Wärmepumpen Arten im Überblick: 4 Haupttypen im Vergleich
Wärmepumpen unterscheiden sich vor allem nach ihrer Wärmequelle: Luft, Erdreich oder Grundwasser. Daraus ergeben sich vier Haupttypen: Luft-Wasser-, Sole-Wasser-, Wasser-Wasser- und Luft-Luft-Wärmepumpe. Dieser Ratgeber ordnet alle vier Arten ein, vergleicht Effizienz und Kosten und zeigt, welcher Typ zu welchem Grundstück passt.
Das Wichtigste in Kürze
- Definition: 4 Haupttypen nach Wärmequelle – Luft-Wasser, Sole-Wasser, Wasser-Wasser, Luft-Luft
- Marktanteil: Luft-Wasser-Wärmepumpe 95 Prozent, erdgekoppelte Systeme zusammen 5 Prozent der 2025 verkauften Heizungs-Wärmepumpen (BWP, Januar 2026)
- Effizienz Luft-Wasser: durchschnittliche JAZ 3,4, Spanne 2,6 bis 4,9 im Gebäudebestand (Fraunhofer ISE, November 2025)
- Effizienz Sole-Wasser: durchschnittliche JAZ 4,3, Spanne 3,6 bis 5,4 im Gebäudebestand (Fraunhofer ISE, November 2025)
- Effizienz Wasser-Wasser: typische JAZ 4,0 bis 5,2, höchster Wert aller 4 Typen (mehrere Fachportale, Stand 2026)
- Kosten installiert: Luft-Wasser 20.000 bis 35.000 Euro, Sole-Wasser 18.000 bis 45.000 Euro, Wasser-Wasser 18.500 bis 44.500 Euro
- Genehmigung: Sole-Wasser Anzeige nach Paragraf 49 WHG, Wasser-Wasser zusätzlich Erlaubnis nach Paragraf 8 WHG, Luft-Wasser und Luft-Luft meist genehmigungsfrei
- Sonderformen: Hybrid-Wärmepumpe, Warmwasser-Wärmepumpe (49.500 verkaufte Geräte 2025) und Großwärmepumpe ergänzen die 4 Haupttypen
Welche Wärmepumpen-Arten gibt es im Überblick?
Es gibt vier Haupttypen von Wärmepumpen: Luft-Wasser-, Sole-Wasser-, Wasser-Wasser- und Luft-Luft-Wärmepumpe. Sie unterscheiden sich in der genutzten Wärmequelle, der Effizienz und dem Genehmigungsaufwand. Die folgende Tabelle vergleicht alle vier Typen direkt.
| Wärmepumpen-Art | Wärmequelle | JAZ im Bestand (Ø) | Kosten installiert | Genehmigung |
|---|---|---|---|---|
| Luft-Wasser-Wärmepumpe | Außenluft | 3,4 (Spanne 2,6–4,9) | 20.000–35.000 € | meist keine |
| Sole-Wasser-Wärmepumpe | Erdreich (Sonde/Kollektor) | 4,3 (Spanne 3,6–5,4) | 18.000–45.000 € | Anzeige nach § 49 WHG |
| Wasser-Wasser-Wärmepumpe | Grundwasser | 4,0–5,2 (Bandbreite) | 18.500–44.500 € | Erlaubnis nach § 8 WHG |
| Luft-Luft-Wärmepumpe | Außenluft (direkt) | SCOP 3,0–3,8 | 2.000–15.000 € | meist keine |
Quelle für die JAZ-Werte Luft-Wasser und Sole-Wasser: Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE), Feldstudie „WP-QS im Bestand", November 2025. Die Wasser-Wasser-Spanne stammt aus mehreren Fachportalen (Cross-Check, Stand 2026), da diese Feldstudie keine Grundwasseranlagen umfasste.
Verbalisiert bedeutet das: Die Luft-Wasser-Wärmepumpe kostet am wenigsten und braucht meist keine Genehmigung. Die Sole-Wasser- und Wasser-Wasser-Wärmepumpe arbeiten effizienter, verlangen aber eine Erschließung der Wärmequelle und eine behördliche Anzeige oder Erlaubnis. Die Luft-Luft-Wärmepumpe heizt und kühlt ohne Wasserkreislauf, liefert aber kein Warmwasser.
Die Wahl der richtigen Art hängt vom Grundstück, vom Budget und vom Baujahr des Gebäudes ab. Ein separater Abschnitt weiter unten ordnet typische Ausgangslagen einer passenden Empfehlung zu.
Wie verteilen sich die Wärmepumpen-Arten auf dem deutschen Markt?
Luft-Wasser-Wärmepumpen erreichten 2025 einen Marktanteil von 95 Prozent unter den verkauften Heizungs-Wärmepumpen. Erdgekoppelte Systeme wie Sole-Wasser- und Wasser-Wasser-Wärmepumpen kamen zusammen nur auf 5 Prozent, das entspricht rund 16.000 Anlagen (Bundesverband Wärmepumpe, Pressemitteilung, 27.01.2026). Insgesamt wurden 2025 in Deutschland 299.000 Heizungs-Wärmepumpen verkauft, ein Plus von 55 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Zusätzlich zu den Heizungs-Wärmepumpen registrierte der Verband 49.500 verkaufte Warmwasser-Wärmepumpen, ein Plus von 20 Prozent. Diese Geräte erwärmen ausschließlich Trinkwasser, nicht das Heizsystem. Dr. Martin Sabel, Geschäftsführer des Bundesverbands Wärmepumpe (BWP), ordnet den allgemeinen Trend so ein: „Wir sehen nach zwei Jahren, in denen das Thema Heizen politisch stark polarisiert wurde, dass die Wärmepumpe nun vor allem mit Leistung überzeugt" (BWP, 27.01.2026).
Wie funktioniert eine Wärmepumpe grundsätzlich?
Eine Wärmepumpe entzieht ihrer Umgebung Wärme und hebt diese über einen Kältemittelkreislauf auf Heiztemperatur an. Das Funktionsprinzip gleicht einem umgedrehten Kühlschrank. Alle vier Wärmepumpen-Arten nutzen dieses Prinzip, nur die Wärmequelle unterscheidet sich.
Der Kreislauf läuft in vier Schritten. Im Verdampfer nimmt das flüssige Kältemittel Umgebungswärme auf und wird gasförmig. Der Verdichter (Kompressor) erhöht anschließend Druck und Temperatur des Gases. Im Verflüssiger gibt das heiße Kältemittel seine Wärme an das Heizsystem ab und wird wieder flüssig. Ein Expansionsventil senkt danach den Druck, der Kreislauf beginnt erneut.
Der elektrische Antrieb des Verdichters macht diesen Prozess zur Kompressionswärmepumpe, der mit Abstand häufigsten Bauart. Eine ausführliche Erklärung von Kältemittel, Verdichter und Regelung liefert der Ratgeber Funktionsweise der Wärmepumpe.
Was ist eine Luft-Wasser-Wärmepumpe?
Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe entzieht der Außenluft Wärme und gibt sie über einen Wasserkreislauf an Heizkörper oder Fußbodenheizung ab. Sie ist mit 95 Prozent Marktanteil die meistverbaute Wärmepumpen-Art in Deutschland (BWP, 2026). Der Grund liegt in der einfachen Installation ohne Erdarbeiten oder Bohrung.
Die Luft-Wasser-Wärmepumpe erreicht im Bestand eine durchschnittliche Jahresarbeitszahl (JAZ) von 3,4, mit einer Spanne von 2,6 bis 4,9 (Fraunhofer ISE, November 2025). Die Jahresarbeitszahl beschreibt die erzeugte Heizwärme geteilt durch den verbrauchten Strom über ein Betriebsjahr. Sie kostet komplett installiert 20.000 bis 35.000 Euro. Eine ausführliche Kaufberatung mit Testsieger und Herstellervergleich liefert der Ratgeber Luftwärmepumpe.
Welche Bauarten der Luft-Wasser-Wärmepumpe gibt es?
Die Luft-Wasser-Wärmepumpe gliedert sich in vier Bauarten: Niedertemperatur, Hochtemperatur, Monoblock und Split. Niedertemperatur-Geräte arbeiten mit niedrigen Vorlauftemperaturen und passen zu Fußbodenheizungen. Hochtemperatur-Geräte erreichen höhere Vorlauftemperaturen und eignen sich für bestehende Heizkörper im Altbau. Details zu Effizienz und Wirtschaftlichkeit dieser Altbau-Lösung liefert der Ratgeber Hochtemperatur-Wärmepumpe.
Monoblock-Geräte bündeln alle Komponenten in einem Außengerät und führen nur wasserführende Leitungen ins Haus. Split-Geräte trennen Außen- und Inneneinheit und führen stattdessen die frostsichere Kältemittelleitung durch die Wand. Aufbau, Kältemittel und Installationsvorteile der Monoblock-Bauweise erklärt der Ratgeber Monoblock-Wärmepumpe.
Was ist eine Sole-Wasser-Wärmepumpe (Erdwärmepumpe)?
Eine Sole-Wasser-Wärmepumpe entzieht dem Erdreich Wärme über eine Erdsonde oder einen Erdkollektor. Fachleute nennen sie deshalb auch Erdwärmepumpe. Ab etwa 15 Metern Tiefe bleibt die Erdtemperatur ganzjährig konstant bei 8 bis 12 Grad Celsius. Das macht die Wärmequelle unabhängiger von der Jahreszeit als die Außenluft.
Sole-Wasser-Wärmepumpen erreichen im Bestand eine durchschnittliche JAZ von 4,3, mit einer Spanne von 3,6 bis 5,4 (Fraunhofer ISE, November 2025). Das liegt 0,9 Punkte über dem Wert der Luft-Wasser-Wärmepumpe. Die Kosten reichen je nach Erschließung von 18.000 bis 45.000 Euro komplett installiert. Kosten, Genehmigung und der direkte Vergleich zur Luftwärmepumpe stehen ausführlich im Ratgeber Erdwärmepumpe.
Erdsonde oder Erdkollektor: Welche Erschließung passt zum Grundstück?
Eine Erdwärmesonde nutzt eine senkrechte Bohrung bis 100 Meter Tiefe und braucht kaum Fläche. Ein Erdkollektor verlegt Rohre stattdessen waagerecht in 1,2 bis 1,5 Meter Tiefe. Er benötigt dafür eine unbebaute Fläche von etwa der doppelten Wohnfläche. Für die Bohrung reicht meist eine Anzeige nach Paragraf 49 des Wasserhaushaltsgesetzes (WHG), einen Monat vor Baubeginn bei der Unteren Wasserbehörde.
Eine platzsparende Sonderform des Flächenkollektors ist der Erdwärmekorb. Er nutzt vertikale Bauweise auf 1 bis 4,5 Meter Tiefe. Die technische Auslegung der Bohrsonde erklärt der Ratgeber Erdsonde Wärmepumpe. Flächenbedarf und Kosten des Flächenkollektors liefert der Ratgeber Erdkollektoren. Aufbau und Genehmigung der Korbvariante zeigt der Ratgeber Erdwärmekörbe.
Was ist eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe (Grundwasserwärmepumpe)?
Eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe entzieht dem Grundwasser Wärme und erreicht damit die höchste Effizienz aller vier Haupttypen. Sie arbeitet mit zwei Brunnen. Der Saugbrunnen fördert Grundwasser nach oben, der Schluckbrunnen leitet das abgekühlte Wasser zurück ins Erdreich.
Das Grundwasser hält ganzjährig eine Temperatur von etwa 8 bis 12 Grad Celsius. Mehrere Fachportale nennen dafür typische Jahresarbeitszahlen von 4,0 bis 5,2 (Cross-Check, Stand 2026). Eine belastbare Fraunhofer-Feldstudie zu dieser Bauart fehlt bisher. Die Anschaffung kostet 18.500 bis 44.500 Euro komplett installiert, je nach Heizlast und Brunnentiefe (mehrere Fachportale, Stand 2026).
Saug- und Schluckbrunnen zählen als Gewässerbenutzung. Deshalb ist stets eine wasserrechtliche Erlaubnis nach Paragraf 8 WHG nötig. Zusätzlich gilt die Anzeigepflicht für die Bohrung nach Paragraf 49 WHG. Die zuständige Untere Wasserbehörde prüft dabei auch Wasserschutzgebiete und die Grundwasserqualität. Details zu Kosten, Genehmigung und Brunnen-Tiefe liefert der Ratgeber Grundwasserwärmepumpe.
Was ist eine Luft-Luft-Wärmepumpe und wie unterscheidet sie sich von der Klimaanlage?
Eine Luft-Luft-Wärmepumpe tauscht Wärme direkt zwischen Außen- und Innenluft, ohne Wasserkreislauf. Sie entspricht technisch einer Split-Klimaanlage mit Heizfunktion und kann im Sommer auch aktiv kühlen. Anders als die drei wasserführenden Typen liefert sie kein Warmwasser und gilt technisch als Lüftungsanlage.
Die Effizienz übertrifft wasserführende Systeme oft, weil der hydraulische Verlust entfällt. Hersteller geben für reversible Geräte einen SCOP von 3,0 bis 3,8 beim Heizen an. Beim Kühlen liegt der SEER bei 5,5 bis 8,5. Ein Single-Split-Gerät kostet installiert 2.000 bis 4.000 Euro. Ein Multi-Split-System für 3 bis 5 Räume kostet 6.000 bis 15.000 Euro. Als vollwertiger Heizungsersatz gilt sie nur, wenn sie den Großteil der Heizlast deckt. Der ausführliche Vergleich zur reversiblen Luft-Wasser-Wärmepumpe und zur klassischen Klimaanlage steht im Ratgeber Wärmepumpe und Klimaanlage.
Welche Sonderformen ergänzen die vier Haupttypen?
Neben den vier Haupttypen ergänzen drei Sonderformen den Markt: Hybrid-Wärmepumpe, Warmwasser-Wärmepumpe und Großwärmepumpe. Sie ordnen sich nach Wärmequelle in die Haupttypen ein, erfüllen aber eine spezielle Funktion.
Eine Hybrid-Wärmepumpe kombiniert eine Wärmepumpe mit einem zweiten Wärmeerzeuger, etwa einem Gasbrennwertkessel. Unterhalb des sogenannten Bivalenzpunkts heizt die Wärmepumpe allein, bei tiefen Außentemperaturen schaltet sich der zweite Erzeuger zu. Aufbau, Bivalenzpunkt und Wirtschaftlichkeit dieser Kombination erklärt der Ratgeber Hybridheizung.
Eine Warmwasser-Wärmepumpe erwärmt ausschließlich Trinkwasser und ersetzt keine Heizung. Sie nutzt Raum- oder Abluft als Wärmequelle und zieht rund 75 Prozent ihrer Energie aus der Umgebungsluft. 2025 verkaufte die Branche 49.500 dieser Geräte, ein Plus von 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr (BWP, 27.01.2026). Modelle, Wirtschaftlichkeit und Förderung zeigt der Ratgeber Warmwasser-Wärmepumpe.
Eine Großwärmepumpe versorgt Gebäudekomplexe, Quartiere oder Wärmenetze und nutzt dafür industrielle Abwärme, Flusswasser oder Erdreich im großen Maßstab. Für Einfamilienhäuser hat sie keine praktische Bedeutung.
Wärmepumpen-Arten im Vergleich: Welche Vor- und Nachteile haben sie?
Jede Wärmepumpen-Art hat einen klaren Vorteil und einen klaren Nachteil gegenüber den anderen drei Typen. Keine Bauart ist grundsätzlich überlegen, die Wahl richtet sich nach der individuellen Ausgangslage.
| Wärmepumpen-Art | Größter Vorteil | Größter Nachteil |
|---|---|---|
| Luft-Wasser-Wärmepumpe | Günstig, ohne Genehmigung installierbar | Niedrigere JAZ als erdgekoppelte Systeme |
| Sole-Wasser-Wärmepumpe | Hohe, wetterunabhängige Effizienz | Hohe Erschließungskosten, Anzeigepflicht |
| Wasser-Wasser-Wärmepumpe | Höchste Effizienz aller Typen | Wasserrechtliche Erlaubnis, geeignetes Grundwasser nötig |
| Luft-Luft-Wärmepumpe | Günstig, kühlt zusätzlich aktiv | Kein Warmwasser, meist nur Zusatzheizung |
Die Luft-Wasser-Wärmepumpe bleibt für die meisten Einfamilienhäuser die schnellere und günstigere Lösung. Erdgekoppelte Systeme lohnen sich vor allem bei langer Nutzungsperspektive und ausreichendem Budget. Die Luft-Luft-Wärmepumpe eignet sich als alleinige Heizung nur bei sehr gut gedämmten Neubauten.
Welche Wärmepumpen-Art passt zu meinem Grundstück, Budget und Baujahr?
Die passende Wärmepumpen-Art ergibt sich aus drei Faktoren: verfügbare Grundstücksfläche, Budget für die Erschließung und Sanierungsstand des Gebäudes. Die folgende Entscheidungsmatrix ordnet typische Ausgangslagen einer Empfehlung zu.
| Ausgangslage | Empfehlung |
|---|---|
| Kleines, bebautes Grundstück, begrenztes Budget | Luft-Wasser-Wärmepumpe |
| Kleines Grundstück, Budget für Bohrung vorhanden | Sole-Wasser-Wärmepumpe mit Erdsonde |
| Großes, unbebautes Grundstück | Sole-Wasser-Wärmepumpe mit Erdkollektor |
| Ergiebiges, geeignetes Grundwasser vorhanden | Wasser-Wasser-Wärmepumpe |
| Gut gedämmter Neubau, Wunsch nach Kühlung | Luft-Luft-Wärmepumpe (ergänzend oder allein) |
| Unsanierter Altbau mit Heizkörpern, Übergangslösung | Hybrid-Wärmepumpe oder Hochtemperatur-Luft-Wasser-Wärmepumpe |
Vor jeder Entscheidung berechnet ein Fachbetrieb die Heizlast des Gebäudes nach DIN EN 12831. Diese Berechnung bestimmt die nötige Leistung und ist zugleich Fördervoraussetzung. Details zur korrekten Dimensionierung liefert der Ratgeber Dimensionierung der Wärmepumpe. Einen vollständigen Kostenüberblick über alle Kostenpositionen zeigt der Ratgeber Wärmepumpe-Kosten.
Wie effizient sind die Wärmepumpen-Arten wirklich?
Die Jahresarbeitszahl (JAZ) misst die reale Effizienz einer Wärmepumpe über ein volles Betriebsjahr und unterscheidet sich deutlich je Wärmequelle. Sie ist damit aussagekräftiger als der COP (Coefficient of Performance), der nur einen einzelnen Prüfpunkt im Labor abbildet.
Danny Günther, Teamleiter „Wärmepumpen und Transformation Gebäudebestand" am Fraunhofer ISE, ordnet die gemessenen Effizienzwerte so ein: „Die Ergebnisse zeigen eindeutig, dass Wärmepumpen auch in älteren Gebäuden effizient betrieben werden können und dass sie klimaschonend heizen, ohne dass die Gebäude auf Neubaustandard saniert werden müssen" (Fraunhofer ISE, November 2025). Eine Korrelation zwischen Baujahr und erreichter Effizienz konnte die Studie nicht feststellen.
Ein Rechenbeispiel zeigt den Effekt der Wärmequelle auf die Stromkosten. Ein Altbau hat einen Jahreswärmebedarf von 18.000 Kilowattstunden und einen Wärmepumpentarif von 28 Cent pro Kilowattstunde. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe (JAZ 3,4) verbraucht dafür rund 5.294 Kilowattstunden Strom, das kostet 1.482 Euro im Jahr. Eine Sole-Wasser-Wärmepumpe (JAZ 4,3) verbraucht nur 4.186 Kilowattstunden Strom, das kostet 1.172 Euro im Jahr. Die Ersparnis beträgt rund 310 Euro pro Jahr. Wie sich diese Kennzahl berechnen und gezielt verbessern lässt, erklärt der Ratgeber Jahresarbeitszahl. Den Unterschied zum Labor-Prüfwert erläutert der Ratgeber COP-Wärmepumpe.
Die Jahresarbeitszahl beeinflusst außerdem die Lebensdauer der Anlage. Wärmepumpen mit niedriger JAZ laufen häufiger im ineffizienten Teillastbereich. Sie verschleißen dadurch schneller. Mehr zu Lebensdauer, Verdichterstarts und dem richtigen Zeitpunkt für einen Austausch zeigt der Ratgeber Lebensdauer Wärmepumpe.
Häufige Fragen zu Wärmepumpen-Arten
Welche Wärmepumpen-Art ist die effizienteste?
Die Wasser-Wasser-Wärmepumpe erreicht mit typisch 4,0 bis 5,2 die höchste Jahresarbeitszahl, weil das Grundwasser ganzjährig konstant 8 bis 12 Grad Celsius hält. Die Sole-Wasser-Wärmepumpe folgt mit einer gemessenen JAZ von 4,3 im Bestand.
Welche Wärmepumpen-Art ist die günstigste?
Die Luft-Wasser-Wärmepumpe kostet mit 20.000 bis 35.000 Euro am wenigsten, weil keine Bohrung oder Brunnenerschließung nötig ist. Die Luft-Luft-Wärmepumpe kann als Zusatzlösung für einzelne Räume noch günstiger sein.
Was ist der Unterschied zwischen Luft-Luft- und Luft-Wasser-Wärmepumpe?
Die Luft-Wasser-Wärmepumpe gibt Wärme über einen Wasserkreislauf an Heizkörper oder Fußbodenheizung ab und liefert auch Warmwasser. Die Luft-Luft-Wärmepumpe erwärmt nur die Raumluft direkt und kann kein Warmwasser bereitstellen.
Brauche ich für jede Wärmepumpen-Art eine Genehmigung?
Nein. Luft-Wasser- und Luft-Luft-Wärmepumpen sind meist genehmigungsfrei. Für die Erdsonde oder den Erdkollektor einer Sole-Wasser-Wärmepumpe reicht meist eine Anzeige. Eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe braucht dagegen zusätzlich eine wasserrechtliche Erlaubnis.
Kann ich eine Wärmepumpen-Art nachträglich wechseln?
Ein Wechsel der Wärmequelle ist möglich, aber aufwendig. Der Umstieg von Luft-Wasser auf Sole-Wasser erfordert eine neue Erschließung (Bohrung oder Kollektor) und eine neue Genehmigung, unabhängig vom bestehenden Heizsystem.
Fazit: Welche Wärmepumpen-Art ist die richtige für Sie?
Die vier Haupttypen unterscheiden sich vor allem in der Wärmequelle, nicht im Grundprinzip. Die Luft-Wasser-Wärmepumpe bleibt mit 95 Prozent Marktanteil die häufigste und günstigste Wahl. Sole-Wasser- und Wasser-Wasser-Wärmepumpen arbeiten effizienter, verlangen aber eine aufwendigere Erschließung und eine behördliche Anzeige oder Erlaubnis. Die Luft-Luft-Wärmepumpe ergänzt vor allem gut gedämmte Neubauten um eine Kühlfunktion. Lassen Sie Grundstück, Budget und Heizlast von einem Fachbetrieb prüfen, bevor Sie sich für eine Art entscheiden.
Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE), Feldstudie „WP-QS im Bestand", November 2025; Bundesverband Wärmepumpe (BWP) e.V., Pressemitteilung „Über 50 Prozent im Plus", 27.01.2026; Wasserhaushaltsgesetz (WHG) Paragraf 8 und Paragraf 49; Landeshauptstadt München, Sachgebiet Wasserrecht; Landratsamt Augsburg, Merkblatt für Wärmepumpenanlagen mit Wärmeentzug aus dem Grundwasser; mehrere Fachportale zu Kosten- und Effizienzspannen der Wasser-Wasser-Wärmepumpe, Stand 2026.


