Bivalenzpunkt liegt fast immer zwischen beiden: über der Norm-Außentemperatur und deutlich über der Einsatzgrenze.

Wie wird der Bivalenzpunkt berechnet?

Der Bivalenzpunkt ergibt sich grafisch aus dem Schnittpunkt der Heizlastgeraden des Hauses mit der Leistungskurve der Wärmepumpe. Fachbetriebe gehen dabei in 4 Schritten vor:

1. Heizlast bei Norm-Außentemperatur nach DIN EN 12831 ermitteln (siehe Heizlastberechnung).

2. Heizlastgerade zeichnen: von der Heizlast bei Norm-Außentemperatur bis 0 kW an der Heizgrenze.

3. Leistungskurve der Wärmepumpe für die geplante Vorlauftemperatur aus dem Datenblatt eintragen.

4. Schnittpunkt ablesen: Die zugehörige Außentemperatur ist der Bivalenzpunkt.

Die Heizgrenze ist die Außentemperatur, ab der das Haus keine Heizwärme mehr braucht. Sie liegt bei Bestandsgebäuden häufig um 15 °C. Rechnerisch folgt die Heizlast dieser Formel: Heizlast(T) = Heizlast bei Norm-Außentemperatur × (Heizgrenze − T) / (Heizgrenze − Norm-Außentemperatur). Für ein Haus mit 10 kW bei −12 °C und 15 °C Heizgrenze ergibt das bei −5 °C rund 7,4 kW.

Wie liest man den Bivalenzpunkt aus dem Datenblatt ab?

Maßgeblich ist die maximale Heizleistung bei der tatsächlichen Vorlauftemperatur, nicht die Nennleistung. Datenblätter nennen Leistungen für Prüfpunkte wie A2/W35, also 2 °C Außenluft und 35 °C Vorlauf. Bei 55 °C Vorlauf liegt die Leistung meist niedriger. Wer mit der falschen Kurve rechnet, setzt den Bivalenzpunkt zu tief an. Ein Beispiel aus einer Viessmann-Planungsanleitung: Für ein Haus mit 8 kW Heizlast bei −20 °C ergibt sich mit dem gewählten Gerät ein Bivalenzpunkt von −11 °C bei rund 6,1 kW.

Welche Werte sind für den Bivalenzpunkt typisch?

Bei monoenergetischen Luft-Wasser-Wärmepumpen liegt der Bivalenzpunkt meist zwischen −3 °C und −7 °C. Diesen Bereich empfiehlt das Planungshandbuch von Stiebel Eltron. Viessmann nennt für Hybridheizungen „etwa null bis minus sieben Grad Celsius“ als übliche Spanne. Monoenergetisch bedeutet: Wärmepumpe und Heizstab nutzen beide Strom. Wie viel die Wärmepumpe liefert, hängt zusätzlich vom Klima am Standort ab:

BivalenzpunktKlimazone −10 °CKlimazone −12 °CKlimazone −14 °CKlimazone −16 °C
−8 °C100 %99 %98 %97 %
−6 °C99 %99 %98 %97 %
−4 °C99 %98 %97 %95 %
−2 °C98 %96 %94 %92 %
0 °C96 %93 %90 %87 %
+2 °C92 %88 %85 %81 %

Kurz eingeordnet: Die Tabelle zeigt den Jahres-Deckungsanteil der Wärmepumpe im parallelen, monoenergetischen Betrieb laut Planungshandbuch von Stiebel Eltron. Die Klimazone steht für die Norm-Außentemperatur. In kälteren Regionen fällt bei gleichem Bivalenzpunkt mehr Arbeit für den Heizstab an. Zwischen −4 °C und −8 °C ändert sich der Anteil kaum noch. Ein noch tieferer Bivalenzpunkt bringt daher wenig, erfordert aber ein größeres Gerät.

Welche Betriebsweisen gibt es am Bivalenzpunkt?

Es gibt 5 Betriebsweisen, die sich darin unterscheiden, ob und wie ein zweiter Wärmeerzeuger unterhalb des Bivalenzpunkts arbeitet.

BetriebsweiseUnterhalb des BivalenzpunktsZweiter WärmeerzeugerTypischer Einsatz
MonovalentWärmepumpe alleinkeinerNeubau, Erdwärme
MonoenergetischWärmepumpe und Heizstab gemeinsamHeizstabLuft-Wasser, Neubau und Bestand
Bivalent-parallelWärmepumpe und Kessel gemeinsamGas, Öl, HolzHybridheizung
Bivalent-teilparallelerst gemeinsam, dann nur KesselGas, Öl, Holzhohe Vorlauftemperaturen
Bivalent-alternativnur KesselGas, Öl, HolzAltbau mit Heizkörpern

Kurz eingeordnet: Eine monovalente Wärmepumpe hat keinen Bivalenzpunkt, weil sie auch bei Norm-Außentemperatur die ganze Heizlast deckt. Die monoenergetische Betriebsweise ist eine Form des parallelen Betriebs mit Heizstab. Sie ist bei Luft-Wasser-Wärmepumpen verbreitet. Teilparallel heißt laut Stiebel Eltron: Unterhalb des Bivalenzpunkts arbeiten beide Erzeuger zusammen, bis die Wärmepumpe die nötige Vorlauftemperatur nicht mehr erreicht. Dann übernimmt der Kessel allein.

Wann ist ein kostenoptimaler Bivalenzpunkt sinnvoll?

Bei einer Hybridheizung mit Gas- oder Ölkessel lässt sich der Bivalenzpunkt auch nach Energiepreisen festlegen. Viessmann beschreibt dafür 3 Schritte. Zuerst wird der Wärmepreis des Kessels berechnet: Brennstoffpreis geteilt durch Wirkungsgrad. Danach folgt der Grenz-COP: Strompreis geteilt durch diesen Wärmepreis. Zuletzt sucht man im Datenblatt die Außentemperatur, bei der die Wärmepumpe diesen COP unterschreitet. Mit angenommenen 30 Cent je kWh Strom und 11 Cent je kWh Gas bei 95 % Wirkungsgrad liegt der Grenz-COP bei rund 2,6. Rechtlich ist ein neuer fossiler Kessel seit 29.07.2026 wieder freier planbar. Seit diesem Tag heißt das umfassend geänderte GEG Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), die 65-%-Pflicht ist entfallen. Für neu eingebaute Gas- und Ölheizungen gilt stattdessen ab 2029 eine stufenweise steigende Pflicht zur Beimischung biogener Brennstoffe (Biotreppe, § 43 GModG).

42watt-Rechenbeispiel: Wie viel Arbeit leistet der Heizstab?

Im 42watt-Rechenbeispiel liegt der Bivalenzpunkt bei −4,8 °C, der Heizstab liefert 2,2 % der Heizwärme, verbraucht aber 7,4 % des Heizstroms. Die Rechnung nutzt Stundenwerte der Außentemperatur aus dem Testreferenzjahr (TRY) 2015 des Deutschen Wetterdienstes. Ein TRY ist ein statistisch typisches Wetterjahr. Gewählt ist die TRY-Region 13 „Schwäbisch-fränkisches Stufenland und Alpenvorland“ mit der Referenzstation Mühldorf am Inn, mittleres Jahr, Bezugszeitraum 1995 bis 2012. Die offengelegten Annahmen:

  • Heizlast 10 kW bei angenommener Norm-Außentemperatur von −12 °C (nicht der Normwert für Mühldorf), Heizgrenze 15 °C, lineare Heizlastgerade
  • Luft-Wasser-Wärmepumpe mit maximal 9,5 kW bei A7, 8,4 kW bei A2, 7,0 kW bei A−7 und 5,8 kW bei A−15 (W35)
  • COP bei W35: 4,4 bei A7, 3,5 bei A2, 2,7 bei A−7, 2,2 bei A−15
  • Heizstab mit Wirkungsgrad 100 % (1 kWh Strom ergibt 1 kWh Wärme), Strompreis 30 Cent je kWh
  • nur Raumheizung, ohne Warmwasser, Abtauung und Sperrzeiten

Die Gerätegröße wurde anschließend in Stufen verändert. So entstehen verschiedene Bivalenzpunkte bei gleichem Haus:

BivalenzpunktHeizstab-Anteil WärmeHeizstab-Anteil StromHeizstab-StundenJahresarbeitszahl
+1,5 °C13,7 %36,4 %2.100 h2,65
−0,2 °C8,1 %24,0 %1.358 h2,94
−1,8 °C5,0 %15,5 %728 h3,14
−3,4 °C3,2 %10,6 %436 h3,25
−4,8 °C2,2 %7,4 %278 h3,32
−6,2 °C1,6 %5,3 %187 h3,37
−8,1 °C1,0 %3,4 %109 h3,40

Kurz eingeordnet: Die berechneten Wärmeanteile decken sich mit DIN V 4701-10. Bei −4,8 °C liefert die Wärmepumpe im Modell 97,8 % der Wärme, die Norm nennt für −5 °C 98 %. Bei −1,8 °C sind es 95,0 %, die Norm nennt für −2 °C 95 %. Entscheidend ist der Unterschied zwischen Wärme und Strom. Die Wärmepumpe liefert im Modell über das Jahr rund 3,5 kWh Wärme je kWh Strom, der Heizstab nur 1 kWh. Deshalb ist sein Anteil an der Stromrechnung gut 3-mal so hoch wie sein Anteil an der Wärme. Der Heizstab läuft zudem nur in wenigen Stunden: Bei −5 °C und kälter lagen im mittleren Jahr nur 269 von 8.760 Stunden.

Wie wirkt sich der Bivalenzpunkt auf JAZ und Stromkosten aus?

Ein Bivalenzpunkt von −4,8 statt −0,2 °C senkt im Rechenbeispiel den Heizstrom um rund 900 kWh und die Kosten um rund 275 Euro im Jahr. Die Jahresarbeitszahl (JAZ) beschreibt, wie viel Wärme die Anlage im Jahr pro kWh Strom liefert. Sie steigt im Modell von 2,94 auf 3,32. Das Modellhaus braucht rund 23.800 kWh Heizwärme im Jahr. Die Stromkosten sinken von rund 2.420 auf 2.150 Euro. Unterhalb von etwa −5 °C flacht der Nutzen ab. Von −4,8 auf −8,1 °C spart das Haus nur noch rund 50 Euro, braucht dafür aber ein um 25 % größeres Gerät.

Im extremen Winterjahr des TRY steigt der Heizstab-Anteil bei −4,8 °C auf 3,1 % der Wärme und 9,7 % des Stroms. Am Standort Potsdam mit mildem Winter sinkt er auf 0,7 % und 2,5 %. Zum Vergleich aus der Praxis: Im Feldtest des Fraunhofer ISE (77 Anlagen, 4 Jahre Messung, veröffentlicht 03.11.2025) übernahmen Heizstäbe bei Luft-Wasser-Wärmepumpen 1,3 % der elektrischen Arbeit. Die mittlere JAZ der Luft-Wasser-Wärmepumpen lag bei 3,4.

Wie stellt man den Bivalenzpunkt am Regler ein?

Der Bivalenzpunkt wird in der Fachbetriebs-Ebene des Wärmepumpenreglers als Temperatur für die Freigabe des zweiten Wärmeerzeugers hinterlegt. Die Bezeichnung heißt je nach Hersteller etwa „Bivalenztemperatur“ oder „Freigabe Zusatzheizung“. Viele Regler kombinieren diese Schwelle mit einer Verzögerungszeit. Der Heizstab startet dann erst, wenn die Wärmepumpe die Solltemperatur eine Weile nicht erreicht. 3 Punkte sollten Fachbetriebe beim Einstellen prüfen:

  • Schwelle passend zur berechneten Leistungskurve setzen, nicht pauschal ab Werk übernehmen
  • Heizkurve vorher optimieren, weil eine niedrigere Vorlauftemperatur die Wärmepumpenleistung erhöht (siehe Heizkurve einstellen)
  • Heizstab-Stromzähler oder Energieanzeige nach dem ersten Winter auswerten

Ein Hinweis zur Förderung: Die KfW-Heizungsförderung 458 zahlt seit 21.07.2026 eine Grundförderung von 30 % der förderfähigen Kosten. Selbstnutzende, die eine funktionstüchtige Öl-, Kohle-, Gasetagen- oder Nachtspeicherheizung oder eine mindestens 20 Jahre alte Gas- oder Biomasseheizung ersetzen, erhalten zusätzlich 16 % Klimageschwindigkeitsbonus. Er sinkt ab 01.02.2027 halbjährlich um 4 Prozentpunkte. Je nach Haushaltseinkommen kommen 40, 30 oder 10 % Einkommensbonus hinzu. Förderfähig sind für die erste Wohneinheit bis zu 28.000 Euro. Die Förderquote ist auf 70 % begrenzt, in bestimmten Konstellationen auf 80 %.

Welche Fehler treten beim Bivalenzpunkt häufig auf?

4 typische Fehler betreffen falsche Datenblattwerte, pauschale Einstellungen, Überdimensionierung und die Verwechslung von Wärme- und Stromanteil.

  • Nennleistung statt Kennlinie: Die Leistung bei A7/W35 wird für die Planung genutzt. Bei Frost und höherem Vorlauf liefert das Gerät deutlich weniger.
  • Werkseinstellung übernommen: Ist die Freigabeschwelle zu hoch gesetzt, läuft der Heizstab auch bei Temperaturen, die die Wärmepumpe allein schafft.
  • Gerät zu groß gewählt: Ein sehr tiefer Bivalenzpunkt erfordert ein großes Gerät. Der BWP-Leitfaden Wärmepumpendimensionierung (November 2025) rät von Überdimensionierung ab. Zu große Geräte takten in der Übergangszeit häufiger, schalten also oft ein und aus.
  • Wärmeanteil mit Kostenanteil verwechselt: 2 % Heizstab-Wärme klingen gering. Auf der Stromrechnung sind es im Rechenbeispiel über 7 %.

Ein Irrtum ist außerdem, dass ein zu niedrig eingestellter Bivalenzpunkt die Wärmepumpe überlastet. Die Wärmepumpe arbeitet höchstens mit ihrer maximalen Leistung. Setzt der Heizstab zu spät ein, drohen kühle Räume, in der Regel aber kein Geräteschaden.

Häufige Fragen zum Bivalenzpunkt

Welcher Bivalenzpunkt ist optimal?

Für monoenergetische Luft-Wasser-Wärmepumpen gelten −3 °C bis −7 °C als üblicher Zielbereich. In diesem Bereich liefert die Wärmepumpe laut DIN V 4701-10 rund 96 bis 99 % der Jahresheizwärme. Tiefere Werte bringen kaum Zusatznutzen.

Hat eine Erdwärmepumpe einen Bivalenzpunkt?

Eine Sole-Wasser-Wärmepumpe wird meist monovalent ausgelegt und hat dann keinen Bivalenzpunkt. Ihre Leistung hängt kaum von der Außentemperatur ab. Wird sie bewusst kleiner geplant, entsteht ein Bivalenzpunkt wie bei einer Luftwärmepumpe.

Wie hoch sind die Kosten für den Heizstab bei einem Bivalenzpunkt von −5 °C?

Im 42watt-Rechenbeispiel kostet der Heizstabbetrieb bei −4,8 °C rund 160 Euro im Jahr. Das entspricht 528 kWh Strom bei 30 Cent je kWh. Im extremen Winterjahr steigen die Kosten auf rund 250 Euro.

Liegt der Bivalenzpunkt bei der Norm-Außentemperatur?

Nein, der Bivalenzpunkt liegt bei Anlagen mit Heizstab oder Kessel über der Norm-Außentemperatur. Nur eine monovalent ausgelegte Wärmepumpe deckt auch bei Norm-Außentemperatur die volle Heizlast. Dann gibt es keinen Bivalenzpunkt im Auslegungsbereich.

Quellen & Belege

Bundesverband Wärmepumpe (Leitfaden Wärmepumpendimensionierung, November 2025; Klimakarte nach DIN/TS 12831-1, April 2020); Stiebel Eltron (Planung und Installation Luft-Wasser- und Sole-Wasser-Wärmepumpen, Deckungsanteile nach DIN V 4701-10); Viessmann (Wissen: Bivalenzpunkt der Wärmepumpe; Planungsanleitung Vitocal 200-S); Deutscher Wetterdienst (Testreferenzjahre TRY 2015, Region 13 und 4); Fraunhofer ISE (Feldtest Wärmepumpen im Bestand, 03.11.2025); KfW (Heizungsförderung 458, Stand 21.07.2026); Gebäudemodernisierungsgesetz (in Kraft seit 29.07.2026).