Max Nestler
April 30, 2026
Lesezeit
16
Minuten
Wärmepumpe
Arten & Systemleistung

PVT-Module 2026: Hybrid-Solartechnik für Strom und Wärme im Praxischeck

Ein PVT-Modul ist ein photovoltaisch-thermisches Hybridmodul, das gleichzeitig Strom (16–22 % elektrisch) und Wärme (50–70 % thermisch) erzeugt und dabei Gesamtwirkungsgrade von 70–89 % erreicht. Die zentrale Anwendung 2026 ist die Kombination mit einer Sole-Wärmepumpe als Ersatz für Erdsonden – mit dokumentierten Jahresarbeitszahlen von 4,0–4,3. Wichtigste Hersteller sind Triple Solar, Consolar Solink, Sunmaxx PVT, DualSun und Abora Solar.

Inhaltsverzeichnis
Wärmepumpe planen lassen

Unabhängig von steigenden Energiepreisen – mit der richtigen Wärmepumpe.

Was ist ein PVT-Modul?

Ein PVT-Modul (photovoltaisch-thermisches Hybridmodul) ist ein Solarmodul, das gleichzeitig Strom und Wärme erzeugt. Auf der Vorderseite arbeiten klassische Solarzellen, auf der Rückseite ein Wärmetauscher mit Sole-Kreislauf, der die Abwärme abführt und gleichzeitig Umgebungswärme aus der Luft aufnimmt. PVT-Module sind 2026 keine universelle Lösung, sondern eine Spezialantwort auf eine konkrete Frage: Wie versorgt man eine Sole-Wärmepumpe ohne Erdbohrung, ohne Außengerät und ohne Lärm?

Aufbau und Schichtarchitektur

Der Schichtaufbau eines PVT-Moduls von oben nach unten lautet typischerweise:

  • Anti-Reflexions-Glas als Frontabdeckung
  • EVA-Einbettungsfolie
  • Monokristalline Solarzelle (PERC, TOPCon oder HJT)
  • Zweite EVA-Folie
  • Glas oder Backsheet
  • Wärmetauscher / Absorber (Aluminium-, Kupfer- oder Polymer-Rohrregister)
  • Thermische Rückseiten-Dämmung
  • Aluminium-Rahmen

Durch den Absorber zirkuliert ein Wärmeträgermedium, meist ein Wasser-Glykol-Gemisch (Sole) als Frostschutz. Es kühlt die Zellen und transportiert die abgeführte Wärme zur Sole/Wasser-Wärmepumpe. Eine technische Sonderform sind Heatpipe-PVT-Module von Triple Solar: Hier zirkuliert keine Sole im Modul, sondern ein Kältemittel verdampft im Modul und kondensiert in einem zentralen Sammelkanal – das reduziert Frostrisiko und Wartungsaufwand.

Funktionsweise: zwei Energieströme aus einer Fläche

Auf der Modulvorderseite läuft der photovoltaische Effekt unverändert ab: Sonnenlicht erzeugt elektrischen Strom mit 16–22 % Wirkungsgrad. Auf der Rückseite arbeitet der Wärmetauscher in zwei Richtungen – er nimmt die Abwärme der PV-Zellen sowie zusätzlich Umgebungswärme aus der Luft auf. Das ist der entscheidende Unterschied zur klassischen Solarthermie: Ein unabgedeckter PVT-Kollektor funktioniert auch nachts und bei Minusgraden, weil er der Außenluft Wärme entzieht – physikalisch wie der Verdampfer einer Luft-Wärmepumpe, nur ohne Lüfter und ohne F-Gas im Außenraum.

Die thermische Wärmeabfuhr senkt die Zelltemperatur drastisch. Sunmaxx PX-1 erreicht bei Volleinstrahlung laut Fraunhofer-ISE-Vermessung max. 30 °C Modultemperatur – ein vergleichbares Standard-PV-Modul liegt in derselben Situation bei bis zu 80 °C. Da kristalline Silizium-Solarzellen pro 10 °C Erwärmung 4–5 % Leistung verlieren, resultiert ein Mehrertrag von 6–10 % gegenüber einem klassischen Aufdach-PV-Modul gleicher Bauart.

Zwei Hauptbauformen: abgedeckt versus unabgedeckt

Im DACH-Markt 2026 dominieren zwei grundlegend verschiedene Bauarten:

Unabgedeckte PVT-Kollektoren (WISC)

Unabgedeckte Module – fachlich Wind- and Infrared Sensitive Collector (WISC) – erreichen Stagnationstemperaturen von 60–70 °C und sind für Sole-Wärmepumpen optimiert. Stromertrag dominiert, die thermische Leistung wird auf Niedertemperaturniveau (–15 °C bis +60 °C Sole) abgegriffen und im Verdampfer der Wärmepumpe veredelt. Hersteller dieser Bauart: Triple Solar, Consolar Solink, Sunmaxx PX-1, DualSun SPRING, 2Power.

Abgedeckte PVT-Kollektoren

Abgedeckte Module mit zusätzlicher Glasabdeckung über den Solarzellen erzielen Stagnationstemperaturen von 125–200 °C, sind aber elektrisch ineffizienter, weil die Zellen heißer werden. Sie eignen sich für direkte Warmwasserbereitung ohne Wärmepumpe oder für Hotels, Mehrfamilienhäuser und Industrie. Hersteller: Abora aH72SK (Spanien), Endef ECOMESH.

Wirkungsgrade: Was die Module leisten

Die Spitzenwerte stammen aus unabhängigen Vermessungen oder Hersteller-Datenblättern.

Hersteller / ModulEl. LeistungTh. LeistungEl. WirkungsgradTh. WirkungsgradGesamt
Sunmaxx PX-1 (DE, Fraunhofer ISE)400 Wp1.200 W20 %60 %80 %
Abora aH72SK (ES, abgedeckt)350 W1.373 W17,8 %70,9 %89 %
Triple Solar M4 530XL (NL)530 Wbis 1.200 W~22 %
Triple Solar M3 (NL)450 W~21 %
Consolar Solink 380/410 (DE)380–410 Wbis 1.800 W (Luft+Sonne)~19 %6–10 % PV-Mehrertrag
DualSun SPRING 4 TOPCon (FR)425 Wp940 W max21,8 %

Wichtig zur Einordnung: Die thermische Leistung wird unter Idealbedingungen (Volleinstrahlung 1.000 W/m², 25 °C, MPP-Betrieb) angegeben. Im Winter und nachts liefert ein unabgedecktes PVT-Modul nur noch 100–300 W thermisch pro Modul (Anergie-Anteil aus Umgebungsluft). Der elektrische Mehrertrag durch Kühleffekt liegt im Praxisbetrieb bei 5–10 % gegenüber einem ungekühlten Standardmodul.

PVT versus Standard-PV versus Solarthermie

Wer eine Solaranlage plant, vergleicht 2026 drei grundlegend verschiedene Technologien.

KriteriumPV-Modul (Standard)Solarthermie-FlachkollektorPVT-Modul (unabgedeckt)
Stromerzeugung18–22 %0 %16–22 % (mit Kühlbonus)
Wärmeerzeugung0 %60–80 %35–60 % (Niedertemperatur)
Gesamtenergie pro m² Dach~200 kWh/Jahr~450 kWh/Jahr (nur Wärme)bis 900 kWh/Modul × Jahr
Stagnationstemperaturbis 200 °C60–70 °C (unabgedeckt)
Modulpreis 2026100–180 € (440 Wp)400–1.800 €

Modellrechnungen des Fraunhofer ISE zeigen: Bei fester Dachfläche liefern abgedeckte PVT-Kollektoren bis zu 130 % mehr Strom als eine getrennte Aufteilung in PV + Solarthermie – bei gleichem Wärmeertrag. Übers Jahr liefert ein PVT-Kollektor in Kombination mit Wärmepumpe etwa viermal so viel nutzbare Gesamtenergie wie eine reine PV-Anlage gleicher Fläche.

Marktposition 2026: Nische mit Wachstumsdynamik

Laut Initiative IntegraTE (BMWK-gefördert, getragen von Fraunhofer ISE, ISFH und IGTE Stuttgart) hat sich der PVT-Absatz in Deutschland zwischen 2018 und 2022 fast verfünffacht. 2022 wurden rund 19.100 m² PVT-Kollektorfläche verbaut. Zum Vergleich: Im selben Jahr installierte das deutsche Heizungshandwerk weit über 200.000 Wärmepumpen. PVT ist damit weiterhin ein Spezialmarkt mit deutlich unter 1 % Anteil bei neuen Wärmepumpen-Installationen – aber mit einer Wachstumsrate, die eine Verzehnfachung bis Ende der Dekade möglich macht.

Die zwei größten Produzenten skalieren bereits massiv: Sunmaxx PVT (Ottendorf-Okrilla) gibt eine Kapazität von 120.000 Modulen jährlich an (auf das Fünffache skalierbar), Consolar fertigt Solink seit Dezember 2024 in Hofgeismar mit einer ersten Stufe von 65.000 Kollektoren pro Jahr. Eine verbindliche Prüfnorm ausschließlich für PVT existiert bislang nicht – die meisten Hersteller messen elektrisch nach IEC 61730 und thermisch nach ISO 9806:2017, die Kombinationsmessung ist nicht harmonisiert.

Die zentrale Anwendung: PVT-Wärmepumpen-System

Das Funktionsprinzip ist immer gleich: PVT-Module auf dem Dach → Sole-Vorlauf zum Verdampfer einer Sole/Wasser-Wärmepumpe im Heizraum → Verflüssiger gibt Wärme an Pufferspeicher und Heizkreis ab. Der eigene PV-Strom betreibt parallel den Kompressor der Wärmepumpe und die übrigen Haushaltsverbraucher. Damit ersetzt PVT funktional die Erdsonde oder das Außengerät einer Luft-Wärmepumpe.

Auslegung: Wie viele Module pro kW Heizleistung?

Faustregeln zur Auslegung laut energie-experten.org und IntegraTE:

  • 3,3–4,3 m² PVT-Fläche pro kW Heizleistung der Wärmepumpe
  • Triple Solar: 2,7 m²/kW (z. B. 6 Module × 16 m² für eine 6-kW-Wärmepumpe)
  • Sunmaxx: etwa 1,5 PVT-Module pro kW Heizleistung
  • Mindestfläche für ein Einfamilienhaus mit Sole-Wärmepumpe: 20–40 m² PVT bei guter Dämmung

Jahresarbeitszahlen aus realen Anlagen

Die Jahresarbeitszahl (JAZ) ist die wichtigste Effizienzkennzahl einer Wärmepumpe. Im IntegraTE-Vergleichstool des ISFH erreicht die PVT-Sole-Wärmepumpe eine Jahresarbeitszahl-Netz von 4,16 – höher als jede andere getestete Variante.

SystemJAZ (Praxisdaten)Quelle
Luft/Wasser-Wärmepumpe (Mittel)3,1–3,3Fraunhofer ISE Feldstudie >200 Anlagen
Sole/Wasser mit Erdsonde (Mittel)4,3Fraunhofer ISE WP-QS im Bestand
PVT-Sole-Wärmepumpe Standard4,0–4,3IntegraTE Monitoring (ISFH)
Harsefeld (NIBE + Triple Solar)4,1Fraunhofer ISE
Heitersheim MFH (Solink + Waterkotte)4,3Consolar
Premium (Solink + Viessmann)4,9–5,5Consolar Referenz

Der entscheidende Vorteil: Anders als bei einer Luft-Wärmepumpe mit separater PV bleibt die Wärmequelle auch bei niedrigen Außentemperaturen leise, weil kein Lüfter läuft. Dafür sinkt aber im Winter die Quellentemperatur ähnlich stark wie bei einer Luftwärmepumpe – tageweise auf bis zu –12 °C. Eine elektrische Zusatzheizung (Heizstab) ist deshalb in nahezu allen PVT-Anlagen vorgesehen, in der Praxis aber nur mit unter 10 % Anteil aktiv.

Hersteller im Detail (Stand 2026)

Triple Solar (Niederlande / Aachen)

Marktführer DACH bei PVT-Wärmepumpen-Komplettsystemen mit über 15 Jahren Erfahrung. Aktuelle Generation M4 in drei Varianten: 530 XL (2.115 × 1.143 mm, Landscape), 430 L und 430 P (Portrait). Heatpipe-System ohne Glykol im Modul, Modulgewicht 30–40 kg, Lebensdauer mehr als 25 Jahre, 10 Jahre Garantie. Triple Solar liefert auch eigene PVT-Wärmepumpen (3.5 mit R290-Propan, max. 7 kW kaskadierbar, 42 dB(A) Schalldruckpegel innen). 2025 wurde die kompakte Heat Pump 5.0 für Reihenhäuser vorgestellt. Endkundenpreis kompletter PVT-Module: 1.200–1.500 € pro Stück.

Consolar Solink (Deutschland, Lörrach / Hofgeismar)

Premium-Anbieter mit dem patentierten PVT-Luft-Sole-Kollektor Solink. Bauweise: 2,25 m² PV-Modul (Bisol-Glas-Glas) mit auf der Unterseite angebrachtem Lamellen-Wärmetauscher von 19 m² Oberfläche (rund zehnmal größer als bei klassischen PVT-Kollektoren). Damit hält Solink auch bei Bewölkung und Frost über 95 % seiner Leistung. Modulleistung 380–410 Wp, integrierte Schneeabrutsch- und Enteisungsfunktion. 25 Jahre lineare Leistungsgarantie auf das PV-Teil (85 %), 10 Jahre Gewährleistung auf den kompletten Kollektor. 2024 wurde die Fertigung in Hofgeismar eingeweiht (Kapazität: 65.000 Kollektoren pro Jahr). Bis Mitte 2025 waren laut Hersteller über 5.000 Anlagen mit mehr als 30.000 Kollektoren in Europa installiert. Aktuelle Komplettsysteme: 1.500–1.800 € pro Modul.

Sunmaxx PVT (Deutschland, Ottendorf-Okrilla bei Dresden)

Industriellster PVT-Hersteller mit 120.000 Modulen Jahreskapazität. PX-1 Premium: 1.750 × 1.140 mm, 108 PERC-Halbzellen im M10-Format, 400 Wp elektrisch, 1.200 W thermisch (Fraunhofer-ISE-zertifiziert), η₀ = 60 %, 80 % Gesamteffizienz. Wärmetauscher aus der Automobilindustrie, Druckverlust nur 29 mbar. Garantie: 15 Jahre auf das Produkt, 25 Jahre Leistungsgarantie (97 % nach 1 Jahr, 80 % nach 25 Jahren). Module sind 3,5 kg/m² schwerer als ein vergleichbares Standard-PV-Modul. Im Premium-Segment wurde 2025 die Tandem-Variante mit Oxford-PV-Zellen (~25 % Wirkungsgrad) angekündigt. Endkundenpreis: 700–1.100 € pro Modul, Komplettsystem inklusive Sole-Wärmepumpe ab 45.000 € brutto für ein typisches Einfamilienhaus.

DualSun (Frankreich)

Spring 4 mit TOPCon-Zellen, 425 Wp, max. 940 W thermisch, 600 W/m² thermal, Modulgewicht ca. 32 kg, 30 Jahre PV-Leistungsgarantie, 10 Jahre Produktgarantie. Spring-Module sind weltweit die ersten zertifizierten Hybridkollektoren (Solar Keymark). Wird in Deutschland über mehrere Distributoren angeboten. Endkundenpreis: 600–900 € pro Modul.

Abora Solar (Spanien)

aH72SK ist abgedeckte Hochleistungs-PVT mit Glasabdeckung, 350 Wp, 1.373 W thermisch, η₀ = 70,9 %, 89 % Gesamtwirkungsgrad (Hersteller, DIN-Certco- und Solar-Keymark-zertifiziert), Stagnationstemperatur 126 °C, max. Druck 10 bar. Eignet sich vor allem für Hotels, Mehrfamilienhäuser, Industrie und Prozesswärme – weniger für die typische EFH-Wärmepumpen-Kombination.

Weitere Anbieter und Systempartner

2Power und PA-ID Process GmbH (Deutschland, preiswerte Aufrüst-Lösung), Endef ECOMESH (Spanien), PVT Solar AG (Schweiz, Blackpearl FSG-335 Glas-Glas-Indachsystem), Solab Solar (Deutschland, Glas-Glas-Patentlösung mit Aluminium-Mäander), Solator (Österreich, Vorarlberg, Nachrüst-Kits für Standard-PV-Module). Viessmann selbst fertigt kein eigenes PVT-Modul, ist aber mit Vitocal-Wärmepumpen ein häufiger Systempartner für Solink- und Triple-Solar-Anlagen. Auch Buderus und Vaillant werden in Sole-Konfigurationen mit PVT kombiniert.

Preise und Kosten 2026

HerstellerPreis pro Modul (brutto)Anmerkung
DualSun Spring 4600–900 €TOPCon, Solar Keymark
Sunmaxx PX-1700–1.100 €Fraunhofer ISE 80 % Gesamteffizienz
Triple Solar M3 / M41.200–1.500 €Heatpipe ohne Glykol
Consolar Solink1.500–1.800 €Premium-Kollektor mit Abtaufunktion
Pro Quadratmeter (Modul allein)350–450 €/m²nur Modul ohne Hydraulik

Komplettsystem für ein Einfamilienhaus (10–15 PVT-Module, Sole/Wasser-Wärmepumpe 6–10 kW, Pufferspeicher, Hydraulik, Montage): 35.000–55.000 € brutto vor Förderung. Sunmaxx nennt als Richtwert ab 45.000 €. Spitzenkonfigurationen mit großem Eisspeicher und Premium-Wärmepumpe können laut Photovoltaikforum-Berichten 70.000–80.000 € überschreiten. Mehr zur Preislogik ganzer PV-Anlagen findet sich im Ratgeber zu Photovoltaik-Kosten.

Förderung 2026: Wie der Fördertopf funktioniert

Reine PV-Anlagen werden über das EEG (Einspeisevergütung) und §12 Abs. 3 UStG (Nullsteuersatz) gefördert. PVT-Module fallen als Hybridmodul ausdrücklich unter den Nullsteuersatz: Das Bundesfinanzministerium hat in Abschnitt 12.18 UStAE festgelegt, dass sogenannte Hybridmodule, die sowohl Strom als auch Wärme produzieren zu den begünstigten Solarmodulen nach §12 (3) UStG zählen, sofern sie auf oder in der Nähe eines Wohngebäudes installiert werden.

BEG-Wärmepumpenförderung (KfW 458)

Über die BEG-Wärmepumpenförderung (BEG EM, abgewickelt über die KfW – Programm 458) werden PVT-Anlagen als Umfeldmaßnahme zur Wärmequellenerschließung gefördert. Der PV-Anteil ist nicht förderfähig und wird pauschal mit 1.500 € pro kWp installierter PV-Leistung vom Investitionsvolumen abgezogen. Auf den verbleibenden förderfähigen Betrag (gedeckelt auf 30.000 €) werden die kombinierbaren Boni gewährt:

  • 30 % Grundförderung
  • 5 % iSFP-Bonus (individueller Sanierungsfahrplan)
  • 20 % Klimageschwindigkeitsbonus (bis Ende 2028, beim Tausch funktionierender fossiler Heizungen)
  • 30 % Einkommens-Bonus (zu versteuerndes Haushaltseinkommen ≤ 40.000 €)
  • 5 % Effizienzbonus für Sole/Wasser- und Wasser/Wasser-Wärmepumpen (greift auch für PVT-Sole)

Maximaler Gesamtfördersatz: 70 %, gedeckelt auf 21.000 € pro Wohneinheit. Sunmaxx-Rechenbeispiel: Anlage 45.000 €, davon 12.900 € PV-Anteil-Abzug (8,6 kWp × 1.500 €) → 32.100 € förderfähige Kosten, gekappt auf 30.000 €, davon 50 % = 15.000 € Zuschuss. Seit 1. Januar 2026 gilt verschärft: Luft-Wärmepumpen müssen 10 dB unter EU-Ökodesign-Grenzwert liegen – PVT-Sole-Anlagen sind hiervon nicht betroffen, weil sie gar kein Außengerät haben.

PVT versus Erdsonde versus Luft-Wärmepumpe

KriteriumLuft/Wasser-WP + PVPVT-Sole-WPErdsonde-Sole-WP + PV
Investition EFH25.000–35.000 €35.000–55.000 €40.000–60.000 €
JAZ realistisch3,1–3,34,0–4,34,3–4,5
Genehmigungeinfach (BImSchG, Abstände)keine Bohrung nötigBohrgenehmigung Wasserbehörde
Platzbedarf außenAußengerät 1–2 m²nur DachflächeBohrloch im Garten
Lärm30–55 dB(A) am Nachbarn0 dB(A) außen0 dB(A) außen
Lebensdauer15–20 Jahre25+ Jahre PVT, 18–22 J. WP30–50 Jahre Sonde
Eignung Reihenhaus / Stadtschwierigidealoft ausgeschlossen
Eignung großes EFH mit Gartengutgutideal

Im Forschungsprojekt IntegraTE liegen die Energiegestehungskosten des PVT-Systems bei rund 20 ct/kWh Mischpreis (Wärme + Strom) über 20 Jahre – damit hinter PV+Erdsonde, aber deutlich vor Gas+Solarthermie und Luft-Wärmepumpe ohne PV. Eine Übersicht aller Wärmepumpen-Hersteller findet sich im Ratgeber zu den Wärmepumpen-Herstellern im Überblick.

Erfahrungen aus der Praxis – ehrlich

Was funktioniert

  • Geräuschlosigkeit ist der unschlagbare USP. In Reihenhaussiedlungen, wo Nachbarschafts-Lärmkonflikte bei Luft-Wärmepumpen real sind, ist PVT oft die einzige förderfähige Wärmepumpen-Option.
  • JAZ in IntegraTE-Demonstrationsanlagen: durchschnittlich über 3 sicher erreichbar, in optimierten Systemen 4,1–4,3.
  • Wartungsarmut: Da Module nur bis ca. 60 °C warm werden, gibt es laut Triple Solar und Consolar deutlich weniger Materialspannung und Dichtungsprobleme als bei klassischer Solarthermie (300+ °C Stagnation).
  • Sommerlicher Kühleffekt: Sunmaxx-Module bleiben unter 30 °C, Standard-PV erreicht 80 °C – über 25 Jahre verlängert das die Modullebensdauer messbar.

Was kritisch bleibt

  • Kosten: Im Photovoltaikforum berichtet ein Hausbesitzer von einem Sunmaxx-Angebot über 70.000–80.000 € für ein kleines EFH inklusive Edelstahl-Verrohrung.
  • Komplexität: Hydraulik, Solekreis, Pufferspeicher, ggf. Eisspeicher, Abtausteuerung – die Anzahl Komponenten ist deutlich höher als bei PV + Luft-WP.
  • Vereisung im Winter: Dauerregen + Frost kann zu Eispanzer auf den Modulen führen. Consolar Solink und Triple Solar M-Serien haben aktive Abtaufunktion über internen Wärmetauscher; günstigere Wettbewerbermodule nicht zwingend.
  • Wärmeüberschuss im Sommer: Wenn keine Erdsonde zur Regeneration vorhanden und kein großer Pufferspeicher angeschlossen ist, geht die Sommerwärme ungenutzt verloren.
  • Datengrundlage: Eine systematische Literaturübersicht der University of Portsmouth (2021) kritisiert, dass es zu wenig PVT-Langzeitstudien mit fünf Jahren oder mehr gibt.
  • Fachbetriebe: Ein PVT-System erfordert Installateure mit Doppel-Kompetenz (PV + Heizungshydraulik + Wärmepumpenregelung). Die Zahl wirklich erfahrener Betriebe ist in vielen Regionen sehr begrenzt.

42watt-Empfehlung 2026

Wann lohnt sich PVT?

PVT lohnt sich konkret, wenn mindestens zwei der folgenden Bedingungen zutreffen:

  • Sie haben ein Reihenhaus oder eine Doppelhaushälfte mit weniger als 3 m Grenzabstand und keine geeignete Aufstellfläche für ein Außengerät.
  • Eine Erdsondenbohrung ist nicht genehmigungsfähig (Wasserschutzgebiet, beengte Zufahrt, Altlasten).
  • Sie planen einen Neubau mit hoher Dämmqualität (KfW 55 oder besser) und mindestens 40 m² nutzbarer Süd- oder Süd-West-Dachfläche.
  • Sie wollen explizit ein Heizsystem ohne bewegliche Außenkomponenten und mit langfristiger Geräuschfreiheit (denkmalgeschützte Innenstadtlage, ruhebedürftige Mehrgenerationenhaushalte).

Hersteller-Empfehlung nach Anwendungsfall

  • Reihenhaus, kleinste mögliche Fläche, höchste Effizienz: Consolar Solink – zehnmal größere Wärmetauscherfläche, integrierte Abtaufunktion. Premium-System Solink + Viessmann/Waterkotte/NIBE.
  • Standard-EFH, gutes Preis-Leistungs-Verhältnis: Sunmaxx PX-1 mit Sole-Wärmepumpe (NIBE S1156 oder Stiebel WPF) – 80 % Fraunhofer-zertifizierte Effizienz, industrielle Massenproduktion, ab 45.000 € Komplettsystem.
  • Komplettlösung aus einer Hand: Triple Solar mit eigener PVT-Wärmepumpe 3.5 oder 5.0 – einfacheres Vertragsverhältnis, Festpreis, R290-Propan als natürliches Kältemittel.
  • Sanierung mit bestehender Erdsonde: PVT als Regenerations-Ergänzung (DualSun Spring 4 oder 2Power) – die Sommerwärme regeneriert die Erdsonde, JAZ steigt um 0,3–0,5 Punkte.
  • Mehrfamilienhaus oder Quartier: Consolar Solink-Großanlagen oder Abora aH72SK für Warmwasservorrang.

Schwellwerte – wann Sie umdenken sollten

  • Wenn das beste PVT-Angebot mehr als 20.000 € über der vergleichbaren Erdsonde- oder Luft-WP-Alternative liegt, ist die Mehrinvestition über die Lebensdauer nicht durch Effizienzgewinne kompensierbar.
  • Wenn Ihre verfügbare Süd- oder Südwest-Dachfläche unter 40 m² liegt, reicht es selten für eine monovalente PVT-Versorgung – dann lieber PVT als Ergänzung oder klassische Luft-WP.
  • Wenn der Heizwärmebedarf Ihres Hauses über 180 kWh/m²·a liegt (alter, ungededämmter Bestand), bremst die geringe Quellentemperatur im Winter die JAZ unter 3,0 – PVT lohnt sich erst nach Gebäudedämmung. Die Details zur Sanierungspflicht erklärt der Ratgeber zur Wärmepumpe im Altbau.

FAQ – häufige Fragen zu PVT-Modulen

Was ist ein PVT-Modul genau?

Ein PVT-Modul (photovoltaisch-thermisches Hybridmodul) erzeugt gleichzeitig Strom und Wärme. Auf der Vorderseite arbeiten klassische Solarzellen mit 16–22 % Wirkungsgrad, auf der Rückseite ein Wärmetauscher mit Sole-Kreislauf, der Abwärme der PV-Zellen und Umgebungswärme aus der Luft aufnimmt. Gesamtwirkungsgrade: 70–89 %. Die zentrale Anwendung 2026 ist die Kombination mit einer Sole-Wärmepumpe als Ersatz für Erdsonden.

Was kostet ein PVT-Modul 2026?

Endkundenpreise pro Modul: DualSun Spring 4 600–900 €, Sunmaxx PX-1 700–1.100 €, Triple Solar M3/M4 1.200–1.500 €, Consolar Solink 1.500–1.800 €. Pro Quadratmeter Modulfläche 350–450 € (nur Modul ohne Hydraulik). Komplettsystem für ein Einfamilienhaus inklusive Sole-Wärmepumpe: 35.000–55.000 € brutto vor Förderung.

Welche Hersteller von PVT-Modulen gibt es 2026?

Für unabgedeckte WISC-Module mit Sole-Wärmepumpen-Anwendung: Triple Solar (Niederlande/Aachen), Consolar Solink (Lörrach/Hofgeismar), Sunmaxx PVT (Ottendorf-Okrilla bei Dresden), DualSun Spring (Frankreich), 2Power und PA-ID Process GmbH. Für abgedeckte Hochtemperatur-PVT: Abora Solar (Spanien), Endef ECOMESH (Spanien). Viessmann fertigt kein eigenes PVT-Modul, ist aber häufiger Systempartner für Solink- und Triple-Solar-Anlagen.

Wie funktioniert eine PVT-Wärmepumpe?

PVT-Module auf dem Dach → Sole-Vorlauf zum Verdampfer einer Sole/Wasser-Wärmepumpe im Heizraum → Verflüssiger gibt Wärme an Pufferspeicher und Heizkreis ab. Der eigene PV-Strom betreibt parallel den Kompressor der Wärmepumpe. PVT ersetzt funktional die Erdsonde oder das Außengerät. Auslegungsfaustregel: 3,3–4,3 m² PVT-Fläche pro kW Heizleistung, Mindestfläche im EFH 20–40 m².

Welche Jahresarbeitszahl erreicht eine PVT-Wärmepumpe?

Im IntegraTE-Monitoring (ISFH) erreicht die PVT-Sole-Wärmepumpe Jahresarbeitszahlen von 4,0–4,3 – deutlich über einer Luft-Wärmepumpe (3,1–3,3 nach Fraunhofer ISE) und auf Augenhöhe mit Erdsonden (4,3 Mittelwert). Premium-Konfigurationen wie Solink + Viessmann erreichen JAZ 4,9–5,5. Im IntegraTE-Vergleichstool des ISFH liegt die JAZ-Netz bei 4,16 (höher als jede andere getestete Variante).

Lohnt sich PVT gegenüber einer Erdsonde?

Bei verfügbarem Garten und genehmigungsfähiger Bohrung ist die Erdsonde-Sole-Wärmepumpe technisch gleichwertig oder leicht besser (JAZ 4,3–4,5 versus 4,0–4,3) und oft wirtschaftlicher. PVT lohnt sich konkret bei Reihenhaus, Wasserschutzgebiet, Altlasten oder Wunsch nach geringer Geräuschemission – also überall, wo eine Erdbohrung nicht möglich oder ein Außengerät störend ist.

Wie viele PVT-Module brauche ich für ein Einfamilienhaus?

Für ein typisches EFH mit 6–10 kW Heizleistung werden 10–15 PVT-Module benötigt (entsprechend 20–40 m² Dachfläche). Triple Solar gibt 2,7 m² pro kW Heizleistung an, Sunmaxx empfiehlt 1,5 Module pro kW. Eine sechs-kW-Sole-Wärmepumpe benötigt damit 6 Module bei Triple Solar oder 9 Module bei Sunmaxx.

Welche Förderung gibt es für PVT 2026?

Doppelte Förderung: Der PV-Anteil ist nach §12 (3) UStG mit Nullsteuersatz begünstigt (BMF Abschnitt 12.18 UStAE). Die Wärmepumpe samt PVT-Quellenerschließung wird über die KfW-BEG-Heizungsförderung (Programm 458) bezuschusst. Boni: 30 % Grund + 5 % iSFP + 20 % Klimageschwindigkeit + 30 % Einkommen + 5 % Effizienz Sole/Wasser. Maximalsatz 70 %, gedeckelt auf 21.000 €. Der PV-Anteil wird pauschal mit 1.500 € pro kWp vom förderfähigen Investitionsvolumen abgezogen.

Welche Erfahrungen mit PVT-Modulen gibt es?

Im Photovoltaikforum berichten Hausbesitzer mit Triple-Solar- und Solink-Anlagen über 3–7 Jahre Betrieb mit JAZ 3,8–4,5 und sehr geringer Wartungshäufigkeit. Hauptkritik: hohe Investition (vereinzelte Sunmaxx-Angebote 70.000–80.000 €), Komplexität der Hydraulik, Vereisungsrisiko bei Modellen ohne Abtaufunktion. Im Fraunhofer-ISE-Demonstrationshaus Harsefeld (NIBE + Triple Solar) wurde JAZ 4,1 dokumentiert, in der Wagner-Solar-Referenzanlage Kirchhain Netzstrombezug-Reduktion um 20–50 % gegenüber Luft-WP.

Welche Garantie geben PVT-Hersteller?

Sunmaxx PVT: 15 Jahre Produkt- und 25 Jahre Leistungsgarantie (97 % nach 1 Jahr, 80 % nach 25 Jahren). Consolar Solink: 25 Jahre lineare PV-Leistungsgarantie auf 85 %, 10 Jahre Gewährleistung auf den kompletten Kollektor. Triple Solar: 10 Jahre Garantie auf das PVT-Modul. DualSun Spring 4: 30 Jahre PV-Leistungsgarantie, 10 Jahre Produktgarantie. Abora aH72SK: DIN-Certco- und Solar-Keymark-zertifiziert.