Erdwärmepumpe: Kosten, Vergleich zur Luftwärmepumpe 2026
Eine Erdwärmepumpe ist eine Sole-Wasser-Wärmepumpe, die dem Erdreich über eine Erdsonde oder einen Erdkollektor Wärme entzieht. Sie kostet 18.000 bis 45.000 Euro komplett installiert und erreicht im Bestand eine Jahresarbeitszahl von durchschnittlich 4,3. Dieser Ratgeber zeigt Kosten für Sonde und Kollektor getrennt, die Genehmigungspflicht und einen fairen Vergleich zur Luftwärmepumpe.
Das Wichtigste in Kürze
- Definition: Erdwärmepumpe ist eine Sole-Wasser-Wärmepumpe, nutzt Erdsonde (Bohrung) oder Erdkollektor (Flächenkollektor) als Wärmequelle
- Kosten: Erdkollektor 18.000 bis 28.000 Euro, Erdsonde 25.000 bis 45.000 Euro komplett installiert, vor Förderung (mehrere Fachportale, 2026)
- Bohrkosten: 60 bis 120 Euro pro Bohrmeter, typisch 70 bis 100 Meter je Sonde (mehrere Fachportale, 2026)
- Effizienz: durchschnittliche JAZ 4,3 im Gebäudebestand, Luftwärmepumpe 3,4 (Fraunhofer ISE, November 2025)
- Wirtschaftlichkeit: über 20 Jahre annuisierte Kosten 8 Prozent unter Luftwärmepumpe bei 60 Jahren Sondenlebensdauer (Prognos-Kurzstudie für BVG/BWP, April 2026)
- BEG-Förderung 2026: Grundförderung 30 Prozent, mit Boni bis 70 Prozent, bei niedrigem Einkommen bis 80 Prozent, kein separater Erdwärme-Bonus mehr (KfW-Merkblatt 458, Stand 07/2026)
- Genehmigung: Anzeige nach Paragraf 49 WHG einen Monat vor Baubeginn, Erlaubnis nur bei mehreren Grundwasserstockwerken oder in Wasserschutzgebieten
- Bohrtiefe über 100 Meter: zusätzliche Anzeige beim Bergamt nach Paragraf 127 Bundesberggesetz
Was ist eine Erdwärmepumpe und wie funktioniert sie?
Eine Erdwärmepumpe entzieht dem Erdreich Wärme über einen Sole-Kreislauf und hebt sie mit einem Kältemittelkreislauf auf Heizungstemperatur. Fachleute nennen sie deshalb auch Sole-Wasser-Wärmepumpe. Sole ist ein Frostschutzgemisch aus Wasser und Glykol. Sie zirkuliert in einer Erdsonde oder einem Erdkollektor und nimmt dort die Erdwärme auf.
Ab etwa 15 Metern Tiefe bleibt die Erdtemperatur ganzjährig nahezu konstant bei 8 bis 12 Grad Celsius. Das unterscheidet die Erdwärmepumpe von der Luftwärmepumpe, deren Wärmequelle im Winter stark abkühlt. Die Sole gibt ihre Wärme im Verdampfer an ein Kältemittel ab. Ein Verdichter (Kompressor) erhöht anschließend Druck und Temperatur des Kältemittels. Im Verflüssiger überträgt das heiße Kältemittel die Wärme auf das Heizungswasser. Ein Expansionsventil senkt danach den Druck, der Kreislauf beginnt erneut.
Erdsonde oder Erdkollektor: Welche Erschließung passt zum Grundstück?
Eine Erdwärmesonde nutzt eine senkrechte Bohrung bis 100 Meter Tiefe. Ein Erdkollektor verlegt Rohre dagegen waagerecht in 1,2 bis 1,5 Meter Tiefe. Beide Systeme zählen zur Gruppe der Erdwärmekollektoren im weiteren Sinn. Sie unterscheiden sich aber deutlich in Flächenbedarf und Erschließungskosten.
Die Erdsonde braucht kaum Grundstücksfläche und eignet sich deshalb für kleine, bebaute Grundstücke. Der Erdkollektor benötigt eine unbebaute, unversiegelte Fläche von etwa dem Doppelten der beheizten Wohnfläche. Eine kegelförmige Sonderform des Flächenkollektors ist der Erdwärmekorb: Er spart Fläche durch vertikale Bauweise auf 1 bis 4,5 Meter Tiefe. Details zu Aufbau, Kosten und Genehmigung dieser platzsparenden Variante liefert der Ratgeber Erdwärmekörbe. Eine ausführliche technische Auslegung der klassischen Bohrsonde liefert der Ratgeber Erdsonde Wärmepumpe.
| Merkmal | Erdwärmesonde | Erdkollektor (Flächenkollektor) |
|---|---|---|
| Einbautiefe | bis 100 m (Bohrung) | 1,2 bis 1,5 m (horizontal) |
| Flächenbedarf | sehr gering, überbaubar | etwa doppelte Wohnfläche |
| Genehmigungsaufwand | Anzeige, ggf. Erlaubnis | meist nur Anzeige |
| Anschaffungskosten | 25.000 bis 45.000 € | 18.000 bis 28.000 € |
| Eignung | kleine, bebaute Grundstücke | große, unbebaute Grundstücke |
Was kostet eine Erdwärmepumpe komplett installiert?
Ein Erdkollektor-System kostet 18.000 bis 28.000 Euro komplett installiert, eine Erdsonden-Anlage 25.000 bis 45.000 Euro (mehrere Fachportale, Stand 2026). Die Spanne entsteht durch Heizlast, Bodenbeschaffenheit, Bohrfirma und Region. Süddeutsche Standorte mit hartem Fels liegen oft am oberen Ende, sandige Böden in Norddeutschland günstiger.
Die Gesamtkosten setzen sich aus vier Positionen zusammen. Dazu zählen die Wärmepumpe (8.000 bis 16.000 Euro), die Erschließung der Wärmequelle, die Installation und Peripherie wie ein Pufferspeicher. Bei der Erdsonde entfällt der größte Kostenblock auf die Bohrung selbst.
Erdwärmebohrung: Kosten pro Meter und übliche Bohrtiefe
Eine Erdwärmebohrung kostet 60 bis 120 Euro pro Bohrmeter (mehrere Fachportale, Stand 2026). Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus fallen typischerweise 70 bis 100 Bohrmeter je Sonde an, oft aufgeteilt auf zwei Sonden. Damit ergeben sich für die reine Bohrung 8.000 bis 15.000 Euro der Gesamtkosten.
Zusätzlich zur Bohrung fallen Verpressmaterial, die Sondenrohre selbst und die Anbindung an die Wärmepumpe an. Bohrfirmen mit einer Zertifizierung nach dem DVGW-Arbeitsblatt W 120-2 weisen ihre Fachkunde für Geothermiebohrungen nachweislich nach. Behörden verlangen diesen Nachweis bei Eingriffen in den Grundwasserhaushalt häufig als Voraussetzung.
Erdwärmepumpe oder Luftwärmepumpe: Was kostet weniger?
Die Luftwärmepumpe kostet 20.000 bis 35.000 Euro komplett installiert, ohne Erdarbeiten. Die Erdsonden-Variante der Erdwärmepumpe kostet dadurch 8.000 bis 15.000 Euro mehr als eine vergleichbare Luftwärmepumpe. Der nächste Abschnitt ordnet diese Mehrkosten gegen die höhere Effizienz ein.
Erdwärmepumpe oder Luftwärmepumpe: Was ist die bessere Wahl?
Die Erdwärmepumpe arbeitet effizienter, die Luftwärmepumpe kostet weniger und ist genehmigungsfrei. Beide Systeme heizen zuverlässig. Die Wahl hängt von Grundstück, Budget und Planungshorizont ab, nicht von einer generellen Überlegenheit.
| Kriterium | Erdwärmepumpe | Luftwärmepumpe |
|---|---|---|
| Anschaffung komplett installiert | 18.000 bis 45.000 € | 20.000 bis 35.000 € |
| Jahresarbeitszahl (Bestand, Ø) | 4,3 (Spanne 3,6 bis 5,4) | 3,4 (Spanne 2,6 bis 4,9) |
| Platzbedarf | Bohrung gering, Kollektor groß | nur Außenaufstellfläche |
| Genehmigung | Anzeige, ggf. wasserrechtliche Erlaubnis | meist genehmigungsfrei |
| Passive Kühlung im Sommer | ja, über Sole-Kreislauf möglich | nur mit Zusatzmodul |
| Lebensdauer Wärmequelle | Sonde 60 Jahre und mehr | entfällt (Außenluft) |
Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) hat 77 Wärmepumpen vier Jahre lang im Feldbetrieb gemessen. Erdgekoppelte Anlagen erreichten eine mittlere Jahresarbeitszahl (JAZ) von 4,3, Luft-Wasser-Anlagen 3,4. Die Jahresarbeitszahl beschreibt die erzeugte Heizwärme geteilt durch den verbrauchten Strom über ein volles Jahr. Mehr zur Berechnung dieser Kennzahl liefert der Ratgeber Jahresarbeitszahl.
Erdwärmepumpen können ihren Sole-Kreislauf zusätzlich für eine passive Kühlung im Sommer nutzen, ganz ohne laufenden Verdichter. Luftwärmepumpen brauchen dafür meist ein separates, aktives Kühlmodul.
Rechenbeispiel: Stromkosten über 20 Jahre
Ein teilsanierter Altbau mit 18.000 Kilowattstunden Jahreswärmebedarf und einem Wärmepumpentarif von 28 Cent pro Kilowattstunde zeigt den Unterschied. Die Luftwärmepumpe mit JAZ 3,4 verbraucht 5.294 Kilowattstunden Strom, das kostet 1.482 Euro im Jahr. Die Erdwärmepumpe mit JAZ 4,3 verbraucht 4.186 Kilowattstunden Strom, das kostet 1.172 Euro im Jahr.
Die jährliche Ersparnis der Erdwärmepumpe beträgt damit rund 310 Euro. Über 20 Jahre summiert sich das auf etwa 6.200 Euro, ohne Strompreissteigerung eingerechnet. Diese reine Stromkosten-Rechnung deckt die Mehrinvestition von 8.000 bis 15.000 Euro für die Bohrung noch nicht vollständig ab.
Was zeigt die Prognos-Kurzstudie zur Wirtschaftlichkeit?
Eine Kurzstudie des Beratungsunternehmens Prognos im Auftrag von Bundesverband Geothermie, Erdwärmegemeinschaft Bayern und Bundesverband Wärmepumpe (BWP) kommt zu einem günstigeren Ergebnis für Erdwärme. Die Studie rechnet Erdwärmesonden über ihre technische Lebensdauer von 60 Jahren, nicht nur über einen einzelnen Wärmepumpen-Zyklus von 18 bis 20 Jahren. Auf dieser Basis liegen die jährlichen annuisierten Gesamtkosten einer Erdwärmepumpe über 20 Jahre um 8 Prozent unter denen einer Luft-Wasser-Wärmepumpe.
„Auf die gesamte Lebensdauer hat die Technologie einen großen Vorteil – wer in Erdwärme investiert, handelt weitsichtig und stellt seine Wärmeversorgung auf sichere Füße", sagt Gregor Dilger, Geschäftsführer des Bundesverbands Geothermie e.V. Dr. Martin Sabel, Geschäftsführer des Bundesverbands Wärmepumpe, ergänzt: „Insbesondere für Besitzerinnen von Ein- und Mehrfamilienhäusern mit langer Nutzungsperspektive lohnt es sich daher auch wirtschaftlich, bei der Auswahl des Wärmepumpensystems genau hinzusehen" (Prognos-Kurzstudie im Auftrag von BVG, Erdwärmegemeinschaft Bayern und BWP, April 2026).
Mehr zur direkten Kaufberatung, Testsiegern und Herstellern der Luft-Wasser-Alternative liefert der Ratgeber Luftwärmepumpe.
Brauche ich eine Genehmigung für die Erdwärmebohrung?
Für eine Erdwärmebohrung reicht in den meisten Fällen eine Anzeige bei der Unteren Wasserbehörde, nicht automatisch eine wasserrechtliche Erlaubnis. Diese Unterscheidung wird in vielen Ratgebern vermischt.
Nach Paragraf 49 des Wasserhaushaltsgesetzes (WHG) müssen Erdaufschlüsse, die das Grundwasser beeinflussen können, einen Monat vor Beginn angezeigt werden. Eine geschlossene Erdwärmesonde entnimmt und leitet kein Grundwasser ein. Deshalb reicht meist die Anzeige. Werden mehrere Grundwasserstockwerke durchbohrt, prüft die Behörde strenger. Sie kann dann zusätzlich ein wasserrechtliches Erlaubnisverfahren verlangen oder die Bohrung untersagen.
Die Energieberatung der Verbraucherzentrale bestätigt: „Auch für Erdwärmepumpen mit Erdwärmekollektoren müssen zum Teil behördliche Genehmigung eingeholt werden. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn Kontakt zum Grundwasser besteht oder die Wärmepumpe in einem Wasserschutzgebiet betrieben wird" (Verbraucherzentrale Energieberatung, Stand März 2026). In Wasserschutzgebieten entscheidet oft die Kommune im Einzelfall. Die Landeshauptstadt München formuliert das deutlich: „In Wasserschutzgebieten sind Erdwärmeanlagen nicht erlaubt" (Landeshauptstadt München, Sachgebiet Wasserrecht).
Eine zweite, oft übersehene Prüfung betrifft die Bohrtiefe. Nach Paragraf 127 des Bundesberggesetzes muss jede Bohrung, die tiefer als 100 Meter in den Untergrund vordringt, zusätzlich beim zuständigen Bergamt angezeigt werden. Fachbetriebe teilen deshalb tiefe Bohrungen üblicherweise auf zwei oder mehr Sonden unter 100 Metern auf. Das vereinfacht das Verfahren, weil dann keine zusätzliche bergrechtliche Anzeige nötig wird.
Wie viel BEG-Förderung gibt es 2026 für eine Erdwärmepumpe?
Die BEG-Heizungsförderung (Bundesförderung für effiziente Gebäude) deckt seit dem 21.07.2026 bis zu 70 Prozent der förderfähigen Kosten, bei niedrigem Einkommen bis zu 80 Prozent. Das Merkblatt der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau, die staatliche Förderbank) zum Zuschuss 458 (Stand 07/2026) behandelt Erdwärmepumpen wie alle elektrisch angetriebenen Wärmepumpen, ohne Unterschied nach Wärmequelle.
Die Grundförderung beträgt 30 Prozent der förderfähigen Kosten. Der Klimageschwindigkeitsbonus von 16 Prozent kommt beim Austausch einer alten Öl-, Kohle- oder Gasheizung hinzu. Der Einkommensbonus beträgt 40 Prozent bei einem Haushaltseinkommen bis 30.000 Euro, 30 Prozent bis 40.000 Euro und 10 Prozent bis 50.000 Euro. Ein Familienzuschlag erhöht die jeweilige Einkommensgrenze um 10.000 Euro pro Haushalt mit mindestens einem minderjährigen Kind. Der Förderhöchstbetrag für die erste Wohneinheit liegt bei 28.000 Euro und sinkt ab dem 01.02.2027 halbjährlich um 750 Euro.
Mythos widerlegt: Gibt es einen Extra-Bonus für Erdwärme?
Nein, einen eigenen Förderbonus nur für die Wärmequelle Erdreich gibt es seit der Reform zum 21.07.2026 nicht mehr. Vor der Reform existierte ein Effizienzbonus von 5 Prozent. Er galt für natürliches Kältemittel oder für die Wärmequellen Erdreich, Wasser und Abwasser. Das aktuelle KfW-Merkblatt 458 (Stand 07/2026) führt diesen Bonus nicht mehr auf. Ein Rechenbeispiel: Bei 30.000 Euro förderfähigen Kosten, Grundförderung und Klimageschwindigkeitsbonus ergeben sich 13.800 Euro Zuschuss, unabhängig davon, ob die Wärmepumpe Erdwärme oder Außenluft nutzt.
Details zum sechsstufigen Antragsverfahren über das KfW-Kundenportal, zur Bestätigung durch eine Energieeffizienz-Expertin oder einen Experten und zur Auszahlung liefert der Ratgeber KfW Wärmepumpe Förderung.
Wie tief muss eine Erdwärmesonde sein?
Die Sondenlänge ergibt sich aus der Entzugsleistung der Wärmepumpe geteilt durch die spezifische Entzugsleistung des Bodens. Die Richtlinie VDI 4640 (Verein Deutscher Ingenieure) liefert dafür die Berechnungsgrundlage.
Die Entzugsleistung entspricht der Heizleistung abzüglich der elektrischen Leistung der Wärmepumpe. Die spezifische Entzugsleistung des Bodens reicht laut VDI 4640 von 20 bis 100 Watt pro Meter, abhängig vom Untergrund, bei rund 1.800 Vollbenutzungsstunden im Jahr.
| Bodenart | Spezifische Entzugsleistung |
|---|---|
| Trockener Sand | 20 bis 25 W/m |
| Wassergesättigter Sand, Kies | 60 bis 70 W/m |
| Sandstein | 60 bis 80 W/m |
| Granit, Gneis | 84 bis 100 W/m |
Rechenbeispiel: Bohrtiefe für ein Einfamilienhaus
Ein Haus mit 10 Kilowatt Heizlast und einer Erdwärmepumpe mit JAZ 4,3 benötigt rund 2,3 Kilowatt elektrische Leistung. Die Entzugsleistung aus dem Erdreich beträgt damit etwa 7,7 Kilowatt. Bei einem mittleren Bodenwert von 50 Watt pro Meter ergibt die Rechnung 7.700 Watt geteilt durch 50 Watt pro Meter, also rund 154 Meter Sondenlänge.
Fachbetriebe teilen diese Länge meist auf zwei Sonden zu je etwa 77 Metern auf. Das bleibt unter der 100-Meter-Schwelle des Bergrechts und erleichtert die Verlegung im Bohrraster. Die exakte Heizlast berechnet ein Fachbetrieb nach DIN EN 12831, einer Norm zur Ermittlung des Gebäudewärmebedarfs. Mehr zur korrekten Heizlastberechnung liefert der Ratgeber Dimensionierung der Wärmepumpe.
Welche Nachteile hat eine Erdwärmepumpe?
Die höhere Anfangsinvestition, die Genehmigungsdauer und geologische Unwägbarkeiten sind die drei größten Nachteile einer Erdwärmepumpe. Alle drei lassen sich mit sorgfältiger Planung einordnen, nicht wegdiskutieren.
Die Bohrung oder der Kollektor kostet je nach System 8.000 bis 15.000 Euro mehr als die Wärmequellenerschließung einer Luftwärmepumpe. Diese Summe amortisiert sich über die reinen Stromkosten oft erst nach vielen Jahren. Die Anzeige nach Wasserhaushaltsgesetz braucht mindestens einen Monat Vorlauf, ein wasserrechtliches Erlaubnisverfahren kann deutlich länger dauern. In Wasserschutzgebieten ist eine Erdwärmebohrung nach kommunaler Prüfung teilweise ausgeschlossen.
Geologische Unwägbarkeiten wie Wasserführung, Gesteinshärte oder unerwartete Bodenschichten können die Bohrkosten erhöhen. Ein vorheriges Baugrundgutachten reduziert dieses Risiko, verursacht aber zusätzliche Kosten. Der Erdkollektor umgeht Bohrrisiken vollständig, braucht dafür aber deutlich mehr unbebaute Fläche.
Für wen lohnt sich eine Erdwärmepumpe trotz höherer Kosten?
Eine Erdwärmepumpe lohnt sich besonders bei langer Nutzungsperspektive, ausreichend Grundstücksfläche oder Budget und dem Wunsch nach maximaler Effizienz. Die folgende Übersicht ordnet typische Ausgangslagen einer passenden Wärmepumpen-Wahl zu.
| Ausgangslage | Empfehlung |
|---|---|
| Kleines, bebautes Grundstück, Budget begrenzt | Luftwärmepumpe |
| Kleines Grundstück, Budget für Bohrung vorhanden | Erdwärmesonde |
| Großes, unbebautes Grundstück | Erdkollektor oder Erdwärmekörbe |
| Langfristige Nutzung über mehrere Wärmepumpen-Zyklen | Erdwärmesonde |
| Schnelle Umsetzung ohne Genehmigungsverfahren nötig | Luftwärmepumpe |
| Sommerliche Kühlung ohne Zusatzmodul gewünscht | Erdwärmepumpe |
Für die meisten Einfamilienhäuser mit begrenztem Budget bleibt die Luftwärmepumpe die schnellere und günstigere Lösung. Wer ein Haus für Jahrzehnte selbst nutzt und die höhere Anfangsinvestition stemmen kann, profitiert von der besseren Effizienz und der langen Lebensdauer der Erdsonde. Klären Sie vor der endgültigen Entscheidung immer die Genehmigungslage mit der Unteren Wasserbehörde. Holen Sie zusätzlich mehrere Angebote von Fachbetrieben mit DVGW-W-120-2-Zertifizierung ein.
Häufige Fragen zur Erdwärmepumpe
Lohnt sich eine Erdwärmepumpe trotz höherer Anschaffungskosten?
Ja, bei langer Nutzungsdauer. Eine Prognos-Kurzstudie im Auftrag von Bundesverband Geothermie und BWP zeigt 8 Prozent niedrigere annuisierte Kosten über 20 Jahre gegenüber der Luftwärmepumpe, wenn die Sondenlebensdauer von 60 Jahren mitgerechnet wird.
Erdwärmepumpe oder Luftwärmepumpe: Was ist besser?
Keine der beiden Varianten ist grundsätzlich besser. Die Erdwärmepumpe erreicht eine höhere Jahresarbeitszahl. Die Luftwärmepumpe kostet weniger und ist genehmigungsfrei.
Was kostet eine Erdwärmepumpe mit Tiefenbohrung komplett installiert?
Eine Erdwärmesonden-Anlage kostet 25.000 bis 45.000 Euro komplett installiert, vor Förderung. Die Bohrung selbst macht davon 8.000 bis 15.000 Euro aus.
Welche Nachteile hat eine Erdwärmepumpe gegenüber Alternativen?
Höhere Anfangsinvestition, längere Genehmigungsdauer und geologische Unwägbarkeiten bei der Bohrung zählen dazu. Der Erdkollektor umgeht Bohrrisiken, braucht dafür aber mehr Fläche.
Brauche ich für eine Erdwärmesonde eine wasserrechtliche Erlaubnis?
Meist nicht. Es reicht in der Regel eine Anzeige nach Paragraf 49 WHG einen Monat vor Baubeginn. Eine Erlaubnis wird nur bei Grundwasserkontakt über mehrere Stockwerke oder in Wasserschutzgebieten zusätzlich geprüft.
Fazit: Erdwärmepumpe als langfristige Investition
Die Erdwärmepumpe kostet mehr als eine Luftwärmepumpe, arbeitet dafür aber effizienter und nutzt eine ganzjährig konstante Wärmequelle. Erdsonde und Erdkollektor unterscheiden sich deutlich in Flächenbedarf und Genehmigungsaufwand, nicht nur im Preis. Die BEG-Förderung behandelt beide Wärmequellen 2026 gleich, ein separater Erdwärme-Bonus existiert nicht mehr. Wer langfristig plant und die Mehrkosten stemmen kann, profitiert von der langen Lebensdauer der Erdsonde. Klären Sie die Genehmigung frühzeitig mit der Unteren Wasserbehörde und lassen Sie die Heizlast von einem Fachbetrieb berechnen.
Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE, Forschungsprojekt „WP-QS im Bestand", November 2025; Bundesverband Wärmepumpe e.V. (BWP), Bundesverband Geothermie e.V. und Erdwärmegemeinschaft Bayern e.V., Prognos-Kurzstudie zur Wirtschaftlichkeit geothermischer Wärmepumpen, April 2026; KfW Bankengruppe, Merkblatt Zuschuss Nr. 458 BEG Heizungsförderung, Stand 07/2026; Wasserhaushaltsgesetz (WHG) Paragraf 49; Bundesberggesetz (BBergG) Paragraf 127; VDI 4640, Richtlinie Thermische Nutzung des Untergrunds; DIN EN 12831, Heizlastberechnung; DVGW-Arbeitsblatt W 120-2; Energieberatung der Verbraucherzentrale, Themenseite Erdwärmepumpen, Stand März 2026; Landeshauptstadt München, Referat für Klima- und Umweltschutz, Sachgebiet Wasserrecht.


