Dachdämmung 2026: Kosten pro m², Förderung, Pflicht und Dämmstoffe
Eine Dachdämmung ist die Wärmedämmung der Dachflächen oder der obersten Geschossdecke eines Gebäudes. Sie kostet 2026 je nach Verfahren zwischen 20 € und rund 200 € pro Quadratmeter, zuzüglich Nebenkosten wie Gerüst. Das BAFA bezuschusst sie mit 15 %, seit dem 21.07.2026 greift der iSFP-Bonus erst ab 30.000 € förderfähigen Kosten.
Das Wichtigste in Kürze
- Kosten oberste Geschossdecke: 20–35 €/m² nicht begehbar, 40–80 €/m² begehbar (co2online 2025)
- Kosten Zwischensparrendämmung: 70–120 €/m², Untersparrendämmung als Ergänzung 30–80 €/m²
- Kosten Aufsparrendämmung: rund 130–200 €/m², zuzüglich Gerüst (co2online 2023)
- BAFA-Zuschuss 15 %; seit 21.07.2026 iSFP-Bonus +5 Prozentpunkte nur auf Kosten zwischen 30.000 und 60.000 €
- Maximaler Zuschuss 1. Wohneinheit mit iSFP: 10.500 € bei 60.000 € förderfähigen Kosten
- Pflicht nach § 35 GModG (früher § 47 GEG): oberste Geschossdecke U ≤ 0,24 W/(m²·K)
- Förderstandard BEG: U ≤ 0,14 W/(m²·K), entspricht rund 245 mm Mineralwolle (λ 0,035)
- Einsparung laut co2online: rund 13 % Heizenergie, etwa 300 € pro Jahr (130 m², Erdgas)
Was kostet eine Dachdämmung 2026 pro Quadratmeter?
Eine Dachdämmung kostet 20 bis 35 € pro m² für die nicht begehbare oberste Geschossdecke und 70 bis 120 € pro m² für eine Zwischensparrendämmung. Die Aufsparrendämmung liegt bei 130 bis 200 € pro m², hinzu kommen Kosten für das Gerüst. Die Werte gelten inklusive Material und Montage durch einen Fachbetrieb.
| Dämmverfahren | Kosten pro m² | Beispiel 120 m² | Einsatzgebiet |
|---|---|---|---|
| Oberste Geschossdecke, nicht begehbar | 20–35 € | 2.400–4.200 € | Ungenutzter Dachboden |
| Oberste Geschossdecke, begehbar | 40–80 € | 4.800–9.600 € | Dachboden als Stauraum |
| Einblasdämmung Holzbalkendecke | 25–50 € | 3.000–6.000 € | Geschlossene Hohlräume |
| Zwischensparrendämmung | 70–120 € | 8.400–14.400 € | Ausgebautes Dachgeschoss |
| Untersparrendämmung (Ergänzung) | 30–80 € | 3.600–9.600 € | Zusatzschicht von innen |
| Aufsparrendämmung | 130–200 € | 15.600–24.000 € | Dach wird ohnehin geöffnet |
Die Dämmung der obersten Geschossdecke kostet pro Quadratmeter nur einen Bruchteil einer Sparrendämmung. Sie kommt infrage, wenn der Dachboden unbeheizt bleibt. Für ein bewohntes Dachgeschoss ist eine Sparrendämmung nötig. Die Preise für Zwischen-, Unter- und Geschossdeckendämmung stammen von co2online (Stand September 2025), die Aufsparren-Spanne von co2online (Stand März 2023). Ob die neue Eindeckung in dieser Spanne enthalten ist, weist co2online nicht aus.
Drei Faktoren bestimmen den Endpreis: das Verfahren, die Dämmstärke und der Dämmstoff. Hinzu kommen Gerüst, Entsorgung und gegebenenfalls eine neue Eindeckung. Ein Rechenbeispiel zeigt die Größenordnung. Für 120 m² Dachfläche mit Zwischen- und Untersparrendämmung fallen 12.000 bis 24.000 € an. Nach 15 % BAFA-Zuschuss bleiben 10.200 bis 20.400 €.
Welche Arten der Dachdämmung gibt es?
Es gibt 4 Arten der Dachdämmung: Aufsparren-, Zwischensparren- und Untersparrendämmung sowie die Dämmung der obersten Geschossdecke. Die ersten 3 dämmen die geneigte Dachfläche selbst. Die vierte dämmt nur den Boden des ungenutzten Dachraums. Die Einblasdämmung ist eine Einbautechnik, die bei Hohlräumen in Sparrenfeldern oder Balkendecken zum Einsatz kommt.
| Kriterium | Aufsparrendämmung | Zwischensparrendämmung | Untersparrendämmung |
|---|---|---|---|
| Einbau | Von außen, Dach offen | Von innen, zwischen Sparren | Von innen, unter Sparren |
| Raumhöhe | Bleibt erhalten | Bleibt erhalten | Typisch 4–8 cm weniger |
| Wärmebrücken | Keine Sparrenunterbrechung | Sparren unterbrechen Dämmung | Überdeckt die Sparren |
| Erreichbarer U-Wert | 0,14 und besser | Begrenzt durch Sparrenhöhe | Mit Zwischensparren bis 0,14 |
| Kosten pro m² | 130–200 € | 70–120 € | 30–80 € |
Die Aufsparrendämmung bildet eine durchgehende Schicht ohne Holzunterbrechung. Die Zwischensparrendämmung erhält die bestehende Eindeckung und läuft witterungsunabhängig. Die Untersparrendämmung ergänzt sie, wenn die Sparrenhöhe nicht reicht. Umgangssprachlich heißt die Zwischensparrendämmung auch „Zwischendachdämmung“.
Was kostet eine Aufsparrendämmung 2026?
Eine Aufsparrendämmung kostet rund 130 bis 200 € pro Quadratmeter, hinzu kommen Kosten für das Gerüst. Die Dämmplatten liegen oberhalb der Sparren. Deshalb muss die alte Eindeckung vollständig herunter. Der Aufbau folgt von innen nach außen: Sparren, Luftdichtungsbahn, Dämmplatte, Unterdeckbahn, Konterlattung, Dachlattung, Eindeckung.
Üblich sind Platten aus PIR-Hartschaum (Polyisocyanurat) mit einem λ-Wert von 0,022 bis 0,028 W/(m·K). Der λ-Wert (Wärmeleitfähigkeit) gibt an, wie gut ein Stoff Wärme leitet. Je kleiner der Wert, desto dünner kann die Schicht sein. Auch druckfeste Holzfaser- und Mineralwollplatten kommen zum Einsatz. Wirtschaftlich ist die Aufsparrendämmung vor allem, wenn die Eindeckung ohnehin erneuert werden muss. Gerüst und Deckarbeiten fallen dann nur einmal an. Die Kosten der reinen Neueindeckung erläutert der Ratgeber zu den Kosten einer Dachneueindeckung. Aufbau, Materialien und Dämmstärken im Detail beschreibt der Beitrag zur Aufsparrendämmung.
Was kostet eine Zwischensparrendämmung im Altbau?
Eine Zwischensparrendämmung kostet 70 bis 120 € pro Quadratmeter, inklusive Dampfbremse und Innenverkleidung. Sie füllt den Raum zwischen den Sparren mit Dämmstoff, meist Mineralwolle, Holzfaser oder Zellulose.
In vielen Altbauten reicht die Sparrenhöhe nicht für den Förderstandard von 0,14 W/(m²·K). Dafür werden die Sparren aufgedoppelt oder durch eine Untersparrendämmung ergänzt. Die Sparren selbst leiten mehr Wärme als der Dämmstoff und wirken als Wärmebrücke. Eine luftdichte Dampfbremse auf der Raumseite verhindert, dass feuchte Raumluft in die Dämmung eindringt. Wie diese Schicht funktioniert, erklärt der Beitrag zur Dampfbremse im Dach. Ausführung, Dämmstoffe und Fehlerquellen behandelt der Ratgeber zur Zwischensparrendämmung.
Was bringt eine zusätzliche Untersparrendämmung?
Eine Untersparrendämmung ergänzt die Zwischensparrendämmung um eine durchgehende Schicht unterhalb der Sparren und kostet 30 bis 80 € pro Quadratmeter. Sie überdeckt die Holzquerschnitte und reduziert so deren Wärmebrückenwirkung. Zugleich entsteht eine Installationsebene für Leitungen, ohne die Dampfbremse zu durchstoßen.
Der Kompromiss ist ein Raumhöhenverlust von typisch 4 bis 8 cm. In Kombination erreichen beide Schichten bei ausreichender Dicke den BEG-Förderwert von 0,14 W/(m²·K). Details zu Schichtdicke und Kosten liefert der Beitrag zur Untersparrendämmung. Für Sparrenfelder, die sich nicht öffnen lassen, eignet sich die Einblasdämmung. Dabei bläst ein Fachbetrieb Zellulose- oder Mineralwollflocken durch kleine Öffnungen in den Hohlraum. Voraussetzungen und Grenzen des Verfahrens beschreibt der Ratgeber zur Einblasdämmung.
Was kostet die Dämmung der obersten Geschossdecke?
Die Dämmung der obersten Geschossdecke kostet 20 bis 35 € pro Quadratmeter in nicht begehbarer und 40 bis 80 € pro Quadratmeter in begehbarer Ausführung. Die oberste Geschossdecke ist die Decke zwischen dem letzten beheizten Geschoss und einem unbeheizten Dachboden. Bei nicht begehbaren Flächen genügen ausgelegte Matten oder Platten. Begehbare Varianten erhalten druckfeste Dämmplatten mit OSB- oder Spanplattenbelag. Bei Holzbalkendecken mit Hohlraum ist eine Einblasdämmung für 25 bis 50 € pro m² möglich. Pflicht, Dämmstärken und Ablauf erklärt der Ratgeber Oberste Geschossdecke dämmen.
Für 80 m² Dachboden ergeben sich 1.600 bis 2.800 € nicht begehbar oder 3.200 bis 6.400 € begehbar. Laut co2online spart die Maßnahme im Schnitt rund 7 % Heizenergie.
Welche Dachdämmung ist die richtige für Ihr Haus?
Die richtige Dachdämmung hängt von 2 Fragen ab: Wird das Dachgeschoss beheizt, und muss die Eindeckung in den nächsten Jahren erneuert werden? Bleibt der Dachboden unbeheizt, ist die Dämmung der obersten Geschossdecke die wirtschaftliche Wahl. Wird das Dachgeschoss bewohnt, braucht die Dachfläche selbst eine Dämmung.
Die Entscheidungslogik für ein bewohntes Dachgeschoss folgt 3 Situationen:
- Eindeckung ist intakt: Zwischensparrendämmung, bei Bedarf mit Untersparrendämmung.
- Eindeckung steht zur Erneuerung an: Aufsparrendämmung in einem Arbeitsgang mit der Neueindeckung.
- Hohlräume sind geschlossen und schwer zugänglich: Einblasdämmung durch einen Fachbetrieb.
Ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP) ordnet die Dachdämmung in die Gesamtsanierung ein. Er zeigt, ob zuerst das Dach, die Fassade oder die Heizung an der Reihe ist.
Was ist der Unterschied zwischen Warmdach und Kaltdach?
Ein Warmdach ist ein unbelüftetes Dach mit der Dämmung direkt unter der Dachhaut. Ein Kaltdach hat eine belüftete Luftschicht zwischen Dämmung und Dachhaut. Beim Kaltdach trägt die Luftschicht Feuchtigkeit und Sonnenwärme ab. Beim Warmdach entfällt diese Schicht, deshalb kommt es auf eine dichte Dampfsperre auf der Raumseite an.
| Bauweise | Aufbau | Typischer Einsatz | Worauf achten |
|---|---|---|---|
| Warmdach | Dämmung unter Abdichtung, unbelüftet | Verbreitete Flachdachart | Dichte Dampfsperre innen |
| Kaltdach | Luftschicht über der Dämmung | Ältere Flach- und Steildächer | Ausreichende Lüftungsöffnungen |
| Umkehrdach | Dämmung über der Abdichtung | Flachdach, Dachterrasse | Feuchteunempfindlicher Dämmstoff |
Moderne Steildächer mit vollständig gefüllten Sparrenfeldern und diffusionsoffener Unterdeckbahn sind ebenfalls unbelüftet aufgebaut. Ältere Steildächer haben oft eine Luftschicht über der Dämmung und funktionieren als Kaltdach. Beim Flachdach ist das Warmdach in Deutschland die verbreitete Bauweise.
Ist die Dachdämmung Pflicht?
Ja, § 35 des Gebäudemodernisierungsgesetzes (GModG) verpflichtet Eigentümer, eine ungedämmte oberste Geschossdecke auf einen U-Wert von höchstens 0,24 W/(m²·K) zu dämmen. Das GModG ist das frühere Gebäudeenergiegesetz (GEG). Es trägt seit dem 29.07.2026 den neuen Namen, die Pflicht stand zuvor in § 47 GEG. Statt der Geschossdecke darf auch das darüberliegende Dach gedämmt werden.
Der U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient) beschreibt, wie viel Wärme pro Quadratmeter und Kelvin Temperaturdifferenz durch ein Bauteil entweicht. Die Pflicht betrifft Decken, die den Mindestwärmeschutz nach DIN 4108-2 nicht erfüllen. Sie gilt für Wohngebäude und für Nichtwohngebäude, die mindestens 4 Monate im Jahr auf mindestens 19 °C beheizt werden.
3 Ausnahmen sind relevant:
- Selbstnutzung seit 2002: Wer ein Ein- oder Zweifamilienhaus am 01.02.2002 selbst bewohnt hat, ist ausgenommen. Nach dem ersten Eigentümerwechsel hat der neue Eigentümer 2 Jahre Zeit.
- Unwirtschaftlichkeit: Bei Ein- und Zweifamilienhäusern, in denen der Eigentümer selbst wohnt, entfällt die Pflicht, wenn sich die Dämmung nicht in angemessener Frist amortisiert (§ 35 Abs. 4 GModG).
- Begrenzte Dämmdicke: Lässt die Konstruktion nur eine dünne Schicht zu, genügt die höchstmögliche Dämmstärke mit λ 0,035 W/(m·K), bei Einblas- oder Naturdämmstoffen 0,045 W/(m·K).
Wer das Dach ohnehin erneuert, muss nach § 36 GModG die Höchstwerte aus Anlage 7 einhalten. Das gilt, sobald mehr als 10 % der Bauteilfläche betroffen sind. Für Steildächer liegt der Wert bei 0,24 W/(m²·K), für Flachdächer bei 0,20 W/(m²·K). Einen Überblick über das gesamte Gesetz bietet der Ratgeber zum GEG bzw. Gebäudemodernisierungsgesetz.
Welchen U-Wert muss die Dachdämmung 2026 erreichen?
Das GModG verlangt bei der Nachrüstung einen U-Wert von höchstens 0,24 W/(m²·K), die BEG-Förderung setzt 0,14 W/(m²·K) voraus. Für 0,14 braucht Mineralwolle mindestens rund 245 mm Dämmstärke. Je kleiner der λ-Wert des Dämmstoffs, desto dünner kann die Schicht ausfallen.
| U-Wert-Ziel | Gilt für | Mineralwolle λ 0,035 | Holzfaser λ 0,040 | PIR λ 0,024 |
|---|---|---|---|---|
| 0,24 W/(m²·K) | Pflicht nach GModG | ca. 140 mm | ca. 160 mm | ca. 100 mm |
| 0,14 W/(m²·K) | BEG-Förderung | ca. 245 mm | ca. 280 mm | ca. 170 mm |
Die Werte gelten für eine durchgehende Dämmschicht mit den Übergangswiderständen nach DIN EN ISO 6946. Liegt die Dämmung zwischen Sparren, erhöht der Holzanteil den Bedarf. Für den Förderstandard braucht Mineralwolle rund 75 % mehr Dicke als für die Pflicht. Berechnung und Grenzwerte für andere Bauteile zeigt der Leitfaden zu U-Werten und Dämmung.
Welche Dämmstoffe eignen sich für das Dach?
Mineralwolle, Holzfaser, PIR-Hartschaum und Zellulose sind die gängigen Dämmstoffe für Dächer. Sie unterscheiden sich in Wärmeleitfähigkeit, Brandverhalten und Preis. Naturdämmstoffe wie Hanf und Schafwolle kommen ebenfalls infrage.
| Dämmstoff | λ-Wert W/(m·K) | Baustoffklasse | Typischer Einsatz am Dach |
|---|---|---|---|
| Mineralwolle (Glas-/Steinwolle) | 0,032–0,040 | A1/A2, nicht brennbar | Zwischen- und Untersparren |
| PIR-Hartschaum | 0,022–0,028 | B1/B2 | Aufsparren, knappe Aufbauhöhe |
| Holzfaserplatten | 0,038–0,052 | B2 | Aufsparren, Zwischensparren |
| Zellulose (Einblas) | 0,038–0,045 | B1/B2 | Hohlräume, Geschossdecke |
Mineralwolle ist nicht brennbar, preisgünstig und leicht zu verarbeiten. PIR erreicht denselben U-Wert mit rund 30 % weniger Dicke als Mineralwolle und eignet sich bei geringer Aufbauhöhe. Holzfaser und Zellulose speichern mehr Wärme pro Kilogramm. Diffusionsdichte Stoffe wie EPS ohne Unterspannbahn bergen im Altbau ein Feuchterisiko. Eigenschaften, Ökobilanz und Preise aller Materialien vergleicht die Übersicht der Dämmstoffe.
Holzfaser oder Mineralwolle: Was schützt besser vor Sommerhitze?
Holzfaser verzögert Wärmespitzen etwas stärker, in einer Vergleichsmessung lag der Unterschied in der Raumtemperatur bei gleicher Dämmstärke aber bei höchstens 1 Kelvin. Das zeigt eine 2009 veröffentlichte Messung des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik (IBP) in Holzkirchen, dokumentiert in einem Fachbeitrag des Mineralwolle-Herstellers Isover. Zwei Räume desselben Versuchsgebäudes erhielten Glaswolle und Holzfaser (beide WLG 040) in gleicher Dicke. Die Auswertung hält fest: „Die maximale Raumlufttemperaturdifferenz in den Versuchsräumen beträgt 1,0 K.“ Im Mittel von Juli bis September lag die Differenz bei 0,03 K.
Die Phasenverschiebung beschreibt die Zeit, bis eine Wärmespitze von außen innen ankommt. Im Versuch trat die Temperaturspitze im Holzfaser-Raum rund 1 Stunde später auf. Stärker wirken Verschattung von Dachfenstern, nächtliches Lüften und eine ausreichende Dämmstärke. Wer zwischen Holzfaser und Mineralwolle wählt, entscheidet daher eher nach Brandschutz, Preis und Ökobilanz.
Was bringt eine Dachdämmung?
Eine fachgerechte Dachdämmung spart laut co2online rund 13 % Heizenergie und etwa 300 € Heizkosten pro Jahr. Die Berechnung bezieht sich auf ein Einfamilienhaus mit 130 m² Wohnfläche und Erdgasheizung (Stand September 2025). Über 20 Jahre summiert co2online die Ersparnis auf bis zu 11.200 €.
Ein ungedämmtes Dach verursacht bis zu rund 20 % der Wärmeverluste eines Hauses. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) nennt 10 bis 20 %. Hinzu kommt der Wohnkomfort: Gedämmte Dachräume kühlen im Winter langsamer aus und heizen sich im Sommer weniger auf. Der nationale CO₂-Preis auf Erdgas und Heizöl liegt 2026 in einem Korridor von 55 bis 65 € pro Tonne. Ab 2028 soll der europäische Emissionshandel ETS 2 folgen. Jede eingesparte Kilowattstunde senkt damit auch die CO₂-Kosten.
Wann amortisiert sich eine Dachdämmung?
Die Dämmung der obersten Geschossdecke amortisiert sich nach co2online in 10 bis 15 Jahren, nach Berechnungen des Forschungsinstituts für Wärmeschutz (FIW) im Schnitt schon nach 2 bis 6 Jahren. Das FIW nennt rund 2 Jahre für nicht begehbare und rund 6 Jahre für begehbare Ausführungen. Die Spanne entsteht durch unterschiedliche Annahmen zu Energiepreis und Ausgangszustand.
Bei der Steildachdämmung dauert die Amortisation länger. Ein Rechenbeispiel zeigt das. Eine Zwischensparrendämmung auf 120 m² kostet 8.400 bis 14.400 €. Nach 15 % Zuschuss bleiben 7.140 bis 12.240 €. Bei 300 € Ersparnis pro Jahr und konstanten Preisen dauert die Amortisation 24 bis 41 Jahre. Mit steigenden Energie- und CO₂-Preisen summiert co2online die Ersparnis über 20 Jahre auf bis zu 11.200 €. Damit ist die untere Hälfte der Kostenspanne nach 20 Jahren gedeckt.
Die Rechnung wird günstiger, wenn Arbeiten ohnehin anstehen. Wer das Dachgeschoss neu verkleidet oder die Eindeckung erneuert, zahlt für die Dämmung nur die Mehrkosten. Gerüst, Verkleidung und Deckarbeiten fallen dann ohnehin an.
Wie viel Förderung gibt es 2026 für die Dachdämmung?
Das BAFA fördert eine Dachdämmung mit 15 % Zuschuss; seit dem 21.07.2026 gilt der iSFP-Bonus von 5 Prozentpunkten nur für den Kostenanteil zwischen 30.000 und 60.000 €. Zuständig ist das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) im Programm Bundesförderung für effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen (BEG EM). Das BAFA formuliert: „Der iSFP-Bonus entfällt dabei nur auf den Betrag, der das Mindestinvestitionsvolumen übersteigt.“ Reine Dachprojekte unter 30.000 € erhalten seit dem Stichtag also 15 %, auch mit iSFP.
| Förderweg | Höhe | Bezugsgröße | Voraussetzung |
|---|---|---|---|
| BAFA-Grundförderung | 15 % | bis 30.000 € (1. Wohneinheit) | U ≤ 0,14, Energieeffizienz-Experte |
| iSFP-Bonus (seit 21.07.2026) | +5 Prozentpunkte | Anteil 30.000–60.000 € | iSFP, mind. 30.000 € Kosten |
| WPB-Bonus (ab Q1 2027, angekündigt) | +5 Prozentpunkte | ohne Mindestinvestition | iSFP, Klasse H oder ≥ 300 kWh/(m²a) |
| KfW-Ergänzungskredit 358/359 | Kredit | bis 120.000 € je Wohneinheit | BAFA-Bescheid, max. 12 Monate alt |
| Steuerbonus § 35c EStG | 20 % über 3 Jahre | bis 200.000 € Kosten | Selbstnutzung, Gebäude über 10 Jahre |
Die Tabelle zeigt: Der Zuschuss von 15 % ist der Regelfall, der iSFP-Bonus wirkt nur bei größeren Projekten. 3 Rechenbeispiele mit iSFP verdeutlichen die Wirkung:
- 25.000 € förderfähige Kosten: 15 % ergeben 3.750 €, der iSFP-Bonus entfällt.
- 42.000 € förderfähige Kosten: 6.300 € Grundförderung plus 5 % auf 12.000 € ergeben 6.900 €.
- 60.000 € förderfähige Kosten: 9.000 € plus 5 % auf 30.000 € ergeben 10.500 €, nicht 12.000 €.
Kosten aus mehreren Anträgen im selben Kalenderjahr werden für die 30.000-€-Schwelle nicht addiert. Der Antrag muss vor Beginn der Maßnahme gestellt werden. Ein Energieeffizienz-Experte von der Expertenliste der Deutschen Energie-Agentur (dena) erstellt dafür die technische Projektbeschreibung. Wie der iSFP selbst gefördert wird, erklärt der Beitrag zur iSFP-Förderung.
Der WPB-Bonus (Worst Performing Building) ist für besonders ineffiziente Gebäude vorgesehen. Er soll voraussichtlich ab dem 1. Quartal 2027 gelten und höchstens für 3 Anträge gewährt werden. Die KfW vergibt für die Dachdämmung keinen eigenen Zuschuss. Sie finanziert über den Ergänzungskredit 358/359 den Eigenanteil. Das Produkt 358 mit Zinsvorteil gilt für Selbstnutzende mit einem Haushaltsjahreseinkommen bis 90.000 € (KfW-Merkblatt, Stand 09/2026). Den aktuellen Zinssatz nennt die KfW tagesaktuell.
Alternativ zum Zuschuss lassen sich 20 % der Kosten nach § 35c EStG über 3 Jahre von der Steuer abziehen. Das sind 7 % im ersten und zweiten Jahr und 6 % im dritten Jahr, höchstens 40.000 € je Objekt. Für dieselbe Maßnahme ist nur einer der beiden Wege möglich. Viele Länder und Kommunen ergänzen die Bundesförderung mit eigenen Programmen.
Häufige Fragen zur Dachdämmung
Was kostet eine Dachdämmung pro Quadratmeter?
Eine Dachdämmung kostet 2026 zwischen 20 € pro m² für die oberste Geschossdecke und rund 200 € pro m² für eine Aufsparrendämmung. Eine Zwischensparrendämmung kostet 70 bis 120 € pro m². Bei der Aufsparrendämmung kommen Gerüstkosten hinzu.
Wie dick muss eine Dachdämmung sein?
Für die Pflicht nach GModG (U ≤ 0,24 W/(m²·K)) braucht Mineralwolle mindestens rund 140 mm, für die BEG-Förderung (U ≤ 0,14) rund 245 mm. PIR-Hartschaum erreicht den Förderwert mit rund 170 mm. Zwischen Sparren erhöht der Holzanteil die nötige Dicke.
Muss ein Dach gedämmt sein?
Nein, nicht zwingend das Dach, aber die oberste Geschossdecke muss nach § 35 GModG einen U-Wert von höchstens 0,24 W/(m²·K) erreichen. Eine Dachdämmung erfüllt die Pflicht alternativ. Wer das Haus am 01.02.2002 selbst bewohnt hat, ist bis zum Eigentümerwechsel ausgenommen.
Was ist eine Zwischendachdämmung?
Zwischendachdämmung ist ein umgangssprachlicher Begriff für die Zwischensparrendämmung. Dabei füllt der Dämmstoff den Raum zwischen den Dachsparren. Sie kostet 70 bis 120 € pro Quadratmeter.
Gibt es 2026 noch 20 % Förderung für die Dachdämmung?
Nein, seit dem 21.07.2026 gibt es 15 % auf die gesamten förderfähigen Kosten und 5 Prozentpunkte zusätzlich nur auf den Anteil zwischen 30.000 und 60.000 €. Der maximale Zuschuss für die erste Wohneinheit beträgt damit 10.500 €. Voraussetzung für den Bonus ist ein iSFP.
Können Hausbesitzende eine Dachdämmung selbst durchführen?
Ja, Zwischensparren-, Untersparren- und Geschossdeckendämmung sind in Eigenleistung möglich. Das BAFA fördert dann nur die Materialkosten. Ein Energieeffizienz-Experte muss die fachgerechte Ausführung bestätigen. Aufsparren- und Einblasdämmung gehören in die Hand eines Fachbetriebs.
Lässt sich eine Dachdämmung ohne Unterspannbahn einbauen?
Ja, aber nur mit diffusionsoffenen Dämmstoffen wie Holzfaser oder Zellulose und einer funktionierenden Hinterlüftung. Diffusionsdichte Stoffe wie Styropor ohne Unterspannbahn halten eindringende Feuchte im Bauteil. Das begünstigt Feuchteschäden und Schimmel. Ob ein Aufbau ohne Unterspannbahn funktioniert, sollte ein Dachdecker oder Energieberater vor Ort prüfen.
Lohnt sich eine Aufsparrendämmung ohne neue Eindeckung?
Eine Aufsparrendämmung ohne ohnehin fällige Neueindeckung lohnt sich wirtschaftlich selten, weil das Dach dafür komplett abgedeckt werden muss. Bei intakter Eindeckung ist eine Zwischensparrendämmung mit Untersparren-Ergänzung die günstigere Alternative.
Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) §§ 35 und 36 sowie Anlage 7, Bundesministerium der Justiz, Stand Juli 2026; Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle, Stand Oktober 2026; KfW, Merkblatt Ergänzungskredit 358/359, Stand 09/2026; Bayerisches Landesamt für Steuern, Energetische Gebäudesanierung § 35c EStG; co2online, Ratgeber Dachdämmung, Dämmung der obersten Geschossdecke und Aufsparrendämmung, 2023–2025; Deutsche Umwelthilfe, Factsheet Dämmung der obersten Geschossdecke, 2022; Hauser/Hinrichs/Holm, Fraunhofer-Institut für Bauphysik (IBP), „Mineralwolle oder Holzfaser“, Isoliertechnik 5/2009, zitiert nach Isover, Sonderdruck DBZ 3/2012 (Update 2022); Bundes-Emissionshandelsgesetz (BEHG), Preiskorridor 2026.


