Max Nestler
August 5, 2026
Lesezeit
12
Minuten
Wärmepumpe
Arten & Systemleistung

Erdwärmekörbe: Kosten, Berechnung und Genehmigung 2026

Erdwärmekörbe sind kegelförmige Erdkollektoren für Sole-Wasser-Wärmepumpen. Sie erschließen Erdwärme auf kleinen Grundstücken, ganz ohne Tiefenbohrung. Dieser Ratgeber zeigt Kosten, die richtige Dimensionierung und die tatsächliche Genehmigungspflicht für 2026.

Inhaltsverzeichnis
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Das Wichtigste in Kürze

  • Erdwärmekorb: kegelförmiger Erdkollektor aus 100 bis 200 Metern PE-Rohr, Einbautiefe 1 bis 4,5 Meter (Bundesverband Geothermie)
  • Entzugsleistung pro Korb: 0,5 bis 2,0 kW je nach Bodenfeuchte (Bundesverband Geothermie)
  • BetaTherm-Materialpaket M4 (4 Körbe, bis 12.000 kWh/Jahr Wärmebedarf): rund 6.255 Euro netto, Stand 01/2023
  • BEG-458-Förderung ab 21.07.2026: Grundförderung 30 Prozent, mit Boni bis zu 70 Prozent, bei niedrigem Einkommen bis 80 Prozent (KfW)
  • Genehmigung: wasserrechtliche Erlaubnis nur bei Grundwasserkontakt oder in Wasserschutzgebieten Pflicht, sonst Meldepflicht bei der Unteren Wasserbehörde
  • Eigenleistung: Erdarbeiten und Korbverlegung selbst möglich, Heizlastberechnung und Wärmepumpen-Anschluss nur durch Fachbetrieb
  • Lebensdauer: PE-Rohr rechnerisch mehrere Jahrzehnte, Sole-Wasser-Wärmepumpe im Mittel 27 Jahre (ZHAW-Studie, 2019)
  • Flächenbedarf: 15 bis 50 Quadratmeter pro Korb inklusive Abstandsflächen, Mindestabstand 5 bis 8 Meter zwischen Körben

Was sind Erdwärmekörbe und wie funktionieren sie?

Erdwärmekörbe sind kegelförmig gewickelte Erdkollektoren aus 100 bis 200 Metern PE-Rohr. Fachbetriebe graben sie vertikal in 1 bis 4,5 Meter Tiefe ein. Der Bundesverband Geothermie beziffert die Korbhöhe mit 1,5 bis 3 Metern, den oberen Durchmesser mit 2 bis 3 Metern. Erdwärmekörbe zählen zur Gruppe der Erdwärmekollektoren, genau wie horizontale Flächenkollektoren. Der Unterschied liegt in der Bauform: Ein Erdwärmekorb nutzt das Erdreich dreidimensional, ein Flächenkollektor nur in einer flachen Schicht. Das spart Fläche, verändert aber nicht das physikalische Grundprinzip.

Fachleute nennen Erdwärmekörbe auch Energiekörbe oder Spiralkollektoren. Alle drei Begriffe bezeichnen dieselbe Bauform.

Aufbau und Entzugsleistung

Im Korb zirkuliert Sole, ein Frostschutzgemisch aus Wasser und rund 25 Prozent Glykol. Die Sole nimmt die Erdwärme auf und transportiert sie zur Wärmepumpe. Dort verdampft ein Kältemittel im Wärmetauscher und wird anschließend verdichtet.

Die Entzugsleistung hängt von der Korbgröße und der Bodenfeuchte ab. Ein kleinerer Korb erreicht laut Bundesverband Geothermie im Schnitt 0,5 kW. Größere Körbe erzielen 1,5 bis 2,0 kW. Trockene Böden liefern deutlich weniger Leistung als feuchte, wassergesättigte Böden.

Warum Erdwärme im Untergrund konstant bleibt

In der Einbautiefe herrschen ganzjährig Temperaturen zwischen 5 und 10 Grad Celsius. Diese Konstanz macht Erdwärmekörbe effizienter als Luftwärmepumpen, deren Quelltemperatur im Winter stark schwankt. Die gespeicherte Energie stammt größtenteils aus sommerlicher Sonneneinstrahlung. Deshalb darf die Fläche über den Körben nicht versiegelt werden. Nur so regeneriert sich der Boden bis zur nächsten Heizperiode.

Was kosten Erdwärmekörbe? Preise und Förderung 2026

Ein Materialpaket für 4 Erdwärmekörbe kostet beim Marktführer BetaTherm rund 6.255 Euro netto, ohne Wärmepumpe und Installation. Das reicht laut Herstellerangabe für Häuser bis 150 Quadratmeter mit Keller und einem Jahreswärmebedarf bis 12.000 Kilowattstunden. Größere und kleinere Pakete kosten proportional mehr oder weniger.

BetaTherm-PaketAnzahl KörbeEignungMaterialkosten netto
M33 MAXI-Körbebis 165 m² ohne Keller, max. 9.000 kWh/Jahrca. 5.000 €
M44 MAXI-Körbebis 150 m² mit Keller / 210 m² ohne Keller, max. 12.000 kWh/Jahrca. 6.255 €
M55 MAXI-Körbebis 175 m² mit Keller / 260 m² ohne Keller, max. 15.000 kWh/Jahrca. 7.455 €

Quelle: BetaTherm GmbH, Paketpreise für Eigeneinbau, Stand 01/2023, netto ab Werk. Wärmepumpe, Erdarbeiten und Installation sind nicht enthalten.

Diese Zahlen zeigen nur das Material. Eine komplette Anlage mit Wärmepumpe, Erdarbeiten und Installation kostet 2026 zwischen 18.000 und 35.000 Euro (mehrere Fachportale, 2026). Das hängt stark von Bodenbeschaffenheit und Heizlast ab. Ohne Bohrung entfällt dabei ein wesentlicher Kostentreiber der Erdwärmesonde.

Förderung über die BEG-Heizungsförderung

Der Bund fördert den Wärmepumpen-Einbau über das KfW-Programm 458. Seit dem 21.07.2026 gilt eine Grundförderung von 30 Prozent der förderfähigen Kosten. Ein Klimageschwindigkeitsbonus von 16 Prozent kommt beim Austausch einer alten Öl-, Kohle- oder Gasheizung hinzu. Ein Einkommensbonus von bis zu 40 Prozent gilt für Haushalte mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen bis 30.000 Euro. Die Förderung deckelt bei 70 Prozent der Kosten, bei niedrigem Einkommen bei 80 Prozent (KfW, Merkblatt Zuschuss 458, Stand 07/2026). Der Förderhöchstbetrag für die erste Wohneinheit liegt bei 28.000 Euro und sinkt ab Februar 2027 halbjährlich. Details zu Antragswegen liefert der Ratgeber BAFA-Förderung Wärmepumpe.

Wie viele Erdwärmekörbe brauche ich? Berechnung und Flächenbedarf

Die Anzahl der Körbe ergibt sich aus der Heizlast geteilt durch die Entzugsleistung pro Korb. Die Formel lautet: Anzahl Körbe = Heizlast in kW ÷ Leistung pro Korb in kW. Die Heizlast ermitteln Fachbetriebe nach DIN EN 12831, einer Norm zur Berechnung des Wärmebedarfs eines Gebäudes.

Rechenbeispiel für ein Einfamilienhaus

Ein Haus mit 150 Quadratmetern hat eine Heizlast von 8 kW. Der Boden ist normal feucht, das entspricht 1,3 kW Entzugsleistung pro Korb. Die Rechnung ergibt: 8 kW geteilt durch 1,3 kW sind 6,2 Körbe, aufgerundet 7 Körbe. Bei 15 Quadratmetern Platzbedarf pro Korb inklusive Abstandsflächen braucht das Grundstück rund 105 Quadratmeter freie Fläche.

BodenbeschaffenheitEntzugsleistung pro Korb
Feuchter, bindiger Boden (Lehm, Ton)1,5 bis 2,0 kW
Normal feuchter Boden (Sand)1,0 bis 1,5 kW
Trockener Boden (Kies, Sand)0,5 bis 1,0 kW

Eine zweite Faustregel kommt von der Landeshauptstadt München: Pro 10 Quadratmeter gut gedämmter Wohnfläche reicht meist ein Erdwärmekorb. Die Stadt beziffert die Bohrtiefe pro Korb mit 3 bis 5 Metern bei 1 bis 1,2 Metern Durchmesser. Diese Werte weichen leicht von der Bundesverband-Geothermie-Angabe ab, weil beide Quellen unterschiedliche Korbgrößen zugrunde legen.

Abstände und Regenerationsfläche

Zwischen zwei Körben gelten 5 bis 8 Meter Mindestabstand. Zu Gebäuden reichen meist 3 Meter, zur Grundstücksgrenze mindestens 1 Meter. Über den Körben sollte die Fläche unversiegelt und unbepflanzt mit Tiefwurzlern bleiben. Nur so regeneriert sich der Boden zuverlässig. Eine vertiefende Heizlast-Berechnung erklärt der Ratgeber Dimensionierung der Wärmepumpe.

Welche Nachteile haben Erdwärmekörbe? Ehrliche Einordnung

Erdwärmekörbe brauchen umfangreiche Erdarbeiten, hängen stark vom Bodentyp ab und erreichen meist eine etwas geringere Effizienz als Erdwärmesonden. Diese drei Punkte sollten Bauherren vor der Entscheidung kennen.

Der Aushub für einen Korb reicht 3 bis 5 Meter in die Tiefe und rund 2 Meter in die Breite. Ohne Minibagger oder größeren Bagger geht das nicht. In trockenen Böden sinkt die Entzugsleistung nach Fachportal-Angaben deutlich, in felsigem Untergrund steigen die Aushubkosten. Die Fläche über den Körben darf weder überbaut noch versiegelt werden, das schränkt die Grundstücksplanung ein. Mindestabstände von 5 bis 8 Metern zwischen den Körben reduzieren zusätzlich die Flexibilität bei der Platzierung.

Bei der Effizienz liegt die Erdwärmesonde meist leicht vorn. Sie erschließt gleichmäßig temperiertes Gestein in größerer Tiefe. Der Erdwärmekorb liegt näher an der Oberfläche und damit stärkeren saisonalen Schwankungen ausgesetzt. Genaue, allgemeingültige Effizienz-Differenzen zwischen beiden Systemen sind nicht seriös bezifferbar, weil sie stark vom Einzelfall abhängen. Wer maximale Effizienz priorisiert und das Budget für eine Bohrung hat, ist mit einer Sonde meist besser bedient. Wer Fläche sparen oder eine Bohrgenehmigung vermeiden will, findet im Erdwärmekorb einen soliden Kompromiss.

Erdwärmekorb, Erdwärmesonde oder Flächenkollektor: der Vergleich

Ein Erdwärmekorb braucht deutlich weniger Fläche als ein Flächenkollektor, aber mehr als eine Erdwärmesonde. Bei einem Grundstück unter 400 Quadratmetern ist die Erdwärmesonde meist die effizientere, aber teurere Option. Der Erdwärmekorb bleibt bei begrenztem Platz die güns­tigere Alternative ohne Bohrgenehmigung.

MerkmalErdwärmekorbErdwärmesondeFlächenkollektor
Einbautiefe1 bis 4,5 m (vertikal)bis zu 100 m (Bohrung)1,2 bis 1,5 m (horizontal)
Flächenbedarf15 bis 50 m² pro Korbsehr gering, überbaubaretwa das Doppelte der Wohnfläche
Genehmigungsaufwandmeist Meldepflicht, selten ErlaubnisBohranzeige plus oft wasserrechtliche Erlaubnismeist Meldepflicht, selten Erlaubnis
Anschaffungskostenmittelam höchstenam niedrigsten
Typische Eignungkleine bis mittlere, unbebaute Grundstückesehr kleine Grundstücke, Altbau-Sanierunggroße, unbebaute Neubau-Grundstücke

Für ein begrenztes Grundstück ist der Flächenkollektor selten die richtige Wahl, weil er die meiste Fläche braucht. Der Erdwärmekorb schließt genau diese Lücke zwischen Sonde und Flächenkollektor. Eine ausführliche Auslegung der Alternative liefert der Ratgeber Erdwärmesonde.

Welche Kaufkriterien zählen bei Erdwärmekörben?

Beim Kauf zählen die Rohrqualität, der Lieferumfang und die getrennte Garantie für Korb und Wärmepumpe. 42watt empfiehlt keine einzelnen Produkte, sondern nennt die Prüfkriterien.

Das Rohrmaterial sollte PE-100 oder PE-Xa sein, beides hochdruckvernetzter, frostsicherer Kunststoff für die Erdverlegung. Prüfen Sie, ob das Angebot nur Material oder ein Komplettpaket mit Dimensionierung, Lieferung und Installationsanleitung umfasst. Ein reines Materialpaket ist günstiger, verlangt aber mehr Eigenleistung. Fragen Sie nach getrennten Garantien. Der Korb hat wegen des Kunststoffrohrs eine sehr lange technische Lebensdauer, die Wärmepumpe eine deutlich kürzere. Bezugswege sind der Direktkauf beim Hersteller oder ein Komplettangebot über den Heizungsfachbetrieb, der auch die Förderung mit abwickelt. Ein Grundlagenartikel zur passenden Anlage insgesamt steht im Ratgeber Erdwärmepumpe.

Erdwärmekörbe selber bauen: Was ist erlaubt?

Erdarbeiten und das Setzen der Körbe dürfen Bauherren in Eigenleistung übernehmen, die Heizlastberechnung und den Wärmepumpen-Anschluss nicht. BetaTherm unterstützt Selbsteinbauer explizit mit telefonischer Anleitung.

In Eigenleistung möglich sind vier Arbeitsschritte:

  • Grubenaushub mit gemietetem Minibagger
  • Setzen der Körbe nach Herstellervorgabe
  • Anschluss an den Verteilerschacht
  • Druckprüfung der Rohre

Zwingend beim Fachbetrieb bleiben vier andere Schritte: die Heizlastberechnung, der Anschluss an die Wärmepumpe, die hydraulische Einbindung und die Abnahme mit Gewährleistung. Ein komplett selbst gebauter Korb ohne geprüfte Spiralgeometrie und Druckbeständigkeit ist nicht empfehlenswert. Die patentierten Geometrien der Hersteller sind rechnerisch abgesichert, ein Nachbau meist nicht.

Fördert der Bund Eigenleistung?

Ja, entgegen einer verbreiteten Annahme. Das KfW-Merkblatt zum Zuschuss 458 stellt das klar. Bei Eigenleistung fördert der Bund die Materialkosten. Voraussetzung: Eine Energieeffizienz-Expertin, ein Experte oder ein Fachunternehmen bestätigt die fachgerechte Ausführung (KfW, Merkblatt 458, Stand 07/2026). Ausgeschlossen sind nur echte Eigenbauanlagen und Prototypen, definiert als Anlagen, die in weniger als vier Exemplaren betrieben werden. Ein gekaufter, serienmäßiger Erdwärmekorb in Eigenleistung verlegt fällt nicht unter diesen Ausschluss.

Brauche ich eine Genehmigung?

Für den Bau einer Erdwärmeanlage mit Grundwasserkontakt ist bundesweit eine wasserrechtliche Erlaubnis nötig. Ohne Grundwasserkontakt reicht in den meisten Bundesländern eine Meldung bei der Unteren Wasserbehörde. Die Energieberatung der Verbraucherzentrale bringt es auf den Punkt: „Auch für Erdwärmepumpen mit Erdwärmekollektoren müssen zum Teil behördliche Genehmigung eingeholt werden. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn Kontakt zum Grundwasser besteht oder die Wärmepumpe in einem Wasserschutzgebiet betrieben wird“ (Verbraucherzentrale Energieberatung, Stand März 2026).

In Wasserschutzgebieten unterscheiden sich die Regeln stark je nach Kommune. Die Landeshauptstadt München formuliert das ohne Umschweife: „In Wasserschutzgebieten sind Erdwärmeanlagen nicht erlaubt“ (Landeshauptstadt München, Sachgebiet Wasserrecht). Andere Regionen erlauben Erdwärmekörbe in der äußeren Schutzzone III unter Auflagen. Die Aussage „Erdwärmekörbe sind grundsätzlich genehmigungsfrei“ ist deshalb zu pauschal. Klären Sie den Einzelfall immer direkt mit der Unteren Wasserbehörde Ihres Landkreises, bevor Sie planen.

Braucht es einen Kälteschein?

Nein, nicht für den Erdkollektor selbst. Der Kälteschein und die Fachbetriebspflicht betreffen den Kältemittelkreislauf der Wärmepumpe, nicht den Solekreislauf im Erdreich. Bei vielen Sole-Wasser-Wärmepumpen ist der Kältemittelkreislauf werkseitig geschlossen, ähnlich wie bei einer Monoblock-Wärmepumpe. Nur das Öffnen dieses Kreislaufs verlangt eine zertifizierte Fachkraft mit F-Gase-Zertifizierung.

Erdwärmekörbe Hersteller: BetaTherm und die Marke "Energieorb"

BetaTherm aus dem Allgäu ist seit 2005 am Markt und der bekannteste deutsche Hersteller von Erdwärmekörben. Das Unternehmen produziert eigenen Angaben zufolge bis zu 400 Körbe monatlich und bietet neben Komplettpaketen auch reine Materialpakete für Selbsteinbauer.

Weitere am Markt genannte Anbieter von Spiralkollektor-Systemen sind Uponor mit PE-Xa-Rohren und Noventec. Vaillant, Buderus und Bosch bieten passende Sole-Wasser-Wärmepumpen an, produzieren aber selbst keine Erdwärmekörbe.

Der Suchbegriff "Energieorb" taucht regelmäßig in Anfragen auf. Eine gründliche Recherche findet dazu keinen eigenständigen, verifizierbaren Hersteller. Wahrscheinlich handelt es sich um eine Verwechslung mit "Energiekorb". Dieser Gattungsbegriff erscheint in Fachpublikationen wie dem Bundesverband Geothermie und der Fachzeitschrift IKZ für dieselbe Bauform. "Energieorb" ist damit kein Markenname, sondern vermutlich eine Schreibvariante des generischen Fachbegriffs.

Erdwärmekörbe Erfahrungen: Was zeigt die Praxis?

In Praxisberichten gelten Erdwärmekörbe als platzsparend und zuverlässig, sofern die Dimensionierung stimmt. Eine unabhängige, groß angelegte Langzeitstudie zu deutschen Erdwärmekorb-Anlagen existiert bislang nicht, das ist eine ehrliche Lücke im verfügbaren Datenmaterial.

Positiv berichten Nutzer häufig über stabile Soletemperaturen im Winter und einen machbaren Selbsteinbau mit Herstellersupport. Negativ fällt in Foren regelmäßig auf: Erdarbeiten dauern oft länger als kalkuliert, besonders bei Steinen oder hohem Grundwasserstand. Auch die Auswahl erfahrener Installationsbetriebe ist regional unterschiedlich groß. Diese Berichte sind Einzelfälle aus Fachforen, keine repräsentativen Daten. Sie ergänzen die Herstellerangaben, ersetzen aber keine eigene Bodenuntersuchung vor Ort.

Erdwärmekörbe und die passende Wärmepumpe

Erdwärmekörbe funktionieren ausschließlich mit Sole-Wasser-Wärmepumpen, nie direkt mit Luftwärmepumpen. Gängige Hersteller passender Geräte sind Viessmann, Stiebel Eltron, Waterkotte, alpha innotec und Bosch/Buderus.

Im monovalenten Betrieb deckt die Wärmepumpe die gesamte Heizlast allein, das ist der Standard bei Neubau und sanierten Bestandsgebäuden. Im bivalenten Betrieb übernimmt die Wärmepumpe 70 bis 80 Prozent der Jahresarbeit. Ein zweiter Wärmeerzeuger springt an sehr kalten Tagen ein. Wer ohne Tiefenbohrung heizen möchte, kombiniert genau diese Wärmepumpentypen mit Erdwärmekörben statt mit einer Erdwärmesonde. Das ist technisch die direkte Antwort auf die Frage nach einer bohrungsfreien Erdwärmepumpe.

Häufige Fragen zu Erdwärmekörben

Welche Erdwärmepumpe kann ich mit Erdwärmekörben ohne Tiefenbohrung installieren lassen?

Jede geeignet dimensionierte Sole-Wasser-Wärmepumpe lässt sich mit Erdwärmekörben statt mit einer gebohrten Sonde kombinieren. Das gilt für Hersteller wie Viessmann, Stiebel Eltron oder Bosch/Buderus. Der Fachbetrieb berechnet dafür die passende Korbanzahl nach Heizlast und Bodenart.

Erdwärmekorb oder Erdwärmesonde: Was ist günstiger bei einem Grundstück unter 400 Quadratmetern?

Der Erdwärmekorb ist in der Anschaffung meist günstiger, weil die Bohrung entfällt. Die Erdwärmesonde erreicht dafür eine tendenziell höhere Effizienz durch konstantere Tiefentemperaturen. Bei 400 Quadratmetern reicht die Fläche für beide Systeme meist aus, die Bodenbeschaffenheit entscheidet im Detail.

Erdwärmekorb oder Flächenkollektor: Welche Variante eignet sich für ein begrenztes Grundstück?

Der Erdwärmekorb, eindeutig. Er braucht laut Bundesverband Geothermie nur 15 bis 50 Quadratmeter pro Korb. Ein Flächenkollektor braucht dagegen etwa die doppelte Wohnfläche als Kollektorfläche.

Erdwärmekörbe oder Tiefenbohrung: Welche eignet sich bei wenig Platz?

Beide Systeme brauchen deutlich weniger Fläche als ein Flächenkollektor. Die Tiefenbohrung braucht am wenigsten Platz, verlangt aber eine wasserrechtliche Prüfung und meist höhere Kosten. Der Erdwärmekorb ist der Kompromiss dazwischen.

Brauche ich eine Genehmigung für Erdwärmekörbe?

Bei Grundwasserkontakt ja, bundesweit über eine wasserrechtliche Erlaubnis. Ohne Grundwasserkontakt reicht meist eine Meldung bei der Unteren Wasserbehörde. In Wasserschutzgebieten entscheidet die jeweilige Kommune, manche schließen Erdwärmeanlagen dort komplett aus.

Darf ich Erdwärmekörbe selbst verlegen?

Ja, Erdarbeiten und das Setzen der Körbe dürfen Sie in Eigenleistung übernehmen. Heizlastberechnung, Wärmepumpen-Anschluss und Abnahme bleiben Aufgabe eines Fachbetriebs.

Wie lange halten Erdwärmekörbe?

Das PE-Rohr im Korb ist rechnerisch für mehrere Jahrzehnte ausgelegt und altert im Erdreich kaum. In der Praxis begrenzt meist die Wärmepumpe die Gesamtlebensdauer der Anlage, Sole-Wasser-Geräte erreichen im Mittel 27 Jahre (ZHAW-Studie, 2019).

Gibt es den Hersteller "Energieorb"?

Nein, kein eigenständiger Hersteller dieses Namens ist auffindbar. Der Fachbegriff "Energiekorb" bezeichnet dieselbe Bauform wie Erdwärmekorb, "Energieorb" ist vermutlich eine Schreibvariante davon.

Fazit: Für wen lohnt sich der Erdwärmekorb?

Erdwärmekörbe eignen sich für kleine bis mittlere, unbebaute Grundstücke ohne Budget oder Genehmigung für eine Tiefenbohrung. Sie kosten im Material deutlich weniger als eine Sondenbohrung und lassen sich teilweise in Eigenleistung verlegen. Wer maximale Effizienz oder ein sehr kleines Grundstück hat, ist mit einer Erdwärmesonde oft besser bedient. Wer viel unbebaute Fläche besitzt und jeden Euro sparen will, prüft zusätzlich den klassischen Flächenkollektor. Klären Sie vor der Planung immer die Genehmigungslage mit der Unteren Wasserbehörde. Lassen Sie zusätzlich die Heizlast von einem Fachbetrieb nach DIN EN 12831 berechnen. Nur so passt die Korbanzahl zur tatsächlichen Heizlast Ihres Hauses.

Quellen & Belege

& Belege: Bundesverband Geothermie e.V., Lexikon der Geothermie „Erdwärmekorb"; BetaTherm GmbH, Paketpreise und Unternehmensangaben, Stand 01/2023; KfW Bankengruppe, Merkblatt Zuschuss Nr. 458 BEG Heizungsförderung, Stand 07/2026; Landeshauptstadt München, Referat für Klima- und Umweltschutz, Sachgebiet Wasserrecht; Energieberatung der Verbraucherzentrale, Themenseite Erdwärmepumpen, Stand März 2026; IKZ-Haustechnik, Fachartikel „Energiekörbe als Alternative zur Erdwärmesonde"; VDI 4640, Richtlinie Oberflächennahe Geothermie; DIN EN 12831, Heizlastberechnung; ZHAW-Studie zur Lebensdauer von Wärmepumpen, 2019.