Max Nestler
August 31, 2026
Lesezeit
8
Minuten
Wärmepumpe
Planung und Installation

Wärmepumpe-Kosten 2026: Damit müssen Sie rechnen

Eine Wärmepumpe kostet inklusive Einbau je nach Art zwischen 18.000 und 45.000 Euro, vor Abzug der Förderung. Im laufenden Betrieb schneidet sie bereits heute günstiger ab als eine Gasheizung. Dieser Artikel zeigt die Gesamtkostenspannen nach Wärmepumpen-Art, die laufenden Kosten und die Wirtschaftlichkeit im Vergleich zur Gasheizung.

Inhaltsverzeichnis
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Das Wichtigste in Kürze

  • Luft-Wasser-Wärmepumpe (EFH, inkl. Einbau): 18.000–35.000 €
  • Sole-/Wasser-Wasser-Wärmepumpe (inkl. Bohrung): 25.000–45.000 €
  • Jährliche Betriebskosten EFH: ca. 1.265 € (co2online-Heizspiegel 2025)
  • Wartungskosten pro Jahr: 150–300 €
  • Grundförderung BEG 458 (ab 21.07.2026): 30 %, max. Kombination 70 % (80 % bei niedrigem Einkommen)
  • Amortisation der Mehrkosten ggü. Gasheizung: 10–15 Jahre (Verbraucherzentrale RLP)
  • Jahresarbeitszahl Luft-Wasser-Wärmepumpe im Bestand: Ø 3,4 (Fraunhofer ISE, 2025)
  • Strompreis 2026: ca. 37 ct/kWh, Wärmepumpentarife oft 22–28 ct/kWh

Was kostet eine Wärmepumpe? Die wichtigsten Zahlen im Überblick

Eine Wärmepumpe kostet inklusive Einbau je nach Art zwischen 18.000 und 45.000 Euro, vor Abzug der Förderung. Luft-Wasser-Wärmepumpen liegen am unteren Ende dieser Spanne, weil sie ohne Erdarbeiten auskommen. Sole-Wasser- und Wasser-Wasser-Wärmepumpen kosten wegen Erdsonde, Kollektor oder Brunnenbohrung mehr. Nach Abzug der staatlichen Förderung von mindestens 30 Prozent sinkt die Investition spürbar. Im laufenden Betrieb schneidet die Wärmepumpe bereits heute günstiger ab als eine Gasheizung. Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus lag die Wärmepumpe 2025 bei rund 1.265 Euro Heizkosten pro Jahr, eine Gasheizung bei rund 2.070 Euro. Wer die genaue Aufschlüsselung der Einbaukosten sucht (Gerät, Montage, Elektroanschluss), findet sie im Detailartikel Was kostet eine Wärmepumpe mit Einbau 2026?. Dieser Artikel zeigt die Gesamtkostenspannen nach Wärmepumpen-Art, die laufenden Kosten und die Wirtschaftlichkeit im Vergleich zur Gasheizung.

Wärmepumpe-Kosten nach Art: Luft-Wasser, Sole-Wasser, Wasser-Wasser

Luft-Wasser-Wärmepumpen sind mit 18.000 bis 35.000 Euro die günstigste Variante, Erd- und Grundwasser-Wärmepumpen kosten wegen der Erschließung mehr. Die Preisspanne hängt stark vom Gebäudezustand, der benötigten Heizleistung und der Region ab. Ausschlaggebend für den Mehrpreis bei Sole-Wasser- und Wasser-Wasser-Wärmepumpen sind Bohrung, Genehmigung und die Wärmequellenerschließung selbst.

Wärmepumpen-ArtGesamtkosten Einfamilienhaus (inkl. Einbau)Besonderheit
Luft-Wasser-Wärmepumpe18.000–35.000 €Kein Erdaushub oder Bohrung nötig, kürzeste Installationszeit
Sole-Wasser-Wärmepumpe (Erdwärme)25.000–45.000 €Inklusive Erdsonde oder Flächenkollektor, oft genehmigungspflichtig
Wasser-Wasser-Wärmepumpe25.000–45.000 €Inklusive Förder- und Schluckbrunnen, wasserrechtliche Genehmigung nötig

Verbalisiert heißt das: Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe ist im Anschaffungspreis meist günstiger, dafür arbeitet eine gut ausgelegte Erdwärmepumpe im Betrieb effizienter. Wie eine Luft-Wasser-Wärmepumpe genau funktioniert, erklärt der Artikel Luft-Wasser-Wärmepumpe: Funktionsweise. Reine Gerätepreise ohne Einbau liegen laut Stiftung Warentest für gängige Luft-Wasser-Modelle zwischen 14.500 und 20.400 Euro; Montage, Pufferspeicher und gegebenenfalls größere Heizkörper kommen hinzu.

Kosten für Mehrfamilienhäuser

Bei Mehrfamilienhäusern sinken die Kosten pro Wohneinheit, weil sich Planung und Anschluss auf mehrere Parteien verteilen. Am Markt kursieren Richtwerte von rund 7.000 bis 12.000 Euro pro Wohneinheit für eine zentrale Wärmepumpenlösung, abhängig von Gebäudegröße, Sanierungsstand und gewähltem Wärmepumpentyp. Eine belastbare, herstellerunabhängige Studienzahl speziell für Mehrfamilienhäuser existiert bislang nicht – planen Sie daher mit einem Angebot für Ihr konkretes Gebäude statt mit einer pauschalen Zahl.

Betriebskosten und Wartung: Was eine Wärmepumpe im laufenden Betrieb kostet

Die laufenden Kosten einer Wärmepumpe liegen für ein durchschnittliches Einfamilienhaus bei etwa 1.265 Euro pro Jahr, hinzu kommen 150 bis 300 Euro Wartung. Grundlage ist der Heizspiegel 2025 von co2online für ein 130-Quadratmeter-Einfamilienhaus. Wie hoch die Stromkosten im Einzelfall ausfallen, hängt vor allem vom Strompreis und der Jahresarbeitszahl (JAZ) der Anlage ab – dem Verhältnis von erzeugter Wärme zu eingesetztem Strom.

Stromverbrauch und Stromtarife

Der durchschnittliche Haushaltsstrompreis lag im August 2026 laut BDEW bei rund 37 Cent pro Kilowattstunde. Viele Netzbetreiber bieten seit der Reform des Paragrafen 14a Energiewirtschaftsgesetz separate Wärmepumpentarife an, die häufig bei 22 bis 28 Cent pro Kilowattstunde liegen. Wie viel Strom eine Wärmepumpe konkret verbraucht und wie sich der Verbrauch senken lässt, zeigt der Artikel Wärmepumpe Stromverbrauch im Detail. Ein aktueller Feldtest des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) von November 2025 misst für Luft-Wasser-Wärmepumpen im Bestand eine durchschnittliche Jahresarbeitszahl von 3,4, mit einer Spanne von 2,6 bis 4,9 je nach Gebäude und Auslegung. Sole-Wasser-Wärmepumpen erreichen im selben Feldtest im Schnitt 4,3, mit einer Spanne von 3,6 bis 5,4. Beide Werte liegen über den Ergebnissen einer Vorgängerstudie aus dem Jahr 2019 und zeigen: Wärmepumpen arbeiten auch in älteren Gebäuden zunehmend effizient. Für Bestandsgebäude, die vor der Wärmepumpe nachgerüstet werden, liefert der Artikel Wärmepumpe nachrüsten zusätzliche Einordnung zu Heizkörpergröße und Dämmstandard.

Wartungskosten

Für die jährliche Wartung nennt die Verbraucherzentrale übereinstimmend über mehrere Landesverbände 150 bis 300 Euro pro Jahr, je nach Umfang des Wartungsvertrags. Herstellerverträge über 600 Euro pro Jahr bewertet die Verbraucherzentrale Saarland als überteuert. Zum Vergleich: Eine Gasheizung kostet mit 100 bis 200 Euro pro Jahr etwas weniger Wartung, benötigt aber zusätzlich einen jährlichen Schornsteinfeger-Check.

Wärmepumpe vs. Gasheizung: Kostenvergleich

Eine Wärmepumpe kostet im Betrieb bereits heute deutlich weniger als eine Gasheizung, obwohl die Anschaffung teurer ist. Für ein 130-Quadratmeter-Einfamilienhaus bezifferte der co2online-Heizspiegel 2025 die jährlichen Heizkosten einer Wärmepumpe auf rund 1.265 Euro, die einer Gas-Brennwertheizung auf rund 2.070 Euro – ein Unterschied von 805 Euro pro Jahr. Seit 2022 liegen Wärmepumpen bei den Betriebskosten durchgehend unter fossilen Heizsystemen.

KriteriumWärmepumpe (Luft-Wasser)Gas-Brennwertheizung
Anschaffung inkl. Einbau (EFH)18.000–35.000 €8.000–15.000 €
Jährliche Heizkosten (130 m², 2025)ca. 1.265 €ca. 2.070 €
Jährliche Wartungskosten150–300 €100–200 €
Energiepreis 2026ca. 22–28 ct/kWh (WP-Tarif)ca. 11,9 ct/kWh (Gas)
CO₂-Preis-Belastungkeine direkte Bepreisungsteigt mit dem CO₂-Preis (2026: 55–65 €/t)

Der Gaspreis selbst liegt mit rund 11,9 Cent pro Kilowattstunde zwar unter dem Wärmepumpen-Stromtarif. Weil eine Wärmepumpe aus einer Kilowattstunde Strom über die Jahresarbeitszahl aber ein Vielfaches an Wärme erzeugt, sinken die tatsächlichen Heizkosten pro Kilowattstunde Wärme trotzdem. Zusätzlich verteuert der steigende CO₂-Preis von 55 bis 65 Euro pro Tonne fossile Brennstoffe zusätzlich, während er auf Strom keinen direkten Einfluss hat.

Wirtschaftlichkeit und Amortisation: Wann sich eine Wärmepumpe rechnet

Die Mehrkosten einer Wärmepumpe gegenüber einer neuen Gasheizung gleichen sich laut Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz nach 10 bis 15 Jahren über die niedrigeren Betriebskosten aus. Diese Aussage bezieht sich auf die Differenz zwischen den Anschaffungskosten beider Systeme, nicht auf den vollen Kaufpreis der Wärmepumpe. Je höher die Förderung und je günstiger der Wärmepumpen-Stromtarif, desto kürzer fällt die Amortisationszeit aus.

Rechenbeispiel: Amortisation einer Luft-Wasser-Wärmepumpe

Das folgende Beispiel rechnet vereinfacht und transparent mit den oben genannten Werten. Es setzt die volle Nettoinvestition in die Wärmepumpe der jährlichen Betriebskosteneinsparung gegenüber, ohne eine Vergleichsinvestition in eine neue Gasheizung gegenzurechnen – die Amortisation fällt dadurch länger aus als die 10 bis 15 Jahre der Verbraucherzentrale, die nur die Mehrkosten betrachtet.

  • Investition Luft-Wasser-Wärmepumpe (EFH, schlüsselfertig): 28.000 Euro
  • Förderung: Grundförderung 30 Prozent nach BEG 458 (ohne Zusatzboni) = 8.400 Euro
  • Nettoinvestition nach Förderung: 19.600 Euro
  • Jährliche Betriebskosteneinsparung gegenüber Gasheizung: 805 Euro (1.265 Euro statt 2.070 Euro)
  • Rechnerische Amortisation der Nettoinvestition: 19.600 Euro ÷ 805 Euro ≈ 24 Jahre

Mit Klimageschwindigkeits- oder Einkommensbonus sinkt die Nettoinvestition weiter und die Amortisationszeit verkürzt sich entsprechend. Wird stattdessen nur die Differenz zu einer vergleichbaren neuen Gasheizung betrachtet, wie in der Verbraucherzentrale-Berechnung, liegt die Amortisation im Bereich von 10 bis 15 Jahren.

Förderung 2026: Wie der Staat die Kosten senkt

Der Bund fördert den Einbau einer Wärmepumpe seit dem 21. Juli 2026 über die BEG 458 mit einer Grundförderung von 30 Prozent, kombinierbar mit weiteren Boni. Wer eine funktionstüchtige Öl-, Kohle- oder Nachtspeicherheizung beziehungsweise eine mindestens 20 Jahre alte Gasheizung ersetzt, erhält zusätzlich einen Klimageschwindigkeitsbonus von 16 Prozent. Ein gestaffelter Einkommensbonus kommt bei einem zu versteuernden Haushaltsjahreseinkommen bis 30.000 Euro mit 40 Prozent, bis 40.000 Euro mit 30 Prozent und bis 50.000 Euro mit 10 Prozent hinzu. Den früheren Effizienzbonus für natürliche Kältemittel gibt es seit der Reform nicht mehr. In Kombination deckelt die KfW die Förderung bei 70 Prozent der förderfähigen Kosten, bei einem Haushaltseinkommen bis 40.000 Euro bei 80 Prozent. Alle Fördersätze, Antragsschritte und Fristen im Detail erklärt der Artikel BAFA-Förderung Wärmepumpe.

Wärmepumpe mit Photovoltaik: Betriebskosten weiter senken

Eine Photovoltaikanlage senkt die Stromkosten einer Wärmepumpe, weil selbst erzeugter Solarstrom günstiger ist als Netzstrom. Ohne Batteriespeicher deckt eine PV-Anlage laut Verbraucherzentrale Energieberatung etwa 22 bis 37 Prozent des Wärmepumpen-Stromverbrauchs, mit Speicher steigt der Anteil auf 40 bis 65 Prozent. Jede selbst genutzte Kilowattstunde spart den vollen Strompreis statt der deutlich niedrigeren Einspeisevergütung. Wie sich eine Wärmepumpe sinnvoll mit einer PV-Anlage kombinieren lässt, zeigt der Artikel Wärmepumpe mit Photovoltaik.

Häufige Fragen zu Wärmepumpe-Kosten

Was kostet eine Wärmepumpe für ein Einfamilienhaus?

Eine Wärmepumpe für ein Einfamilienhaus kostet inklusive Einbau zwischen 18.000 und 45.000 Euro, abhängig von der Wärmepumpen-Art. Luft-Wasser-Wärmepumpen liegen am unteren, Sole-Wasser- und Wasser-Wasser-Wärmepumpen am oberen Ende dieser Spanne.

Was kostet eine Wärmepumpe pro Monat?

Die monatlichen Kosten liegen bei einem durchschnittlichen Einfamilienhaus bei rund 105 Euro, wenn man die jährlichen Betriebskosten von etwa 1.265 Euro (co2online-Heizspiegel 2025) auf zwölf Monate umlegt. Wartungskosten fallen meist einmal jährlich an und sind hier nicht eingerechnet.

Lohnt sich eine Wärmepumpe wirtschaftlich?

Eine Wärmepumpe ist im laufenden Betrieb bereits günstiger als eine Gasheizung, seit 2022 durchgehend. Die höhere Anschaffungsinvestition gleicht sich laut Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz über die Mehrkosten-Differenz gegenüber einer neuen Gasheizung nach 10 bis 15 Jahren aus.

Wie viel kostet eine Wärmepumpe für ein Mehrfamilienhaus?

Für Mehrfamilienhäuser sinken die Kosten pro Wohneinheit gegenüber einem Einfamilienhaus. Am Markt kursieren Richtwerte von 7.000 bis 12.000 Euro pro Wohneinheit, eine unabhängige Studienzahl gibt es dafür bislang nicht. Ein individuelles Angebot ersetzt diese Richtwerte nicht.

Welche Wärmepumpen-Art ist am günstigsten in der Anschaffung?

Die Luft-Wasser-Wärmepumpe ist mit 18.000 bis 35.000 Euro Gesamtkosten meist die günstigste Variante, weil sie ohne Erdsonde oder Brunnenbohrung auskommt. Sole-Wasser- und Wasser-Wasser-Wärmepumpen kosten wegen der Erschließung mehr, arbeiten dafür oft mit einer höheren Jahresarbeitszahl.

Wie hoch ist die Förderung für eine Wärmepumpe 2026?

Seit dem 21. Juli 2026 beträgt die Grundförderung 30 Prozent der förderfähigen Kosten. Zusätzliche Boni für den Heizungstausch und niedrige Einkommen erhöhen die Förderung auf bis zu 70 beziehungsweise 80 Prozent. Details liefert der Artikel zur BAFA-Förderung Wärmepumpe.

Quellen & Belege

co2online (Heizspiegel 2025, Wärmepumpen-Kostenratgeber), Verbraucherzentrale und Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz (Kostenvergleich Wärmepumpe/Gasheizung), Stiftung Warentest (Wärmepumpen-Test, Ausgabe 10/2025), Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE (Feldtest Wärmepumpen im Bestand, November 2025), Bundesverband Wärmepumpe (BWP), BDEW (Strompreisanalyse und Gaspreisanalyse, August 2026), KfW (Information für Multiplikatoren zur BEG 458, Stand 9. Juli 2026), Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz und nukleare Sicherheit.